SebastianGewalt muss raus aus der Privatsphäre
Gewalt muss raus aus der Privatsphäre

Zuschlagen. Draufhauen. Aggressionen rauslassen. Die Frau, die ja zumeist die Schwächere ist, gnadenlos vermöbeln. Und das womöglich noch vor den ei-genen Kindern. In viel zu vielen Haushalten ist das gang und gäbe. Weil die Täter, die ja zumeist Männer sind, Konflikte nicht anders lösen können als durch Gewalt. Dabei dürfte auch ihnen bewusst sein, dass draufhauen nie eine Lösung ist. »Viele Frauen erdulden das über lange Zeiträume hinweg, manche sogar bis zu 20 oder 30 Jahre«, sagt Florence Wetzel vom Diakonieverband von einer der beiden Erstberatungsstellen für häusliche Gewalt im Landkreis. Das Paar war doch mal ineinander verliebt, ist doch aus Liebe zusammengezogen, hat aus Liebe Kinder bekommen. Die Hoffnung stirbt vor allem bei den Frauen offensichtlich zuletzt, dass diese Liebe doch stärker sein möge als die Gewalt.

 
ABBA, der City Garden und das Chaos
SebastianABBA, der City Garden und das Chaos

Was da derzeit unter dem Reutlinger Georgenberg geschieht, ist in vielerlei Hinsicht beispielhaft – auch in schlechter. Es geht um das Areal der früheren Gärtnerei Bihler zwischen der Peter-Rossegger- und der Hans-Reyhing-Sraße. Nette gewachsene Gegend, vielleicht sogar etwas feiner. Bessere Hälfte vom Ringelbach-Kiez. Recht ruhig jedenfalls. Als sich noch nicht abzeichnete, dass vor allem erschwinglicher, billiger Wohnraum dringend nottut, hat die Stadt Reutlingen einen privaten Investor gefunden, der auf dem doch recht innerstädtischen Gelände attraktive Wohnungen erstellen will, und zwar ziemlich viele.

 
Baustelle Kanzleistraße macht Juwelier mürbe
SebastianBaustelle Kanzleistraße macht Juwelier mürbe

[1] Innenstädte brauchen auch eine ansprechende Bodenmöblierung. Das Auge kauft mit, ebenso die Füße, die in manchen Städten über Holperpisten von Geschäft zu Geschäft stolpern. Reutlingen hat da in der Wilhelmstraße schon gehandelt – schön ist der Belag geworden. Und die Neugestaltung des Weibermarkts wird ebenso gelobt.
Nur auf dem nur 80 Meter langen Abschnitt auf der Kanzleistraße – zwischen Rathauseck und Oberamteistraße – haklte es gewaltig, vor allem zeitlich. Den Geschäftsleuten dort sind die Gründe für die Verzögerungen im Sommer 2017 sehr wohl mitgeteilt worden. Doch schon seit 2015 haben sie es mit Baggern und Presslufthämmern zu tun.

 
 Jahrhundertwerk eröffnet
Sebastian Jahrhundertwerk eröffnet

Von der neuen Röhre ins Nadelöhr Unterhausen: 20 Ampeln weniger und drei Kilometer – statt fünf durch die Stadt – bis in den Reutlinger Nordosten: »Reutlingen atmet auf« titelten Medien zur Eröffnung des Scheibengipgfeltunnels. Was zu beweisen sein wird. Die von Feinstaub und anderem Verkehrsdreck geplagten Achalmstädter haben nun ihre vor 50 Jahren schon ins Auge gefasste – und in acht Jahren für 135 Millionen Euro gebaute Röhre.

 
Wenn der Wolf wieder aus dem Wald heult
SebastianWenn der Wolf wieder aus dem Wald heult

[3] Noch ist weder ein Einzelner gesichtet worden, geschweige denn ein ganzes Rudel, dennoch beschäftigt der Wolf bereits jetzt die Schäfer.

 
Kritik und Lob für Tonne-Neubaukosten
SebastianKritik und Lob für Tonne-Neubaukosten

Die international und überaus praxisnah ausgerichtete Hochschule Reutlingen schneidet in den Rankings, also den diversen Experten-Hitparaden, nicht nur bundesweit überaus gut ab, sondern landet oft unter den ersten fünf Forschungseinrichtungen in Deutschland – und in Europa.

 
Mit etwas mehr Gelassenheit
SebastianMit etwas mehr Gelassenheit

[3] »Vielfalt verbindet« – so hieß das Motto der 27. Interkulturellen Woche in Reutlingen. Mit einer unglaublichen Vielfalt an unterschiedlichen Veranstaltungen wartete diese Woche auf, vom Internationalen Brunch über Tänze, Varieté, zahlreiche Vorträge und noch viel, viel mehr. Eine riesige Vielfalt an Aktionen, Aktivitäten und Informationen war geboten, die allesamt aber eines voraussetzten: Offenheit. Offenheit gegenüber dem Thema der Zuwanderung. Und auch Offenheit gegenüber Geflüchteten. Gegenüber uns fremden Menschen.

