SebastianWer schürt hier welche Ängste?
Wer schürt hier welche Ängste?

Das war schon ein dicker Hund, den Pascal Kober vergangene Woche per »Pressemitteilung« vom Stapel gelassen hatte. Die Überschrift lautete: »Wohlfahrtsverband beklagt Ängste, die er selbst geschürt hat.« Damit reagierte der Reutlinger FDP-Bundestagsabgeordnete auf das Jahresgutachten des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und bemängelte, dass der Verband »trotz der guten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Deutschland jedes Jahr aufs Neue Alarm schlägt«.

 
Üben Lebensretter bald auf dem Trockenen?
SebastianÜben Lebensretter bald auf dem Trockenen?

Sommer und sengende Hitze: Die Freibäder und Badeseen sind voll. Doch die DLRG, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft schlägt Alarm: Bis Anfang August sind schon 300 Erholungssuchende ums Leben gekommen. 2017 ertranken im ganzen Jahr 404 Menschen. Und wie lässt sich das verhindern? Auch durch gut ausgebildete Rettungsschwimmer, die »Baywatch«-Leute zwischen Usedom und Bodensee, die zumeist in örtlichen Vereinen groß wurden.

 
OB Barbara Bosch kandidiert nicht mehr
SebastianOB Barbara Bosch kandidiert nicht mehr

Überrascht waren wohl alle, als Reutlingens Rathauschefin am vergangene Woche verkündete: Sie werde im kommenden Jahr keine dritte Amtszeit anstreben. Von Bestürzung im Gemeinderat wurde berichtet, dass die Stadträte schockiert waren, manche sogar sprachlos, wie im Reutlinger General-Anzeiger zu lesen war. Dennoch sei Beifall in der Gemeinderatssitzung aufgebrandet. »Wohl mehr als Respekt für Boschs Entscheidung zu werten, denn als Ausdruck der Zustimmung« zum Rücktritt, stand am Mittwoch vergangene Woche im GEA. Allerdings waren nicht alle Äußerungen von Respekt und Bedauern geprägt. Die CDU-Fraktion etwa ließ es sich nicht nehmen, der OB noch einmal kräftig gegen das Schienbein zu treten: »Die Entscheidung von Frau Bosch, nicht erneut zu kandidieren, ist gut für Reutlingen«, schrieb die CDU.

 
Das Schaufenster RT dekorieren
SebastianDas Schaufenster RT dekorieren

Die gute Nachricht zuerst: Mit 9 488 Umfrage-Teilnehmern, davon 2 206 von außerhalb der Stadt, haben die Reutlinger die Experten echt überrascht. Und bald jede/r Zehnte von ihnen war am 19. Juli in die Stadthalle gekommen, um zu erfahren, wie man »die Marke Reutlingen« am besten vermarkten könne. Diese Beteiligung sei bundesweit »absolut Champions League«, sagte der von der Stadt beauftragte Experte Peter Pirck von der Firma Markenberatung Brandmeyer aus Hamburg. 

 
Schleichendes Gift für die Demokratie
SebastianSchleichendes Gift für die Demokratie

[3] Im Moment wird oftmals der Verlust der eigentlich bei uns doch so hochgehaltenen Werte beklagt. Solidarität, Mitgefühl, Toleranz, Mitmenschlichkeit. In den eigenen vier Wänden gelten die Werte vielleicht noch. Aber vor der Haustür? Da ist kein Platz mehr dafür. So verhalten sich momentan US-Präsident Trump, Türkeis Erdogan, Ungarns Orban und noch einige andere Länder. Und mittendrin: Deutschland. Auch bei uns sind die Töne in den vergangenen Monaten schärfer, rauer, unmenschlicher geworden. 

 
Wo Träume Wirklichkeit wurden
SebastianWo Träume Wirklichkeit wurden

»Das selbstverwaltete Jugendzentrum ‚Kulturschock Zelle’ lebt und feiert sich selbst.« Das war vergangenen Samstag in den Reutlinger Nachrichten zu lesen und es stimmt beides: Die Aktiven in der Zelle haben sich von Anfang als genau das gesehen, was sie auch heute noch sind - anders. Weit weg von Spießigkeit oder »Kleinbürgerlichkeit«, wie auf ihrer Homepage heute noch zu lesen ist: »Zwischen Industrie, Kleinbürgerlichkeit und kommerzieller Pseudokultur erwachte vor 50 Jahren die Zelle.«

 
Hotel-Profis warnen vor dem neuen Turmbau
SebastianHotel-Profis warnen vor dem neuen Turmbau

[4] »Das gibt einen Verteilungskampf Kampf auf Biegen und Brechen!« Hans-Joachim Neveling, der Pionier und Grandseigneur der Hotellerie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um das nun beschlossene »Parkhotel« gegenüber der Reutlinger Stadthalle geht. 32 Stadträte stimmten für einen Erbbaurechtvertrags mit dem Pforzheimer Investor Wolfgang Scheidtweiler, vier votierten dagegen. 

