Wer einschlafen will, guckt die Wahl zum Weltfußballer an. Seit Jahren flimmern dieselben Gesichter über die Leinwand, entweder Schönling Ronaldo oder Schüchterling Messi. In jüngster Zeit gesellte sich Neymar dazu, der Rest der Kickerwelt schaut in die Röhre, oder auch nicht. Da loben wir uns doch die Handballer. Dort wechseln sich die besten Spieler und Spielerinnen fröhlich ab, was ja auch für eine Breite in der Spitze spricht. Keine Langeweile, sondern ein Knalleffekt produzieren die Leser der Handballwoche immer wieder.
Einen großen Knall gab es nun im Ermstal. Anna Loerper wurde zur Handballerin des Jahres 2015 gewählt. Die 212-fache deutsche Nationalspielerin blickt zwar auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück, doch dieser Titel wurde ihr bislang noch nicht verliehen. Damit reiht sich die in Kempen geborene Spielmacherin ein in eine Liste mit Spielerinnen wie Grit Jurack, Nadine Krause und Clara Woltering.
Anna Loerper erhielt 4 884 Stimmen und konnte damit die Torfrauen Katja Kramarcyk (Leipzig/2 544)) und Clara Woltering (Dortmund/1 752) auf die Plätze verweisen. »Wir freuen uns mit Anna und sind sehr stolz, dass die Handballerin des Jahres 2015 ein pinkes Trikot der TuS Metzingen trägt. Sie hat sich in den letzten beiden Jahren zum Dreh- und Angelpunkt in unserem Spiel entwickelt und gehört zweifelsohne zu den besten Spielerinnen auf dieser Position«, so TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott. »Gerne darf Anna auch Handballerin des Jahres 2016 werden und ihre bisher gezeigten Leistungen in diesem Jahr sind eine gute Basis dafür«, ergänzt er. Diese Einschätzung belegen auch die Statistiken der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Anna Loerper führt die Scorerliste der HBF mit 133 erzielten Treffern einsam an. Damit erzielte »Lumpi« im Schnitt 9,5 Tore pro Begegnung und verwandelt mit einer Quote von 83 Prozent ihre Siebenmeter. Wo und wann die Ehrung stattfinden soll, steht aktuell noch nicht fest.
Auch die Rückraumspielerin der TuS Metzingen freut sich über diese Auszeichnung. »Ich freu mich riesig, da ich diesen Titel in meiner Karriere bisher noch nicht erringen habe. Es ist schön, dass die Leser der Handballwoche meine konstante Leistung in der Bundesliga anerkennen«, so Anna Loerper. Übrigens: Sie führte damit zu Ende, was Shenia Minewskaja begonnen hat. Vor einem Jahr wurde die ehemalige Torschützenkönigin der Ermstälerinnen auf den dritten Platz gewählt. Wir ziehen den Hut. Chapeau.     –diet/rw