Heute schon gut getafelt?
SebastianSebastian: Heute schon gut getafelt?

Die Meldungen über die Zustände der Tafel in Essen schlugen hohe Wellen. Die Betreiber nahmen seit Mitte Januar keine Ausländer mehr als »Neukunden« an. Sie begründeten den Schritt damit, dass sich ältere Menschen und alleinerziehende Mütter von den vielen fremdsprachigen jungen Männern, zumeist aus Nordafrika, abgeschreckt und bedrängt fühlen.

 
Von Rekord zu Rekord mit geschönten Zahlen
SebastianVon Rekord zu Rekord mit geschönten Zahlen

Monat für Monat präsentiert uns die Arbeitsagentur neue Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt. Da macht auch die Arbeitsagentur in Reutlingen keine Ausnahme: »Im Februar waren 8 787 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 98 Menschen weniger als noch im Januar. Und sage und schreibe 1 050 Arbeitslose weniger als ein Jahr zuvor«, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Schon seit langem werfen Kritiker ein, dass die Zahlen geschönt seien, also nicht den wirklichen Stand der Arbeitslosigkeit wiedergeben.  

 
Nichts als heiße Luft
SebastianNichts als heiße Luft

[1] Kostenlos Busfahren? In Reutlingen? Super Idee, doch leider vorerst nicht machbar. Nach der ersten Euphorie darüber, dass von der Bundesregierung solch ein Vorschlag kam und unter fünf Modellkom-munen ausgerechnet auch Reutlingen sein soll, haben sich die Gemeinderatsfraktionen – um es mal vornehm auszudrücken – zurückhaltend begeistert gezeigt. Und Recht hatten Sie. Denn man braucht kein Prophet sein, um zu wissen, dass solch ein Vorhaben auch eine Menge Geld kostet. Geld, was die Gemeinden und Kommunen schlichtweg nicht haben. Und so verwundert es kaum, dass just zu Wochenbeginn alle fünf »Teststädte« Unisonso »Nein« dazu sagten. 

 
Säbelrasseln und wuchtige Polemik
Sebastian Säbelrasseln und wuchtige Polemik

Die Entscheidung naht, das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Und die Kontrahenten scharren deshalb lautstark und heftig mit den Hufen. Soll Reutlingen, wie längst alle Großstädte im Land, auch endlich Stadtkreis werden? Das will Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und das will eine Dreiviertel-Mehrheit des Gemeinderats. Landrat Thomas Reumann kämpft dagegen, er warnt vor »unwirtschaftlichen Doppelstrukturen«. Das organisatorische Gefüge solle so belassen werden, denn es habe sich in mittlerweile 44 Jahren nachweislich bewährt. Der Landkreischef schaltete hierzu sogar eine Anzeige in der regionalen Presse.

 
Medizinische Hilfe in Nepal
SebastianMedizinische Hilfe in Nepal

Warum nimmt jemand wie Dr. Rainer Claußnitzer zusammen mit seiner Frau Anne immer wieder die Strapazen auf sich, Tausende Höhenmeter in dünner Luft aufwärts zu steigen, um in entlegenen Tälern in Nepal Menschen zu helfen? Ihnen die Grundlagen von Hygiene und Erster Hilfe beizubringen? Um vielleicht auch mal selbst zu operieren? »Als wir in der nepalesischen Hauptstadt Katmandu in ein 60 Jahre altes, kleines Flugzeug gestiegen sind und mittenrein in ein Gewitter flogen, da fragte ich mich schon, was wir hier überhaupt machen«, erinnert sich Anne Claußnitzer, die aus einer Künstler- und Musikerfamilie stammt, in der ehemaligen DDR aber leitende OP-Schwester wurde. 

 
Tatort Lederstraße-Ost
SebastianTatort Lederstraße-Ost

[1] »Reutlingen hat sich in der Bundesliga den vierten Tabellenplatz erkämpft«. Das hört sich gut an, hat aber leider nichts mit den SSV-Kickern zu tun. Vielmehr geht es um das giftige Stickstoffdioxid in der Luft, das in der »Lederstraße-Ost« tagtäglich aufs Mikrogramm genau registriert wird. Die Champions-League Plätze nehmen München und Stuttgart ein. Der bislang schmutzigste Schadstoff-Produzent am Stuttgarter Neckartor gab die Führung in Sachen Stickstoffdioxidbelastung an die Landshuter Allee in München ab.  Aufatmen indes kann man wegen einer neuen Teilentwarnung kaum.

 
Ach, die Neujahrsempfänge
SebastianAch, die Neujahrsempfänge

So. Haben wir es doch wieder mal geschafft - die Neujahrsempfänge sind allesamt fast vorbei. Die CDU fehlt noch, die lädt am kommenden Sonntag noch ein. Nur die SPD hat sich dem Ganzen entzogen und im vergangenen Jahr einen Jahresempfang angeboten. Ende April. Ansonsten hatten sich im gerade beendeten Januar alle möglichen wichtigen Gruppierungen zum Beginn des Jahres schon die Ehre gegeben - und nahezu immer die gleichen Honoratioren empfangen. Dazu zählen Jahr für Jahr Bundes- und Landtagsabgeordnete, Stadträte, Kreistagsmitglieder und sonstige immens wichtige Menschen aus der Reutlinger Gesellschaft - und eigentlich sind es eh immer die gleichen, die man bei solchen Veranstaltungen trifft. Mit leichten Variationen.

 
Ein Schultes gegen den Rest der Welt
SebastianEin Schultes gegen den Rest der Welt

[2] Seit bald drei Monaten ist Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk im Krankenstand, genauer: Er ist »arbeitsunfähig« geschrieben. Derzeit führt sein Vize, der UWV-Stadtrat Martin Fink, die Geschäfte im Rathaus, engagiert und für 50 Euro am Tag. Das fordert ihn sehr, denn der Mann steht ja mitten im Berufsleben. Was Fink jedoch - er gilt als überaus treuer Weggefährte Schrenks – befremdlich findet: Der 47-jährige Rathauschef habe sich bis heute noch nicht mit ihm in Verbindung gesetzt, kein Gruß, kein Wort.

 
Alles völlig undramatisch?
SebastianAlles völlig undramatisch?

Grundsätzlich Erfreuliches gab es in der letzten Sitzung des Reutlinger Kreistages im Dezember zu vernehmen: »Eine stetig bessere Einnahmesituation verschafft Handlungsspielräume«, sagte etwa Dr. Ulrich Fiedler als FWV-Kreistagsmitglied. Dennoch mahnte Metzingens Oberbürgermeister zu »strukturellen Verbesserungen im Bereich der Sozialausgaben«, aufgrund der von Jahr zu Jahr steigenden Ausgaben. »Personal- und Betreuungsschlüssel« seien zu überprüfen, so die Forderung von FWV und CDU. Dabei gehe es laut Florian Weller (CDU) nicht darum, »jemandem irgendetwas wegzunehmen«.