 
Nur ein lästiger Kostenfaktor
SebastianNur ein lästiger Kostenfaktor

Simone Boley ist freiberufliche Hebamme. Jede Woche arbeitet sie mindestens 70 Stunden, werktags, samstags, sonn- und feiertags. Und mit ihrer Rufbe-reitschaft kommt sie sogar nachts. Wenn werdende Mütter Schmerzen haben, wenn sie nicht wissen, was sie tun sollen, wenn das Neugeborene brüllt, wenn die Narben der Mutter nicht abheilen. Simone Boley ist als Hausgeburtshebamme immer zur Stelle. Und sie ist eine von wenigen, die es noch gibt. Dabei ist für sie ihr Beruf gleichzeitig Berufung, nur: Ihre Tätigkeit frisst sie auch auf.

 
Wo selbst Pfadfinder resignieren
SebastianWo selbst Pfadfinder resignieren

Kommt ein Mann in den Landgasthof und verlangt vom Wirt Geld für eine Wagenwäsche. So könnte ein Witz beginnen, aber genau das soll dem Pächter des Hofguts Übersberg so passiert sein – nicht nur einmal. Denn auf den rund zwei Kilometern des eigentlich gesperrten Forstwegs vom Göllesberg durch den Wald schmutzt das Heilige Blechle bei Nässe ordentlich ein. Eine geteerte Piste zu dem beliebten Ausflugsziel gibt es derzeit nicht. Die 120 Jahre alte, acht Kilometer lange Übersberg-Steige, ausgehend vom Pfullinger Osten, wurde nach gefährlichen Hangrutschungen im September 2017 gesperrt. Auch Wanderer werden gewarnt: »Betreten verboten«.

 
2 Fotos
Und täglich grüßt der Stau
SebastianUnd täglich grüßt der Stau

[2] Und stopp. War ja zu erwarten. Alle Tage wieder das gleiche Spiel. Wer nach Reutlingen will, braucht Geduld.

 
Tempo 30: Fluch und Segen
SebastianTempo 30: Fluch und Segen

[2] Kaum ein Thema eignet sich so gut für emotionale Debatten wie die Frage nach einem Tempolimit. Die Rede ist dieses Mal nicht von des Autofahrers liebstem Kind, der Autobahn. Nein! Es geht um die Einführung von Tempo 30 in Innenstädten. Eningen und Pfullingen haben hier Zeichen gesetzt: Tempo 30 in Durchgangsstraßen. Auch in Metzingen ist das Tempolimit in der Ortsdurchfahrt ein Aufreger.

 
Hayinger Farbtupfer darf bleiben
SebastianHayinger Farbtupfer darf bleiben

[2] »Das ist mein Haus, meine Farbe, Punkt!« Georg Bayer aus Hayingen wollte das »bis zum letzten Gericht durchziehen«, sein schmuckes Anwesen nicht wieder überpinseln, nur um damit den Amtsschimmel mit noch mehr Hafer zu füttern. Im Herbst 2016 hatte der 57-Jährige die Fassade seines Wohn- und Geschäftshauses rot, gelb und orange bemalt.  Doch wo komme man denn hin, wenn Hayingen auch außerhalb der Fasnetszeit Farbe zeigt?, dachte sich der damals frischgebackene Bürgermeister.

 
Bahn frei für die Neubauten
SebastianBahn frei für die Neubauten

[1] Ist das nicht schön? »Die Geburtenrate steigt auf den höchsten Stand seit 33 Jahren.« Diese Meldung stammt allerdings aus dem Jahr 2016, bestätigte je-doch einen Trend, der fünf Jahre zuvor schon eingesetzt hatte. 2011 hatte sich nämlich zum ersten Mal in Deutschland der Trend gedreht und Frauen bekamen wieder mehr Kinder, anstatt jedes Jahr weniger.

 
Ein Gefühl der Unsicherheit
SebastianEin Gefühl der Unsicherheit

[1] Reutlingen ist eine der sichersten Städte in ganz Deutschland. Die Kriminalitätsstatistik 2017 zeigt das auf und beweise, dass die Achalmstadt damit »deutlich unter dem Landesdurchschnitt« liege, wie Polizeipräsident Prof. Alexander Pick vor kurzem bei einer Veranstaltung zum Thema Sicherheit betonte.

