SebastianEiertanz um den höchsten Rathausposten
Eiertanz um den höchsten Rathausposten

Ist das Chaos bei der Kandidatenfindung für den Oberbürgermeister-Posten in Reutlingen nun ein schlechtes Vorzeichen für die Wahl am 3. Februar kommenden Jahres? Der Einzige, der sich des Stempels des Chaotischen bislang entzog, war der Kandidat der CDU, Dr. Christian Schneider. Der 54-jährige Jurist hatte frühzeitig seine Wahlunterlagen eingeworfen und präsentierte sich bei seinen bisherigen Auftritten (wie etwa im Reutlinger Stadtteil Altenburg) laut GEA mit »New-Balance-Laufschuhen«. Tätig ist er momentan als Geschäftsstellenleiter der CDU-Landtagsfraktion in Stuttgart. Und er ist aktiver Feuerwehrmann. 

 
Was tun mit Stammtischparolen?
SebastianWas tun mit Stammtischparolen?

Wer kennt sie nicht, die Stammtischparolen. Dass »die da oben doch eh machen, was sie wollen«. Oder dass »Flüchtlinge alle Terroristen sind«. Was entgegnet man auf solche Bemerkungen? Die uns meist sprachlos machen oder wir schnell merken, dass der Adrenalinspiegel steigt und »wir in den Grizzlymodus kommen«, wie Dr. Christian Boeser-Schnebel am vergangenen Freitag erläuterte. Und das heißt? Der Adrenalinspiegel steigt auf beiden Seiten, die Emotionen gehen hoch – in solch einem Zustand seien Diskussionen für die Katz.

 
Endspurt bei der Suche nach Ärzten
SebastianEndspurt bei der Suche nach Ärzten

Als am Ende Pressekonferenz die Hebamme Antje Buck Landrat Thomas Reumann umarmte, stand fest: Hier ziehen trotz aller Widrigkeiten alle an einem Strang. Und Dr. Eberhard Rapp von der Bürgerinitiative für den Erhalt des Krankenhauses in Münsingen angemahnt, »bitte noch mehr Einsatz zu zeigen«. Zuvor hatten alle Teilnehmer ihren Willen bekundet, alles dafür zu tun, dass die Geburtshilfe der Albklinik in Münsingen Anfang April 2019 wieder eröffnet werden kann. Doch die Sache hat einen Haken: Zwar arbeiten Reutlingen und Münsingen in enger Kooperation.

 
Rebellion gegen Kaminkehrer
SebastianRebellion gegen Kaminkehrer

[1] Haben Sie sich schon mal Gedanken über Ihren Schornsteinfeger gemacht? »Warum, ich hab doch meinen Bezirksschornsteinfeger«, lautet dann zumeist die Antwort. Und eigentlich ist das ja auch gut so. Eigentlich. Weil – wer will schon durch einen brennenden Ofen oder Schornstein sein Haus verlieren? Andererseits hört sich das doch irgendwie nach Monopol an, oder? Und das gab es ja tatsächlich, bis zum 1. Januar 2013.

 
Kungeln auf Teufel komm raus
SebastianKungeln auf Teufel komm raus

[2] Die Welt geht vor die Hunde. Das spüren nun auch wir, mit nicht endend wollender Trockenheit und Temperaturen im November, die um mindestens 10 Grad höher sind als in den zurückliegenden Jahren. Jeder Einzelne müsste angesichts der offensichtlich nahenden Katastrophen des Klimawandels mit steigendem Meeresspiegel, mit Überschwemmungen, mit Bränden und immer stärker wütenden Stürmen in allen Weltregionen Verantwortung übernehmen. 

 
Wo der Verkehr sich verknotet und ballt
SebastianWo der Verkehr sich verknotet und ballt

Es kann so spannend und überaus erkenntnisreich sein, zu beobachten, wie Menschen sich im Straßenverkehr verhalten, wenn sie eine Umleitung vorgesetzt bekommen, auf der einfach nur die Regel »rechts vor links« gilt. Doch das gehört zu den nicht sofort verständlichen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung, was aktuell im Reutlinger Südwesten erlebt werden kann.

 
»Lass dich nicht verbittern«
Sebastian»Lass dich nicht verbittern«

Schon im April dieses Jahres wurde bekannt, dass zum Ende 2018 die Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlingen (Bamf) in Eningen geschlossen werden soll.

 
Brechstangen statt Engelszungen
SebastianBrechstangen statt Engelszungen

[2] Auch wenn in Stuttgart betont wird, dass der Landtag noch bis Ende des Jahres darüber befinden wolle, ob Reutlingen ein Stadtkreis werden darf, hat die Stadt jetzt die lange Warterei satt: Zweigleisig soll nun geklagt werden. In Vorbereitung ist eine Klage der Stadt beim Staatsgerichtshof, um gegen die Untätigkeit des Landes vorzugehen. Vor knapp dreieinhalb Jahren hatte Reutlingen beantragt, ein Stadtkreis zu werden, sich so vom Landkreis zu lösen.

