ROTTENBURG. Der Fluss bekommt eine Hauptrolle: Am kommenden Donnerstag, 28. Juni feiert das Sommertheater-Stück »Die Flößerin« in Rottenburg Premiere. Dabei wird erstmals der Neckar bespielt, der eine wichtige Rolle in dem gut zwei Stunden dauernden Stück spielt. Regie führt Dietlinde Elsässer. Die Schauspielerin und Regisseurin hat als Mundart-Kabarettistin das Stück auch geschrieben und inszeniert es zwischen der Morizkirche und der Spitalkelter. Auf und neben dem Neckar können die Zuschauer über 30 Bürger aus Rottenburg und der Region erleben, die bei der »Flößerin« mitwirken. Im Jahr 2016 inszenierte Dietlinde Elsässer bereits mit 20 Laiendarstellern ein Sommertheater zum 300. Geburtstag des Rottenburger Mundartdichters Sebastian Blau. Diesmal hat sich Elsässer mit der Geschichte der Flößerei beschäftigt. Entstanden ist ein Stück, das sowohl historische Fakten aufgreift, aber auch – wie könnte es bei Dietlinde Elsässer anders sein – Herz und Humor bedient. Das Ganze ist natürlich in schwäbischer Mundart geschrieben und ist garniert mit Gesang und Musik. Viele der Laiendarsteller haben bereits 2016 beim Stück »Rottenburg macht Blau« mitgemacht und viele von ihnen haben für die neue Produktion Familie und Freunde animiert, auch mitzuspielen. Für die Regisseurin liegt der Wert von Bürgertheaterprojekten auch darin, Menschen die Möglichkeit zu geben, dies oder jenes auch einmal auf einer Theaterbühne auszuprobieren. Man könne dabei anderen beim Aus-sich-herausgehen zusehen und es dann auch wagen. Das Leben auf der Bühne sei »keine Privatsache mehr«, sagt Dietlinde Elsässer, es komme dabei darauf an, wie die Gemeinschaft der Schauspieler ineinander wächst. Und diese Gemeinschaft begeistert die Kabarettistin. Der einzige Punkt, der ihr noch vor der Premiere Sorgen bereitet sei das Wetter, gesteht sie. Aber da gehe es den Zuschauern so wie den damaligen Menschen, die von der Flößerei abhängig waren und die im Theater die Hauptrolle spielen. »Das ist halt Open Air«, so Produktionsassistentin Heidrun Tassinger. Die Zuschauer starten am Donnerstag und an den anderen Aufführungsterminen am Morizplatz, wo sich die verschiedenen Figuren vorstellen werden. Von da geht es den Neckar entlang über die Neckarbrücke zur Anlegestelle am Nepomuk, weiter zur Spitalkelter, wo das Publikum selbst zum Teil der Wirtshausgesellschaft wird. Hier werden die verschiedenen Stränge der Geschichte nochmals zusammengeführt und aufgelöst. Es gibt noch Restkarten bei der WTG am Marktplatz in Rottenburg und an der Abendkasse.     –aba