SebastianEs fehlt an Respekt
Es fehlt an Respekt

»Ich war sehr verärgert«, sagt Bettina Noack über die Äußerung des CDU-Politikers Jens Spahn. Der hatte vor kurzem behauptet, wer Hartz IV beziehe, sei nicht arm. Ein regelrechter Shitstorm prasselte daraufhin auf den Bundestagsabgeordneten ein, Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm nannte den Nachwuchspolitiker »eiskalt, herzlos und ohne Empathie«. Eine Hartz-IV-Bezieherin forderte Spahn auf, er solle doch mal einen Monat von dem Regelsatz leben. 

 
Die Sonne dreimal dadurch scheint
SebastianDie Sonne dreimal dadurch scheint

Wird die Laugenbrezel bald aussterben? Zu teuer und zu aufwändig sei sie in der Herstellung, lässt sich neuerdings vernehmen.

 
Behördlich verordnetes Verkehrs-Chaos
SebastianSebastian: Behördlich verordnetes Verkehrs-Chaos

[5] Tatort Reutlingen, Samstag, 15. 45 Uhr - mit Sicherheit keine Stoßzeit. Der Verkehr staut sich auf den 1,9 Kilometern zwischen der Ortseinfahrt am Hohbuchknoten – bis hin zur AOK. Vor der Panikreaktion der Behörden – »bitte keine Fahrverbote für Diesel-Autos« – bewältigten wir diese Strecke in zwei Minuten – nun brauchen wir mindestens eine Viertelstunde. 

 
So schön und so verlogen
Sebastian"So schön und so verlogen"

[4] »Ehe und Familie sind die Keimzelle des menschlichen Zusammenhalts«, sagte Asylpfarrerin Ines Fischer vergangene Woche in der Reutlinger Marienkirche. »Der Zusammenhalt in den Familien ist die wichtigste Grundlage einer menschlichen und zukunftsfähigen Gesellschaft«, zitierte Fischer weiter aus dem Grundsatzprogramm der CSU vom September 2007. »Der Familiennachzug bleibt ausgesetzt«, ruft daraufhin ein Chor von Mitarbeitern der Flüchtlingsarbeit und Pfarrern, die das »Politische Nachtgebet« am Dienstagabend vorbereitet hatten – diese Form des Protests soll künftig wieder ihren festen Platz in Reutlingen finden. »Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft«, liest Fischer weiter vor. »Familie ist der Ort, an dem Partnerschaft und Solidarität gelebt wir«, heißt es im CDU-Grundsatzprogramm. »Der Familiennachzug bleibt ausgesetzt«, erwidert der Chor mehrfach, immer lauter, eindringlicher. »Eine erfolgreiche Kinder- und Familienpolitik gehört zu den Schlüsselfragen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes«, ruft Fischer verzweifelt. So steht es im SPD-Programm geschrieben. »So schön und so verlogen«, zieht Jörg Mutschler in seiner Ansprache ein eindeutig negatives Fazit der politischen Verweigerungshaltung der Regierung gegenüber dem Familiennachzug von Kriegsflüchtlingen. »Kinder- und Familienschutz sind wohlfeile Lippenbekenntnisse der Regierungsparteien, Muster ohne Wert«, so der Pfarrer im Ruhestand.

 
Heute schon gut getafelt?
SebastianSebastian: Heute schon gut getafelt?

Die Meldungen über die Zustände der Tafel in Essen schlugen hohe Wellen. Die Betreiber nahmen seit Mitte Januar keine Ausländer mehr als »Neukunden« an. Sie begründeten den Schritt damit, dass sich ältere Menschen und alleinerziehende Mütter von den vielen fremdsprachigen jungen Männern, zumeist aus Nordafrika, abgeschreckt und bedrängt fühlen.

 
Von Rekord zu Rekord mit geschönten Zahlen
SebastianVon Rekord zu Rekord mit geschönten Zahlen

Monat für Monat präsentiert uns die Arbeitsagentur neue Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt. Da macht auch die Arbeitsagentur in Reutlingen keine Ausnahme: »Im Februar waren 8 787 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 98 Menschen weniger als noch im Januar. Und sage und schreibe 1 050 Arbeitslose weniger als ein Jahr zuvor«, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Schon seit langem werfen Kritiker ein, dass die Zahlen geschönt seien, also nicht den wirklichen Stand der Arbeitslosigkeit wiedergeben.  

 
Nichts als heiße Luft
SebastianNichts als heiße Luft

[1] Kostenlos Busfahren? In Reutlingen? Super Idee, doch leider vorerst nicht machbar. Nach der ersten Euphorie darüber, dass von der Bundesregierung solch ein Vorschlag kam und unter fünf Modellkom-munen ausgerechnet auch Reutlingen sein soll, haben sich die Gemeinderatsfraktionen – um es mal vornehm auszudrücken – zurückhaltend begeistert gezeigt. Und Recht hatten Sie. Denn man braucht kein Prophet sein, um zu wissen, dass solch ein Vorhaben auch eine Menge Geld kostet. Geld, was die Gemeinden und Kommunen schlichtweg nicht haben. Und so verwundert es kaum, dass just zu Wochenbeginn alle fünf »Teststädte« Unisonso »Nein« dazu sagten. 

