SebastianKreuz und quer über die Fahrradpisten
Kreuz und quer über die Fahrradpisten

Die Reutlinger Bevölkerung fremdelt noch sehr mit den neuen Fahrradstraßen. Jedenfalls sind Schüler, Eltern und Anwohner mehr als nur verwirrt. Sie wollen endlich wissen, welche Verkehrsregelungen seit Kurzem in der Bellino- und in der Moltkestraße denn nun gelten. Hinzu kommt der Vorwurf, dass die Stadt das Projekt nur unvollständig umgesetzt habe. Das sagt jedenfalls eine Gruppe, die sich den Namen »Eltern für radelnde Schüler« (Efrs) gegeben hat.

 
Achtung – erfreulich viel Geld vorhanden
SebastianAchtung – erfreulich viel Geld vorhanden

Ein »Hochkaräter« sei der neue Haushalt für die beiden kommenden Jahre 2019 und 2020, betonte Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch vergangene Woche. Der Doppelhaushalt für die Stadt steht zum einen im Zeichen der extrem guten Einnahmezahlen – die Steuern sprudeln momentan so gut wie selten zuvor. Hinzu kommen Fördermittel von Bund und Land für Busnetz, Regionalstadtbahn und mehr. Die Stadt selbst sieht allein für den Radverkehr in den kommenden beiden Jahren 4,1 Millionen Euro vor, für das Stadtbusnetz 4,8 Millionen. »In den kommenden zehn Jahren wird die Stadt rund 100 Millionen Euro allein in das Busnetz investieren«, sagte Bosch beim Pressegespräch.

 
Die Bürgermeister-Macher
SebastianDie Bürgermeister-Macher

Wer sich als Erster aus der Deckung wagt – hat am Ende oft das Nachsehen. So ähnlich lauten Sprüche und Weisheiten, wenn es um Personalien geht. Und so köchelt die Gerüchteküche in Sachen Oberbürgermeisterwahl in Reutlingen noch auf kleiner Flamme. Die Gemeinderats-Fraktionen sind längst auf der Suche nach geeignetem Personal, halten sich aber zumeist noch bedeckt. Wobei nicht vergessen werden darf, dass Bewerber natürlich auch von sich aus initiativ werden können. Bekanntlich tritt Amtsinhaberin Barbara Bosch nicht mehr an, ihre Amtszeit endet am 2. April 2019. Im Februar 2019 bereits werden rund 90 000 Reutlinger zu den Wahlurnen gerufen. Sie sollen einen der attraktivsten Posten in Baden-Württemberg vergeben. Doch wer könnte das sein, wer traut sich?

 
Nichts tun ist grottenfalsch
SebastianNichts tun ist grottenfalsch

Soll man da lachen oder heulen? Oder könnte einem denn doch der Hut hochgehen, wenn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) per Video verbreiten lässt, dass er »die Diesel-Debatte als viel zu emotional« betrachtet? Der hat leicht reden, fährt sicherlich keinen älteren Diesel der Euro-Norm 4 oder 5. Insgesamt 1,3 Millionen Fahrzeuge bundesweit könnten von dem Verbot betroffen sein, verkündete die Nachrichtenagentur dpa. Nicht mitgerechnet wären dabei allerdings die Einpendler, die tagtäglich in die jeweiligen Städte reinfahren. So auch in Reutlingen. 

 
Und wer hat’s erfunden? Die Reutlinger
SebastianUnd wer hat’s erfunden? Die Reutlinger

Pfiffig, wegweisend, ausdrucksstark und pädagogisch wertvoll: Dieses Lob erhielten in den Medien Unbekannte, die vor dem Reutlinger Friedrich-List-Gymnasium ein Verkehrsschild aufstellten, das es laut Straßenverkehrsordnung überhaupt nicht geben darf: den Warnhinweis auf »Smombies«. 
Zu sehen sind die Umrisse eines Mannes und einer Frau, die gesenkten Hauptes auf ihre Handys starren – und dabei ruck-zuck überfahren werden könnten.

 
Aus war’s mit dem Ferienhaus
SebastianAus war’s mit dem Ferienhaus

Gauner, Betrüger und gut organisierte Berufskriminelle machen zehntausenden Menschen regelmäßig die schönste Zeit des Jahres kaputt, ihren Urlaub. Die Banden bieten im Internet Ferienwohnungen oder -Häuser an - und holen sich das Geld per Vorkasse. Gelockt wird mit »zwei Prozent Skonto«. Die Immobilien gibt es zwar, denn die Schurken haben sie vorher abfotografiert, aber deren Besitzer wissen von nichts. Das Geld ist futsch. Wenn jemand eine Reise tut kann er also leider auch sein blaues Wunder erleben.