 
Wider den Verkehrslärm
SebastianWider den Verkehrslärm

[1] »Jetzt stellen Sie doch einfach die Tempo-30-Schilder auf, da brauchen Sie doch keinen Lärmschutzplan dafür«, polterte Hans Knecht vergangene Woche während der Sitzung des Mittelstädter Bezirksgemeinderats. Angesprochen hatte Knecht damit Gerhard Lude als Zuständigen für Straßen und Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. Ein neuer Lärmschutzplan der Stadt soll entwickelt werden, an Ortsdurchgangsstraßen war die Kommune bislang allerdings zumeist ziemlich machtlos, denn: Die Durchgangsstraßen durch Gemeinden und Städte hindurch sind zumeist Landesstraßen – weil sie eben die Kommunen miteinander verbinden.

 
Kreuz und quer über die Fahrradpisten
SebastianKreuz und quer über die Fahrradpisten

Die Reutlinger Bevölkerung fremdelt noch sehr mit den neuen Fahrradstraßen. Jedenfalls sind Schüler, Eltern und Anwohner mehr als nur verwirrt. Sie wollen endlich wissen, welche Verkehrsregelungen seit Kurzem in der Bellino- und in der Moltkestraße denn nun gelten. Hinzu kommt der Vorwurf, dass die Stadt das Projekt nur unvollständig umgesetzt habe. Das sagt jedenfalls eine Gruppe, die sich den Namen »Eltern für radelnde Schüler« (Efrs) gegeben hat.

 
Achtung – erfreulich viel Geld vorhanden
SebastianAchtung – erfreulich viel Geld vorhanden

Ein »Hochkaräter« sei der neue Haushalt für die beiden kommenden Jahre 2019 und 2020, betonte Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch vergangene Woche. Der Doppelhaushalt für die Stadt steht zum einen im Zeichen der extrem guten Einnahmezahlen – die Steuern sprudeln momentan so gut wie selten zuvor. Hinzu kommen Fördermittel von Bund und Land für Busnetz, Regionalstadtbahn und mehr. Die Stadt selbst sieht allein für den Radverkehr in den kommenden beiden Jahren 4,1 Millionen Euro vor, für das Stadtbusnetz 4,8 Millionen. »In den kommenden zehn Jahren wird die Stadt rund 100 Millionen Euro allein in das Busnetz investieren«, sagte Bosch beim Pressegespräch.

 
Die Bürgermeister-Macher
SebastianDie Bürgermeister-Macher

Wer sich als Erster aus der Deckung wagt – hat am Ende oft das Nachsehen. So ähnlich lauten Sprüche und Weisheiten, wenn es um Personalien geht. Und so köchelt die Gerüchteküche in Sachen Oberbürgermeisterwahl in Reutlingen noch auf kleiner Flamme. Die Gemeinderats-Fraktionen sind längst auf der Suche nach geeignetem Personal, halten sich aber zumeist noch bedeckt. Wobei nicht vergessen werden darf, dass Bewerber natürlich auch von sich aus initiativ werden können. Bekanntlich tritt Amtsinhaberin Barbara Bosch nicht mehr an, ihre Amtszeit endet am 2. April 2019. Im Februar 2019 bereits werden rund 90 000 Reutlinger zu den Wahlurnen gerufen. Sie sollen einen der attraktivsten Posten in Baden-Württemberg vergeben. Doch wer könnte das sein, wer traut sich?

 
Nichts tun ist grottenfalsch
SebastianNichts tun ist grottenfalsch

Soll man da lachen oder heulen? Oder könnte einem denn doch der Hut hochgehen, wenn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) per Video verbreiten lässt, dass er »die Diesel-Debatte als viel zu emotional« betrachtet? Der hat leicht reden, fährt sicherlich keinen älteren Diesel der Euro-Norm 4 oder 5. Insgesamt 1,3 Millionen Fahrzeuge bundesweit könnten von dem Verbot betroffen sein, verkündete die Nachrichtenagentur dpa. Nicht mitgerechnet wären dabei allerdings die Einpendler, die tagtäglich in die jeweiligen Städte reinfahren. So auch in Reutlingen. 

 
Und wer hat’s erfunden? Die Reutlinger
SebastianUnd wer hat’s erfunden? Die Reutlinger

Pfiffig, wegweisend, ausdrucksstark und pädagogisch wertvoll: Dieses Lob erhielten in den Medien Unbekannte, die vor dem Reutlinger Friedrich-List-Gymnasium ein Verkehrsschild aufstellten, das es laut Straßenverkehrsordnung überhaupt nicht geben darf: den Warnhinweis auf »Smombies«. 
Zu sehen sind die Umrisse eines Mannes und einer Frau, die gesenkten Hauptes auf ihre Handys starren – und dabei ruck-zuck überfahren werden könnten.