 
Säbelrasseln und wuchtige Polemik
Sebastian Säbelrasseln und wuchtige Polemik

Die Entscheidung naht, das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Und die Kontrahenten scharren deshalb lautstark und heftig mit den Hufen. Soll Reutlingen, wie längst alle Großstädte im Land, auch endlich Stadtkreis werden? Das will Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und das will eine Dreiviertel-Mehrheit des Gemeinderats. Landrat Thomas Reumann kämpft dagegen, er warnt vor »unwirtschaftlichen Doppelstrukturen«. Das organisatorische Gefüge solle so belassen werden, denn es habe sich in mittlerweile 44 Jahren nachweislich bewährt. Der Landkreischef schaltete hierzu sogar eine Anzeige in der regionalen Presse.

 
Medizinische Hilfe in Nepal
SebastianMedizinische Hilfe in Nepal

Warum nimmt jemand wie Dr. Rainer Claußnitzer zusammen mit seiner Frau Anne immer wieder die Strapazen auf sich, Tausende Höhenmeter in dünner Luft aufwärts zu steigen, um in entlegenen Tälern in Nepal Menschen zu helfen? Ihnen die Grundlagen von Hygiene und Erster Hilfe beizubringen? Um vielleicht auch mal selbst zu operieren? »Als wir in der nepalesischen Hauptstadt Katmandu in ein 60 Jahre altes, kleines Flugzeug gestiegen sind und mittenrein in ein Gewitter flogen, da fragte ich mich schon, was wir hier überhaupt machen«, erinnert sich Anne Claußnitzer, die aus einer Künstler- und Musikerfamilie stammt, in der ehemaligen DDR aber leitende OP-Schwester wurde. 

 
Tatort Lederstraße-Ost
SebastianTatort Lederstraße-Ost

[1] »Reutlingen hat sich in der Bundesliga den vierten Tabellenplatz erkämpft«. Das hört sich gut an, hat aber leider nichts mit den SSV-Kickern zu tun. Vielmehr geht es um das giftige Stickstoffdioxid in der Luft, das in der »Lederstraße-Ost« tagtäglich aufs Mikrogramm genau registriert wird. Die Champions-League Plätze nehmen München und Stuttgart ein. Der bislang schmutzigste Schadstoff-Produzent am Stuttgarter Neckartor gab die Führung in Sachen Stickstoffdioxidbelastung an die Landshuter Allee in München ab.  Aufatmen indes kann man wegen einer neuen Teilentwarnung kaum.

 
Ach, die Neujahrsempfänge
SebastianAch, die Neujahrsempfänge

So. Haben wir es doch wieder mal geschafft - die Neujahrsempfänge sind allesamt fast vorbei. Die CDU fehlt noch, die lädt am kommenden Sonntag noch ein. Nur die SPD hat sich dem Ganzen entzogen und im vergangenen Jahr einen Jahresempfang angeboten. Ende April. Ansonsten hatten sich im gerade beendeten Januar alle möglichen wichtigen Gruppierungen zum Beginn des Jahres schon die Ehre gegeben - und nahezu immer die gleichen Honoratioren empfangen. Dazu zählen Jahr für Jahr Bundes- und Landtagsabgeordnete, Stadträte, Kreistagsmitglieder und sonstige immens wichtige Menschen aus der Reutlinger Gesellschaft - und eigentlich sind es eh immer die gleichen, die man bei solchen Veranstaltungen trifft. Mit leichten Variationen.

 
Ein Schultes gegen den Rest der Welt
SebastianEin Schultes gegen den Rest der Welt

[2] Seit bald drei Monaten ist Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk im Krankenstand, genauer: Er ist »arbeitsunfähig« geschrieben. Derzeit führt sein Vize, der UWV-Stadtrat Martin Fink, die Geschäfte im Rathaus, engagiert und für 50 Euro am Tag. Das fordert ihn sehr, denn der Mann steht ja mitten im Berufsleben. Was Fink jedoch - er gilt als überaus treuer Weggefährte Schrenks – befremdlich findet: Der 47-jährige Rathauschef habe sich bis heute noch nicht mit ihm in Verbindung gesetzt, kein Gruß, kein Wort.

 
Alles völlig undramatisch?
SebastianAlles völlig undramatisch?

Grundsätzlich Erfreuliches gab es in der letzten Sitzung des Reutlinger Kreistages im Dezember zu vernehmen: »Eine stetig bessere Einnahmesituation verschafft Handlungsspielräume«, sagte etwa Dr. Ulrich Fiedler als FWV-Kreistagsmitglied. Dennoch mahnte Metzingens Oberbürgermeister zu »strukturellen Verbesserungen im Bereich der Sozialausgaben«, aufgrund der von Jahr zu Jahr steigenden Ausgaben. »Personal- und Betreuungsschlüssel« seien zu überprüfen, so die Forderung von FWV und CDU. Dabei gehe es laut Florian Weller (CDU) nicht darum, »jemandem irgendetwas wegzunehmen«. 