 
Auf dem Weg zu Tante Erika
SebastianAuf dem Weg zu Tante Erika

Es stinkt den Einwohnern im Storlach. Und zwar gewaltig. Seit 15 Jahren seien die Anwohner mit der Stadt im Gespräch, die letzte Verkehrszählung gehe auf das Jahr 2003 zurück. Seitdem habe die Zahl der Fahrzeuge massiv zugenommen, aus unterschiedlichen Gründen, wie Ute Steiner-Munz als Anwohnerin in ihrer Präsentation vor kurzem bei einem Treffen der Storlach-Bewohner in der katholischen Kirche St. Peter und Paul vor mehr als 100 Interessierten aufführte: 

 
Mit einem Achter auf den Platz der Republik
HermesMit einem Achter auf den Platz der Republik

Punkt 18 Uhr schneite der bisherige Militärpfarrer im afrikanischen Mali, Pascal Kober (46) in die Wahlparty seiner FDP in Reutlingen herein. Ein kurzes Händeschütteln, ein Blick auf den Fernseher – über zehn Prozent, passt schon: Überschwänglich war das Jubeln des Liberalen nicht, denn auf Platz vier der Landesliste gerückt, wusste Kober schon vorher, dass er bald wieder sein Abgeordnetenbüro in Berlin einrichten würde. Kober war 2013 nach dem FDP-Wahldebakel aus dem Parlament geflogen, ging für vier Jahre zurück in seinen Beruf als Geistlicher. Acht Volksvertreter aus den Wahlkreisen Tübingen und Reutlingen bekommen nun Sitzplätze im Reichstagsgebäude.

 
Wählen gehen heißt dabei sein
SebastianWählen gehen heißt dabei sein

Fallen wir doch einfach gleich mit der Tür ins Haus: Gehen Sie am kommenden Sonntag wählen - in Ammerbuch, in Tübingen, in Bodelshausen, in Metzingen, in Münsingen, in Reutlingen oder in Zwiefalten.

 
Nur der Mammon zählt
SebastianNur der Mammon zählt

Am vergangenen Samstag hat Verdi zusammen mit Klinikmitarbeitern vor der Reutlinger Stadthalle demonstriert. Der Anlass: Kanzlerin Angela Merkel weilte für kurze Zeit in der Achalmstadt, um dem Landesparteitag der CDU beizuwohnen. Ob die Bundeskanzlerin die Demonstrierenden überhaupt wahrnahm, darf bezweifelt werden. Dabei geht es um ein Thema, das uns, früher oder später, alle angeht: Die katastrophale Personalsituation in den Kliniken in Reutlingen, Tübingen, in der Zollern-Alb-Region und in ganz Deutschland.

 
Es grüßt vom Lampenmast der Kandidat
SebastianEs grüßt vom Lampenmast der Kandidat

Es begab sich in den frühen Zehnerjahren des neuen Jahrtausends: Der hünenhaft große Vater spazierte mit seinem Töchterlein auf einem Gehweg im Südwesten Reutlingens. Als es von oben tröpfelte, ein Regen war im Anmarsch, blickte der Mann gen Himmel und touchierte mit seiner Schläfe das recht niedrige gehängte Wahlplakat der Partei »XYZ«. Wieder daheim erzählte Papa schmunzelnd, dass ihm heute eine Partei doch buchstäblich »auf den Leib gerückt« sei.

 
»Der Diesel ist gut«
Sebastian"Der Diesel ist gut"

[1] Seit Wochen ist der Dieselskandal, sprich die Manipulation der Abgaswerte an Dieselfahrzeugen, Gesprächsthema Nummer 1 im Autoland Deutschland. Ist das Elektroauto das Allheilmittel gegen Fahrverbote? Und wie reagiert einer der wichtigsten Zulieferbetriebe der Autoindustrie, die Elring-Klinger AG auf diese Veränderungen?

 
Von wegen »Hopfen und Malz verloren«
SebastianVon wegen »Hopfen und Malz verloren«

In Reutlingen gibt es eine Einrichtung, die sich um junge Leute bemüht, bei denen schon viel im Leben schief gelaufen ist. »Rimo« heißt das »Reutlinger Individualmodell«, ein Projekt der Beruflichen Bildung GmbH (BBQ) und des Jobcenters im Landkreis Reutlingen. Viele der jungen Leute zwischen 16 und 25 Jahren können nicht richtig lesen und schreiben, und sie schaffen es auch nicht alleine, ihren Tagesablauf zu strukturieren.