 
Aus war’s mit dem Ferienhaus
SebastianAus war’s mit dem Ferienhaus

Gauner, Betrüger und gut organisierte Berufskriminelle machen zehntausenden Menschen regelmäßig die schönste Zeit des Jahres kaputt, ihren Urlaub. Die Banden bieten im Internet Ferienwohnungen oder -Häuser an - und holen sich das Geld per Vorkasse. Gelockt wird mit »zwei Prozent Skonto«. Die Immobilien gibt es zwar, denn die Schurken haben sie vorher abfotografiert, aber deren Besitzer wissen von nichts. Das Geld ist futsch. Wenn jemand eine Reise tut kann er also leider auch sein blaues Wunder erleben.

 
Hier entsteht ein zugeschüttetes Loch
SebastianHier entsteht ein zugeschüttetes Loch

Autofahrer bewegen sich im Slalom durch Baustellen. Und sie müssen, für Auswärtige nicht sofort nachvollziehbare, Umwege fahren. Dabei wird es für Radfahrer leider oft auch bedenklich eng. Der Zielkonflikt ist programmiert - jedes Jahr aufs Neue. Zwischen Mai und Oktober wird feste gebuddelt, werden Strom,- Glasfaser und Wasserleitungen verlegt. Und am Ende kommt immerhin auch ein neuer Fahrbahnbelag drauf.

 
Geld aus Berlin für Reutlinger Busverkehr
SebastianGeld aus Berlin für Reutlinger Busverkehr

Mehr auf einmal geht nicht: Statt noch mehr giftigen Stickoxiden bekommt Reutlingen nun eine große Portion Sauerstoff, in Form einer Finanzspritze aus Berlin – für die Luftreinhaltung, für eine intelligente Mobilität – und für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). In der Achalmstadt sollen nicht nur 100 neue Bushaltestellen her, zehn neue Linien und 20 neue Busse. Auch sind bessere und neue Querverbindungen im RSV-Netz geplant - samt »Quartierbussen« in den Stadtbezirken.

 
Wer schürt hier welche Ängste?
SebastianWer schürt hier welche Ängste?

[1] Das war schon ein dicker Hund, den Pascal Kober vergangene Woche per »Pressemitteilung« vom Stapel gelassen hatte. Die Überschrift lautete: »Wohlfahrtsverband beklagt Ängste, die er selbst geschürt hat.« Damit reagierte der Reutlinger FDP-Bundestagsabgeordnete auf das Jahresgutachten des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und bemängelte, dass der Verband »trotz der guten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Deutschland jedes Jahr aufs Neue Alarm schlägt«.

 
Üben Lebensretter bald auf dem Trockenen?
SebastianÜben Lebensretter bald auf dem Trockenen?

Sommer und sengende Hitze: Die Freibäder und Badeseen sind voll. Doch die DLRG, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft schlägt Alarm: Bis Anfang August sind schon 300 Erholungssuchende ums Leben gekommen. 2017 ertranken im ganzen Jahr 404 Menschen. Und wie lässt sich das verhindern? Auch durch gut ausgebildete Rettungsschwimmer, die »Baywatch«-Leute zwischen Usedom und Bodensee, die zumeist in örtlichen Vereinen groß wurden.

 
OB Barbara Bosch kandidiert nicht mehr
SebastianOB Barbara Bosch kandidiert nicht mehr

Überrascht waren wohl alle, als Reutlingens Rathauschefin am vergangene Woche verkündete: Sie werde im kommenden Jahr keine dritte Amtszeit anstreben. Von Bestürzung im Gemeinderat wurde berichtet, dass die Stadträte schockiert waren, manche sogar sprachlos, wie im Reutlinger General-Anzeiger zu lesen war. Dennoch sei Beifall in der Gemeinderatssitzung aufgebrandet. »Wohl mehr als Respekt für Boschs Entscheidung zu werten, denn als Ausdruck der Zustimmung« zum Rücktritt, stand am Mittwoch vergangene Woche im GEA. Allerdings waren nicht alle Äußerungen von Respekt und Bedauern geprägt. Die CDU-Fraktion etwa ließ es sich nicht nehmen, der OB noch einmal kräftig gegen das Schienbein zu treten: »Die Entscheidung von Frau Bosch, nicht erneut zu kandidieren, ist gut für Reutlingen«, schrieb die CDU.

 
Das Schaufenster RT dekorieren
SebastianDas Schaufenster RT dekorieren

Die gute Nachricht zuerst: Mit 9 488 Umfrage-Teilnehmern, davon 2 206 von außerhalb der Stadt, haben die Reutlinger die Experten echt überrascht. Und bald jede/r Zehnte von ihnen war am 19. Juli in die Stadthalle gekommen, um zu erfahren, wie man »die Marke Reutlingen« am besten vermarkten könne. Diese Beteiligung sei bundesweit »absolut Champions League«, sagte der von der Stadt beauftragte Experte Peter Pirck von der Firma Markenberatung Brandmeyer aus Hamburg.