Ihr Flugbild ist unverkennbar. Wie Pfeile schießen sie durch die Luft und wer sie länger beobachtet, der glaubt, dass sie nie eine Pause brauchen. Und das stimmt wohl auch. Sie schlafen im Flug. Bis zu zehn Monate am Stück können sie in der Luft bleiben. Die Mauersegler gehörten viele Jahre zum Himmelsbild im Sommer. Sie brüten vor allem an Hausmauern, Kirchtürmen, Fabrikgebäuden oder Bahnhöfen, wo sie vielerlei Hohlräume unter Dächern und Traufen nutzen. 
Früher war der Mauersegler ein Felsbrüter, doch diese Möglichkeiten sind heute in Europa selten geworden. Glatte Fassaden von Neubauten sind kaum geeignet, um ihnen einen geeigneten Brutplatz zu bieten. So finden sie immer weniger Brutplätze. Die Nabu-Gruppe Tübingen nimmt nun das Heft des Handelns in die Hand. Gut sichtbar vom Eingang der Tübinger Stadtbücherei kann nächste Woche die Montage zweier Koloniekästen für Mauersegler an der Nordwand des Parkhauses Altstadt-Mitte bestaunt werden. Die Tübinger Stadtwerke lassen die Fassade mit Grün und diversen Nistkästen neugestalten. Den besten Anbringungsort für die Koloniekästen gab  Elisabeth Bark an. Die Mauerseglerexpertin leitet ein Schutzprogramm des Naturschutzbundes in Tübingen mit dem Namen »60 Nisthilfen für Mauersegler«, welches die Tübinger Stadtwerke unterstützen. Der in Gebäudespalten brütende Mauersegler zeigt einen jährlichen Bestandsrückgang von gemittelt 6,7 Prozent auf (NABU-Vogelzählung, 2006 bis 2018). 
Hauptursache ist die Versiegelung möglicher Brutplätze im Zuge energetischer Gebäudesanierungen und bei Neubauten. Nistkästen an Fassaden helfen effektiv. »Ich freue mich sehr, dass hier nach dem Prinzip »Lebendige Gebäude – Lebendige Stadt« gemäß dem Masterplan Stadtnatur gehandelt wird«, sagt Bark über die Arbeiten am Nonnenhaus. Sie und der Nabu Tübingen freuen sich über Spenden und handwerkliche Unterstützung für weitere Nistkästen-Anbringungen.