 
Hier entsteht ein zugeschüttetes Loch
SebastianHier entsteht ein zugeschüttetes Loch

Autofahrer bewegen sich im Slalom durch Baustellen. Und sie müssen, für Auswärtige nicht sofort nachvollziehbare, Umwege fahren. Dabei wird es für Radfahrer leider oft auch bedenklich eng. Der Zielkonflikt ist programmiert - jedes Jahr aufs Neue. Zwischen Mai und Oktober wird feste gebuddelt, werden Strom,- Glasfaser und Wasserleitungen verlegt. Und am Ende kommt immerhin auch ein neuer Fahrbahnbelag drauf.

 
Geld aus Berlin für Reutlinger Busverkehr
SebastianGeld aus Berlin für Reutlinger Busverkehr

Mehr auf einmal geht nicht: Statt noch mehr giftigen Stickoxiden bekommt Reutlingen nun eine große Portion Sauerstoff, in Form einer Finanzspritze aus Berlin – für die Luftreinhaltung, für eine intelligente Mobilität – und für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). In der Achalmstadt sollen nicht nur 100 neue Bushaltestellen her, zehn neue Linien und 20 neue Busse. Auch sind bessere und neue Querverbindungen im RSV-Netz geplant - samt »Quartierbussen« in den Stadtbezirken.

 
Wer schürt hier welche Ängste?
SebastianWer schürt hier welche Ängste?

[1] Das war schon ein dicker Hund, den Pascal Kober vergangene Woche per »Pressemitteilung« vom Stapel gelassen hatte. Die Überschrift lautete: »Wohlfahrtsverband beklagt Ängste, die er selbst geschürt hat.« Damit reagierte der Reutlinger FDP-Bundestagsabgeordnete auf das Jahresgutachten des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und bemängelte, dass der Verband »trotz der guten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Deutschland jedes Jahr aufs Neue Alarm schlägt«.

 
Üben Lebensretter bald auf dem Trockenen?
SebastianÜben Lebensretter bald auf dem Trockenen?

Sommer und sengende Hitze: Die Freibäder und Badeseen sind voll. Doch die DLRG, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft schlägt Alarm: Bis Anfang August sind schon 300 Erholungssuchende ums Leben gekommen. 2017 ertranken im ganzen Jahr 404 Menschen. Und wie lässt sich das verhindern? Auch durch gut ausgebildete Rettungsschwimmer, die »Baywatch«-Leute zwischen Usedom und Bodensee, die zumeist in örtlichen Vereinen groß wurden.

 
OB Barbara Bosch kandidiert nicht mehr
SebastianOB Barbara Bosch kandidiert nicht mehr

Überrascht waren wohl alle, als Reutlingens Rathauschefin am vergangene Woche verkündete: Sie werde im kommenden Jahr keine dritte Amtszeit anstreben. Von Bestürzung im Gemeinderat wurde berichtet, dass die Stadträte schockiert waren, manche sogar sprachlos, wie im Reutlinger General-Anzeiger zu lesen war. Dennoch sei Beifall in der Gemeinderatssitzung aufgebrandet. »Wohl mehr als Respekt für Boschs Entscheidung zu werten, denn als Ausdruck der Zustimmung« zum Rücktritt, stand am Mittwoch vergangene Woche im GEA. Allerdings waren nicht alle Äußerungen von Respekt und Bedauern geprägt. Die CDU-Fraktion etwa ließ es sich nicht nehmen, der OB noch einmal kräftig gegen das Schienbein zu treten: »Die Entscheidung von Frau Bosch, nicht erneut zu kandidieren, ist gut für Reutlingen«, schrieb die CDU.

 
Das Schaufenster RT dekorieren
SebastianDas Schaufenster RT dekorieren

Die gute Nachricht zuerst: Mit 9 488 Umfrage-Teilnehmern, davon 2 206 von außerhalb der Stadt, haben die Reutlinger die Experten echt überrascht. Und bald jede/r Zehnte von ihnen war am 19. Juli in die Stadthalle gekommen, um zu erfahren, wie man »die Marke Reutlingen« am besten vermarkten könne. Diese Beteiligung sei bundesweit »absolut Champions League«, sagte der von der Stadt beauftragte Experte Peter Pirck von der Firma Markenberatung Brandmeyer aus Hamburg. 

 
Schleichendes Gift für die Demokratie
SebastianSchleichendes Gift für die Demokratie

[3] Im Moment wird oftmals der Verlust der eigentlich bei uns doch so hochgehaltenen Werte beklagt. Solidarität, Mitgefühl, Toleranz, Mitmenschlichkeit. In den eigenen vier Wänden gelten die Werte vielleicht noch. Aber vor der Haustür? Da ist kein Platz mehr dafür. So verhalten sich momentan US-Präsident Trump, Türkeis Erdogan, Ungarns Orban und noch einige andere Länder. Und mittendrin: Deutschland. Auch bei uns sind die Töne in den vergangenen Monaten schärfer, rauer, unmenschlicher geworden. 