 
Bezahlbarer Wohnraum dringend gesucht
SebastianBezahlbarer Wohnraum dringend gesucht

Häuser und ganze Wohngebiete werden saniert und die Mieten anschließend nahezu verdoppelt. Das passiert nicht nur in den hippen Großstädten, sondern auch andernorts. In Mannheim etwa. Dort können sich Menschen, die zuvor in den sanierten Häusern lebten die neuen Mieten nicht mehr leisten, sie werden aus der Stadt verdrängt. Weil günstiger Wohnraum angesichts der großen Nachfrage ja eh kaum mehr zu haben ist. Was sich wie ein Horrorszenario anhört, ist zum Beispiel im Mannheimer Stadtteil Jungbusch Realität - dort haben Aktivisten sogar ein Haus besetzt. Um ein Zeichen zu setzen. Um für bezahlbaren Wohnraum zu demonstrieren. In Reutlingen gibt es solche Szenarien (noch) nicht. 

 
Verkehrsberuhigte Ankunft im 21. Jahrhundert
SebastianVerkehrsberuhigte Ankunft im 21. Jahrhundert

»Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.« Mit diesen Worten beginnt jeder Asterix-Band. Länger als ein gefühltes Vierteljahrhundert lang sträubte sich die übergroße Mehrheit Pfullinger Volksvertreter hartnäckig, oft auf bornierte und populistisch garnierte Weise - aber erfolgreich - gegen die »Invasion« von Tempo 30 in Wohngebieten. Das aber soll nun endlich doch kommen.

 
Scheibengipfel: Pilgerstrom aus Nord und Süd
SebastianScheibengipfel: Pilgerstrom aus Nord und Süd

Selten hat es Menschen mit solcher Freude in eine dunkle Röhre gezogen, wie am Sonntag in den Scheibengipfeltunnel. Dies lag natürlich an der letzten Gelegenheit das Mammutbauwerk zu besichtigen, das letztlich 135 Millionen Euro verschlungen haben wird, wenn es am 27. Oktober dem Verkehr übergeben wird, aber auch an den brütend heißen Temperaturen vor denen das Tunnelinnere Abkühlung versprach.

 
Reform der Reform für mehr Sicherheit
SebastianReform der Reform für mehr Sicherheit

Diese Geschichte machte die Runde – von Australien bis zum Nordkapp: Weil der Funkkontakt zu einer koreanischen Boeing 777 mit über 200 Menschen an Bord abgebrochen war, stiegen Mitte Juli zwei Abfangjäger der Bundeswehr auf, durchbrachen effektvoll die Schallmauer – und geleiteten den Jet zum Stuttgarter Flughafen. Und vom wem hat’s die Welt erfahren? Von der Polizei in Reutlingen. Der Filder-Airport gehört zum Landkreis Esslingen; und selbiger zum Polizeipräsidium in der Achalmstadt.

 
Sind 7,5 Jahre Haft eine gerechte Strafe?
SebastianSind 7,5 Jahre haft eine gerechte Strafe

[1] Was ist schon gerecht? Diese Frage könnte man sich durchaus stellen, wenn man Prozesse vor Gericht verfolgt. Ist es gerecht, wenn jemand wegen Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt wird? Der ermordete Mensch wird dadurch auch nicht wieder lebendig, könnte man sagen. Und dennoch braucht ein Staat, zumal eine Demokratie, eine funktionierende Rechtsordnung, die einschreitet und sanktioniert, wenn Menschen gegen gültiges Recht verstoßen. So wie im Fall des 46jährigen Mannes aus Trochtelfingen, der im vergangenen Dezember einer Frau Unsägliches zugefügt hatte.

 
Ein Ministerium übt das Aussitzen
SebastianEin Ministerium übt das Aussitzen

[1] Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch ist der Geduldsfaden gerissen: Vor genau zwei Jahren schon hatte sie nach einer Dreiviertel-Mehrheitsentscheidung im Gemeinderat einen Antrag auf Stadtkreisgründung beim Land gestellt. Was landläufig auch als »Auskreisung« bezeichnet wird. Dabei ging es aber zunächst nur darum, diesen Prozess ganz formal überhaupt erst einmal anzustoßen, ihn auf den Weg zu bringen. Doch bis heute fährt das Land eine Hinhaltetaktik, die Bosch und ihre Mitarbeiter zurecht empört.

 
Ende einer tragischen Beziehung
SebastianEnde einer tragischen Beziehung

[1] Schrecklich, wenn eine Beziehung so enden muss: Am 24. Dezember vergangenen Jahres hatte eine 38jährige Reutlingerin ihrem Mann ein 30 Zentimeter langes Messer in den Bauch gerammt. Er überlebte dank einer Notoperation und saß vergangene Woche bei der Urteilsverkündung als Nebenkläger im Landgericht in Tübingen.