Gute Nerven gehören dazu. G’schiggde Fengr genauso. Es erfordert schon viel Geschicklichkeit aus einen Turm von gleichgroßen Hölzern einzelne Teile zu entfernen, damit dieser nicht umfällt. Das Spiel nennt sich Jenga und zählt schon seit seiner Erfindung im Jahr 1989 zu den Klassikern. Manch einer hat da schon das ein oder andere Mal die Nerven verloren. Im Trockenen. Nun stellen wir uns vor, dieses Spiel unter Wasser zu spielen. Unmöglich? Wie wir aus unzähligen Geschichten dieser launigen Kolumne erfahren haben ist nichts unmöglich. Selbst ein Zusammenprall zwischen einem Reh und einem Jogger nicht. Also Unterwasser-Jenga zählt zwar nicht zu den populärsten Sportarten, doch ein paar positiv Verrückte aus Sindelfingen üben es mit Taucheranzug und Sauerstoffflasche. Wir haben es bei der Sportregion Stuttgart entdeckt, deren Motto in diesem Jahr lautet »Auf und ab«. Das Team um Geschäftsführer Michael Bofinger setzt jährlich ein Thema, 2015 ging es um den Glauben im Sport. Und heuer eben ein den Leibesübungen auf den Leib geschnittene Idee. Es geht immer rauf und runter – beim Schwimmen unter Wasser, beim Turnen begeistern die Könner mit Kunstflügen, im Eishockey fliegen auch mal die Fäuste und Kunstflieger malen fantastische Formen an den Himmel. Jeden Monat stellt die Sportregion ein Video auf seine Internetseite und verbucht große Erfolge. Im März stand Cheerleading auf dem Programm und allein die Ankündigung lockte mehrere hundert Klicks auf die Seite, wie der Geschäftsführer frohlockt. Aber die Sportregion wäre nicht die Sportregion, wenn sie das Motto nur eindimensional behandelt. So ein Thema lässt sich auf verschiedene Arten darstellen oder ausüben. Sportbilder von wahren Könnern hinter der Kamera zeigen das Auf und Ab in perfekter Art und Weise. Mit der Foto-Ausstellung tingelt die Sportregion durch die Region. Zu all dem gesellt sich noch ein Fotowettbewerb, Lesungen und na klar, na wunderbar: wie wir Schwaben sagen »ein Run up«, der AOK Stäffeleswalk. Da meldet sich doch wieder unser Kumpel Goethe heftig zu Wort. »In Lebensfluten, im Tatensturm, wall ich auf und ab, webe hin und her! Geburt und Grab, ein ewiges Meer, ein wechselnd Weben, ein glühend Leben, so schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit, und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.« –diet