 
Wo Träume Wirklichkeit wurden
SebastianWo Träume Wirklichkeit wurden

»Das selbstverwaltete Jugendzentrum ‚Kulturschock Zelle’ lebt und feiert sich selbst.« Das war vergangenen Samstag in den Reutlinger Nachrichten zu lesen und es stimmt beides: Die Aktiven in der Zelle haben sich von Anfang als genau das gesehen, was sie auch heute noch sind - anders. Weit weg von Spießigkeit oder »Kleinbürgerlichkeit«, wie auf ihrer Homepage heute noch zu lesen ist: »Zwischen Industrie, Kleinbürgerlichkeit und kommerzieller Pseudokultur erwachte vor 50 Jahren die Zelle.«

 
Hotel-Profis warnen vor dem neuen Turmbau
SebastianHotel-Profis warnen vor dem neuen Turmbau

[4] »Das gibt einen Verteilungskampf Kampf auf Biegen und Brechen!« Hans-Joachim Neveling, der Pionier und Grandseigneur der Hotellerie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um das nun beschlossene »Parkhotel« gegenüber der Reutlinger Stadthalle geht. 32 Stadträte stimmten für einen Erbbaurechtvertrags mit dem Pforzheimer Investor Wolfgang Scheidtweiler, vier votierten dagegen. 

 
Nur ein lästiger Kostenfaktor
SebastianNur ein lästiger Kostenfaktor

Simone Boley ist freiberufliche Hebamme. Jede Woche arbeitet sie mindestens 70 Stunden, werktags, samstags, sonn- und feiertags. Und mit ihrer Rufbe-reitschaft kommt sie sogar nachts. Wenn werdende Mütter Schmerzen haben, wenn sie nicht wissen, was sie tun sollen, wenn das Neugeborene brüllt, wenn die Narben der Mutter nicht abheilen. Simone Boley ist als Hausgeburtshebamme immer zur Stelle. Und sie ist eine von wenigen, die es noch gibt. Dabei ist für sie ihr Beruf gleichzeitig Berufung, nur: Ihre Tätigkeit frisst sie auch auf.

 
Wo selbst Pfadfinder resignieren
SebastianWo selbst Pfadfinder resignieren

Kommt ein Mann in den Landgasthof und verlangt vom Wirt Geld für eine Wagenwäsche. So könnte ein Witz beginnen, aber genau das soll dem Pächter des Hofguts Übersberg so passiert sein – nicht nur einmal. Denn auf den rund zwei Kilometern des eigentlich gesperrten Forstwegs vom Göllesberg durch den Wald schmutzt das Heilige Blechle bei Nässe ordentlich ein. Eine geteerte Piste zu dem beliebten Ausflugsziel gibt es derzeit nicht. Die 120 Jahre alte, acht Kilometer lange Übersberg-Steige, ausgehend vom Pfullinger Osten, wurde nach gefährlichen Hangrutschungen im September 2017 gesperrt. Auch Wanderer werden gewarnt: »Betreten verboten«.

 
2 Fotos
Und täglich grüßt der Stau
SebastianUnd täglich grüßt der Stau

[2] Und stopp. War ja zu erwarten. Alle Tage wieder das gleiche Spiel. Wer nach Reutlingen will, braucht Geduld.

 
Tempo 30: Fluch und Segen
SebastianTempo 30: Fluch und Segen

[2] Kaum ein Thema eignet sich so gut für emotionale Debatten wie die Frage nach einem Tempolimit. Die Rede ist dieses Mal nicht von des Autofahrers liebstem Kind, der Autobahn. Nein! Es geht um die Einführung von Tempo 30 in Innenstädten. Eningen und Pfullingen haben hier Zeichen gesetzt: Tempo 30 in Durchgangsstraßen. Auch in Metzingen ist das Tempolimit in der Ortsdurchfahrt ein Aufreger.

 
Hayinger Farbtupfer darf bleiben
SebastianHayinger Farbtupfer darf bleiben

[2] »Das ist mein Haus, meine Farbe, Punkt!« Georg Bayer aus Hayingen wollte das »bis zum letzten Gericht durchziehen«, sein schmuckes Anwesen nicht wieder überpinseln, nur um damit den Amtsschimmel mit noch mehr Hafer zu füttern. Im Herbst 2016 hatte der 57-Jährige die Fassade seines Wohn- und Geschäftshauses rot, gelb und orange bemalt.  Doch wo komme man denn hin, wenn Hayingen auch außerhalb der Fasnetszeit Farbe zeigt?, dachte sich der damals frischgebackene Bürgermeister.

 
Bahn frei für die Neubauten
SebastianBahn frei für die Neubauten

[1] Ist das nicht schön? »Die Geburtenrate steigt auf den höchsten Stand seit 33 Jahren.« Diese Meldung stammt allerdings aus dem Jahr 2016, bestätigte je-doch einen Trend, der fünf Jahre zuvor schon eingesetzt hatte. 2011 hatte sich nämlich zum ersten Mal in Deutschland der Trend gedreht und Frauen bekamen wieder mehr Kinder, anstatt jedes Jahr weniger.