Namen sind Schall und Rauch, aber manchmal zerreißt ein Knall die Zeit und ein Wort reißt die volle Aufmerksamkeit an sich. Crossminton drang über den Steigbügel neben dem bebenden Trommelfell in die Glieder des Schreibers und rüttelte einige Gehirnzellen wach. Badminton im Gelände a la Mountainbike? So oder so ähnlich stolperten die Gedanken durch die Zeit und fanden keinen rechten Halt. Da taumelt der Mensch und stochert im Dunklen und erinnert sich an sein Handwerk des schlauen Zeitungsmenschen. Da lautet das Motto »Frag immer die Leute, die Ahnung haben«. Also wenden wir uns voller Neugier an Andreas Geisenhofer.
Der Reutlinger war und ist ein begnadeter Badmintonspieler und war maßgeblich an den erfolgreichen Zeiten des PSV Reutlingen mit Aufstiegen bis in die Baden-Württembergliga beteiligt. Heuer prägt der Rettungsdienst seinen Alltag, was ihm nicht mehr so viel Zeit lässt, um sich seinem Leib-und-Seele-Hobby mit ganzem Herzen zu widmen. Zweimal in der Woche noch pfeift der federleichte Ball, geschmettert oder gestreichelt von des 22-Jährigen Schlägersaiten, übers Netz durch die Lüfte. Für die SG Schorndorf steht der Rettungsassistent auf dem Feld und kämpft in der Zweiten Bundesliga um Punkte und Plätze.
Crossminton war ihm kein so rechter Begriff im ersten Moment, Speed Badminton dagegen half ihm gedanklich auf die Beine. Im Grunde genommen ist es das Gleiche, aber schließlich ändert sich ja alles im Leben, nur der Wandel bleibt beständig. Man muss ein Produkt richtig verkaufen, ein Papiertaschentuch verkauft sich nicht so gut wie Tempo. Das ist ein gutes Stichwort. Tempo ist eine Wesenseigenschaft dieser Sportart, die aus dem Badminton entstand, und sagen wir es, wie es ist: Früher nannten wir es alle Federball, da brauchte es kein Netz und auch keinen Strand, den man in Schwaben ja sowieso vergebens sucht. Im Crossminton gibt es auch kein Netz, die Bälle sind etwas schwerer als beim Badminton und die Schläger ähneln denen des Squash-Sports. Ein Spieluntergrund ist nicht festgelegt, man kann Crossminton auf Tennisplätzen, Straßen, Sandflächen, Wiesen oder natürlich auch in Hallen spielen. Und natürlich auch um Punkte und Titel. In rund 40 Vereinen in Deutschland erfreuen sich die Menschen in dieser neu benannten Sportart unter anderem auch im Bundesliga-Wettkampf. Im Grunde genommen ist es alter Wein in neuen Schläuchen, und wir sind sozusagen grundlos vergnügt, wie ein Gedichttitel der großartigen Dichterin Mascha Kaleko titelt. »Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne und an das Wunder niemals ganz gewöhne, dass alles so erstaunlich bleibt, und neu! Ich freu mich, dass ich ... Dass ich mich freu.«     –diet