 
Tod auf Knopfdruck
SebastianTod auf Knopfdruck

Von wegen »gutes neues Jahr«: Als Petra S. aus Reutlingen am 2. Januar zu ihrer Bank ging, stellte sie fest, dass die Deutsche Rentenversicherung ihr Konto offenbar leergeräumt hatte. Die Frau war von der Behörde für tot erklärt worden. »Das war ein brutaler Schock«, so Petra S. Die Frau erhält eine Erwerbsminderungsrente – und die Miete wird jeden Monat von der Rentenversicherung direkt an die GWG überwiesen. Auch das wäre um ein Haar schiefgegangen, denn sie war ja offiziell nicht mehr am Leben.

 
 
Neujahrsgruß
Sebastian Neujahrsgruß

Ein neues Jahr, ein neues Glück ...

 
»Süßer die Gläser nie klingen...«
Sebastian»Süßer die Gläser nie klingen...«

Sehr passgenau für die Geschäfte in der City und deren Publikum endet in diesem Jahr der Reutlinger Weihnachtsmarkt bereits am Donnerstagabend. Jetzt noch zwei Tage gezielt einkaufen gehen – und sich dann in Ruhe auf das Fest freuen: Denn der Heiligabend ist heuer für die vielen Beschäftigten im Einzelhandel ein Segen, da es ein Sonntag ist. Lediglich zwei große Bäckereibetriebe scheren aus.

 
Mit oder ohne Plan?
Sebastian Mit oder ohne Plan?

Es gab eine gute Nachricht, vor kurzem im Betzinger Bezirksgemeinderat: Bei einer »Schadenskartierung« sind deutlich weniger Schäden als befürchtet in und an der Wernerschen Mühle in Betzingen gefunden worden. »Diese Schäden sind in einem Gebäude dieses Alters nichts Ungewöhnliches«, betonte Thomas Schmidt von der Werkstatt für Bau- und Denkmalpfle-ge vor kurzem im Bezirksgemeinderat der Reutlinger Teilgemeinde.

 
Volle Parkhäuser und Einkaufstüten
SebastianVolle Parkhäuser und Einkaufstüten

»Tübinger Tor und P-Rathaus: Acht Plätze frei, Null Plätze frei«: Die Anzeigetafeln des Parkleitsystems signalisierten am Wochenende: Der Reutlinger Weihnachtsmarkt hat begonnen. Der endet in diesem Jahr bereits am 21. Dezember, was gut ist für die Marktbeschicker, den Einzelhandel vor Ort – und auch für das Publikum. So wird es am Freitag und am Samstag vor Heiligabend für alle Leute, die noch auf den letzten Drücker Geschenke einkaufen wollen, etwas weniger hektisch zugehen.

 
Wenn das Bundeskartellamt in den Wald hineinregiert
SebastianWenn das Bundeskartellamt in den Wald hineinregiert

40 Prozent der Fläche in Baden-Württemberg sind von Wald bedeckt. Damit ist der Wald im Ländle nicht nur der ideale Naherholungsort für die Städter, sondern auch ein Ort, wo das Land Geld verdient mit dem Holz, das in dem Wald wächst. Doch seit 2015 ist diese Einnahmenquelle in Gefahr. Da fällte das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Entscheidung im Kartellrechtsverfahren zur gemeinsamen Holzvermarktung durch das Land Baden-Württemberg. In diesem Urteil wurde die Untersagungsverfügung des Bundeskartellamtes gegen das Land Baden-Württemberg vollumfänglich bestätigt. Auf gut Deutsch heißt dies nichts anderes, als dass für die unteren Forstbehörden der Landkreise sowie den Fachbereich Holzvermarktung am Regierungspräsidium Tübingen kein gemeinsamer Verkauf von Holz aus dem Staatswald, Kommunalwald und Privatwald für Waldbesitzer mit einer forstlichen Betriebsfläche über hundert Hektar mehr erlaubt ist.

 
Gewalt muss raus aus der Privatsphäre
SebastianGewalt muss raus aus der Privatsphäre

[1] Zuschlagen. Draufhauen. Aggressionen rauslassen. Die Frau, die ja zumeist die Schwächere ist, gnadenlos vermöbeln. Und das womöglich noch vor den ei-genen Kindern. In viel zu vielen Haushalten ist das gang und gäbe. Weil die Täter, die ja zumeist Männer sind, Konflikte nicht anders lösen können als durch Gewalt. Dabei dürfte auch ihnen bewusst sein, dass draufhauen nie eine Lösung ist. »Viele Frauen erdulden das über lange Zeiträume hinweg, manche sogar bis zu 20 oder 30 Jahre«, sagt Florence Wetzel vom Diakonieverband von einer der beiden Erstberatungsstellen für häusliche Gewalt im Landkreis. Das Paar war doch mal ineinander verliebt, ist doch aus Liebe zusammengezogen, hat aus Liebe Kinder bekommen. Die Hoffnung stirbt vor allem bei den Frauen offensichtlich zuletzt, dass diese Liebe doch stärker sein möge als die Gewalt.