 
Sondergelände »Wappentier Reutlingen?«
SebastianSondergelände »Wappentier Reutlingen?«

Es waren einmal vier Lamas auf einer wunderbar grünen Wiese. Die Tiere standen da vor sich hin, grasten, spuckten nicht mal, erfreuten zahlreiche Kinder und ihre Eltern, die dort spazierengingen. Weil aber auf dieser herrlich grünen Wiese auch eine Tanne stand, die sich auf das Grundstück der Nachbarin neigte, ersann sich die Frau eine kleine Gemeinheit.

 
Einfach noch mal in sich gehen
SebastianEinfach noch mal in sich gehen

[2] Es kommt einem fast so vor, als stünden sich zwei Stiere in einer Arena gegenüber. Wutschnaubend, mit den Hufen scharrend, verärgert über die Anwesenheit des Anderen. Die beiden Stiere - beziehungsweise das selbstverwaltete Jugendzentrum »Kulturschock Zelle« und die Reutlinger Stadtverwaltung – scheinen sich dabei vom ersten Tag an unversöhnlich gegenüberzustehen. Vor ein paar Jahren ging das sogar bis vor den Verwaltungsgerichtshof in Mannheim.

 
Der Plan wirkt
TüpischDer Plan wirkt

[1] Was den Reutlingern die Pförtnerampeln, sind den Tübingern die Langzeit-Baustellen: Sie verursachen Stau. 

 
Es fehlt an Respekt
SebastianEs fehlt an Respekt

[1] »Ich war sehr verärgert«, sagt Bettina Noack über die Äußerung des CDU-Politikers Jens Spahn. Der hatte vor kurzem behauptet, wer Hartz IV beziehe, sei nicht arm. Ein regelrechter Shitstorm prasselte daraufhin auf den Bundestagsabgeordneten ein, Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm nannte den Nachwuchspolitiker »eiskalt, herzlos und ohne Empathie«. Eine Hartz-IV-Bezieherin forderte Spahn auf, er solle doch mal einen Monat von dem Regelsatz leben. 

 
Die Sonne dreimal dadurch scheint
SebastianDie Sonne dreimal dadurch scheint

Wird die Laugenbrezel bald aussterben? Zu teuer und zu aufwändig sei sie in der Herstellung, lässt sich neuerdings vernehmen.

 
Behördlich verordnetes Verkehrs-Chaos
SebastianSebastian: Behördlich verordnetes Verkehrs-Chaos

[6] Tatort Reutlingen, Samstag, 15. 45 Uhr - mit Sicherheit keine Stoßzeit. Der Verkehr staut sich auf den 1,9 Kilometern zwischen der Ortseinfahrt am Hohbuchknoten – bis hin zur AOK. Vor der Panikreaktion der Behörden – »bitte keine Fahrverbote für Diesel-Autos« – bewältigten wir diese Strecke in zwei Minuten – nun brauchen wir mindestens eine Viertelstunde. 

 
So schön und so verlogen
Sebastian"So schön und so verlogen"

[4] »Ehe und Familie sind die Keimzelle des menschlichen Zusammenhalts«, sagte Asylpfarrerin Ines Fischer vergangene Woche in der Reutlinger Marienkirche. »Der Zusammenhalt in den Familien ist die wichtigste Grundlage einer menschlichen und zukunftsfähigen Gesellschaft«, zitierte Fischer weiter aus dem Grundsatzprogramm der CSU vom September 2007. »Der Familiennachzug bleibt ausgesetzt«, ruft daraufhin ein Chor von Mitarbeitern der Flüchtlingsarbeit und Pfarrern, die das »Politische Nachtgebet« am Dienstagabend vorbereitet hatten – diese Form des Protests soll künftig wieder ihren festen Platz in Reutlingen finden. »Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft«, liest Fischer weiter vor. »Familie ist der Ort, an dem Partnerschaft und Solidarität gelebt wir«, heißt es im CDU-Grundsatzprogramm. »Der Familiennachzug bleibt ausgesetzt«, erwidert der Chor mehrfach, immer lauter, eindringlicher. »Eine erfolgreiche Kinder- und Familienpolitik gehört zu den Schlüsselfragen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes«, ruft Fischer verzweifelt. So steht es im SPD-Programm geschrieben. »So schön und so verlogen«, zieht Jörg Mutschler in seiner Ansprache ein eindeutig negatives Fazit der politischen Verweigerungshaltung der Regierung gegenüber dem Familiennachzug von Kriegsflüchtlingen. »Kinder- und Familienschutz sind wohlfeile Lippenbekenntnisse der Regierungsparteien, Muster ohne Wert«, so der Pfarrer im Ruhestand.