Für sie steht fest: »Wir sind umgeb’n von Wahnsinnigen«. So charakterisierte die Süddeutsche Zeitung die Wellküren und ergänzte: »Eine Schweinsgaudi und lehrreich noch dazu«. Die bayrische Kabarettgruppe und Heldinnen der Stubnmusibewegung machen den Auftakt der diesjährigen Mundartwochen am Donnerstag, 
5. März. Zum 45. Mal geht das Kind des schwäbischen Dichters Wilhelm König über die Bühne der Zeit. 
Der Dettinger präsentiert in diesem Jahr wieder Alte Bekannte und Bekanntes, alle aber mit neuem Programm. Das ist die Bedingung, erzählt König. 
Zudem legt der Macher wert darauf, dass es sich nicht nur um schwäbische Mundart handelt, wie der Auftritt der Wellküren deutlich macht. 
Es geht um die Mundart an sich, so der 84-Jährige. Sechs Mal öffnen die Mundartwochen ihre Bühnen, vier Mal dabei in der Volksbank Reutlingen. Ein besonderer Programmpunkt war, ist und bleibt dabei Wein und Brot. 
Dabei verwandelt sich die Volksbank in der Gartenstraße am Samstag, 21. März als Veranstaltungsort in eine der größten Weinstuben Reutlingens, zwei neue Winzer aus dem Ländle stellen ihre Tröpfle vor, König liest und trägt vor. Hierfür gibt es 80 Plätze. Interessierte müssen sich also sputen. 
In der Stadtbibliothek Reutlingen tritt Patrick J. Donmoyer vors Publikum mit seinem Programm: Heilkunst, Bräuche und Volksglaube in der Pennsylvanian Deutschen Kultur«. Der US-Amerikaner aus der Reutlinger Partnerstadt Reading unterhält dort ein Heimatmuseum. Er untersucht alte Bräuche, Überzeugungen und rituelle Heilmethoden von Pennsylvania Deutsch und er verspricht, dass einige sehr lustig sind. 
Den Top-Akt der diesjährigen Reihe bildet Christoph Sonntag mit seinem neuen Programm: Wörldwaid.
 Am Sonntag, 22. März tritt der Stuttgarter und alte Bekannte von Wilhelm König in der Stadthalle auf die Bühne. Das Geldinstitut in der Gartenstraße hat sich in den vergangenen Jahren während der Mundartwochen zu einem kleinen Theaterhaus gemausert, scherzte König bei der Vorstellung und bedankte sich überschwänglich für die Unterstützung. Vor allem seien sie technisch sehr gut ausgerüstet mit Bühne, Beleuchtung und Ton, was dem Veranstalter einige Kosten erspart. Neben dem Regierungspräsidium Tübingen trägt vor allem auch die Stadt Reutlingen finanziell die Veranstaltungsreihe mit, ohne sie wären die moderaten Preise nicht möglich, so König. Dass die Mundartwochen in aller Munde sind, das zeigte sich in diesem Jahr ganz deutlich am Buchungsverhalten. Erstmals bietet das Geldinstitut die Karten auch elektronisch an und erntete Erfolg. Schon vor dem offiziellen Start wurden rund 100 Karten verkauft – ohne große Werbung. »Das zeigt das Interesse an der Veranstaltung«, sagte Volksbank-Chef Siegfried Arnold. 
Das Programm: 
Wellküren: Abendlandler 
Donnerstag, 5. März, 19 Uhr, Volksbank
Die Wellküren, Gründerinnen der Stugida-Bewegung (Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Abendlandes) feiern in ihrem Programm das freie Abendland und den Abend an sich. 

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Wommy Wonder: »Ups … schon 35? – Reizend!
Dienstag, 10. März, 19 Uhr, Volksbank
Seit 1984 steht Wommy schon auf der Bühne, anlässlich ihrer 35-jährigen Bühnenaktivität startet das Fräulein richtig durch mit dem typographisch anspruchsvollen Showtitel. Es soll eine Werkschau werden mit Höhepunkten und Lieblingsliedern aus den vergangenen Jahrzehnten. 

Patrick J. Donmoyer: Heilkunst, Bräuche und Volksglaube in der Pennsylvanian Deutschen Kultur«, Vortrag in Pennsylvanian Deutsch
Freitag, 13. März, 19.30 Uhr, Stadtbibliothek

Klaus Birk: »Adam, Eva und Trump-Tower«, Best of Klaus Birk
Dienstag, 17. März, 19 Uhr, Volksbank Reutlingen.
Er steht seit 25 Jahren als Solist auf der Kabarett-Bühne, ist ebenso lange Autor von Hannes- und der Bürgermeister, hat für mehrere hundert Fernseh- und Radiosendungen geschrieben und darin mitgemacht. Nun als zum Jubiläum eine Rückschau, Ausschau, Werkschau. 

Wein und Wort. Mundart und geführte Weinprobe
Samstag, 21. März, 19 Uhr, Volksbank Reutlingen.
Das Geldinstitut wird zur guten Weinstube. Zwei neue Winzer, diesmal aus Heilbronn, präsentieren ihre Tröpfle, Wilhelm König liest aus seinen Werken dazu. Der Wein gehört – wie der Hefekranz, wie das Wort, wie die Lesung – von Anfang an zu den Reutlinger Mundart-Wochen. 

Wörldwaid! – die neue Christoph Sonntag-Show
Sonntag, 22. März, 19 Uhr, Stadthalle Reutlingen.
Der wilde Süden Deutschlands ist erfolgreich und einzigartig. Trotzdem sagt der Burladinger, wenn er im Auslang gefragt wird, wo er herkommt: » near Munich!« Wer könnte das ändern, wenn nicht Christoph Sonntag. Seine kabarettistische Achterbahnfahrt eröffnet viel Neues, aber treibt mindestens genauso viele Freudentränen in die Augen.         -rw