SebastianWo selbst Pfadfinder resignieren
Wo selbst Pfadfinder resignieren

Kommt ein Mann in den Landgasthof und verlangt vom Wirt Geld für eine Wagenwäsche. So könnte ein Witz beginnen, aber genau das soll dem Pächter des Hofguts Übersberg so passiert sein – nicht nur einmal. Denn auf den rund zwei Kilometern des eigentlich gesperrten Forstwegs vom Göllesberg durch den Wald schmutzt das Heilige Blechle bei Nässe ordentlich ein. Eine geteerte Piste zu dem beliebten Ausflugsziel gibt es derzeit nicht. Die 120 Jahre alte, acht Kilometer lange Übersberg-Steige, ausgehend vom Pfullinger Osten, wurde nach gefährlichen Hangrutschungen im September 2017 gesperrt. Auch Wanderer werden gewarnt: »Betreten verboten«.

 
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Und täglich grüßt der Stau
SebastianUnd täglich grüßt der Stau

Und stopp. War ja zu erwarten. Alle Tage wieder das gleiche Spiel. Wer nach Reutlingen will, braucht Geduld.

 
Tempo 30: Fluch und Segen
SebastianTempo 30: Fluch und Segen

Kaum ein Thema eignet sich so gut für emotionale Debatten wie die Frage nach einem Tempolimit. Die Rede ist dieses Mal nicht von des Autofahrers liebstem Kind, der Autobahn. Nein! Es geht um die Einführung von Tempo 30 in Innenstädten. Eningen und Pfullingen haben hier Zeichen gesetzt: Tempo 30 in Durchgangsstraßen. Auch in Metzingen ist das Tempolimit in der Ortsdurchfahrt ein Aufreger.

 
Hayinger Farbtupfer darf bleiben
SebastianHayinger Farbtupfer darf bleiben

»Das ist mein Haus, meine Farbe, Punkt!« Georg Bayer aus Hayingen wollte das »bis zum letzten Gericht durchziehen«, sein schmuckes Anwesen nicht wieder überpinseln, nur um damit den Amtsschimmel mit noch mehr Hafer zu füttern. Im Herbst 2016 hatte der 57-Jährige die Fassade seines Wohn- und Geschäftshauses rot, gelb und orange bemalt.  Doch wo komme man denn hin, wenn Hayingen auch außerhalb der Fasnetszeit Farbe zeigt?, dachte sich der damals frischgebackene Bürgermeister.

 
Bahn frei für die Neubauten
SebastianBahn frei für die Neubauten

Ist das nicht schön? »Die Geburtenrate steigt auf den höchsten Stand seit 33 Jahren.« Diese Meldung stammt allerdings aus dem Jahr 2016, bestätigte je-doch einen Trend, der fünf Jahre zuvor schon eingesetzt hatte. 2011 hatte sich nämlich zum ersten Mal in Deutschland der Trend gedreht und Frauen bekamen wieder mehr Kinder, anstatt jedes Jahr weniger.

 
Ein Gefühl der Unsicherheit
SebastianEin Gefühl der Unsicherheit

Reutlingen ist eine der sichersten Städte in ganz Deutschland. Die Kriminalitätsstatistik 2017 zeigt das auf und beweise, dass die Achalmstadt damit »deutlich unter dem Landesdurchschnitt« liege, wie Polizeipräsident Prof. Alexander Pick vor kurzem bei einer Veranstaltung zum Thema Sicherheit betonte.

 
Sondergelände »Wappentier Reutlingen?«
SebastianSondergelände »Wappentier Reutlingen?«

Es waren einmal vier Lamas auf einer wunderbar grünen Wiese. Die Tiere standen da vor sich hin, grasten, spuckten nicht mal, erfreuten zahlreiche Kinder und ihre Eltern, die dort spazierengingen. Weil aber auf dieser herrlich grünen Wiese auch eine Tanne stand, die sich auf das Grundstück der Nachbarin neigte, ersann sich die Frau eine kleine Gemeinheit.

 
Einfach noch mal in sich gehen
SebastianEinfach noch mal in sich gehen

[2] Es kommt einem fast so vor, als stünden sich zwei Stiere in einer Arena gegenüber. Wutschnaubend, mit den Hufen scharrend, verärgert über die Anwesenheit des Anderen. Die beiden Stiere - beziehungsweise das selbstverwaltete Jugendzentrum »Kulturschock Zelle« und die Reutlinger Stadtverwaltung – scheinen sich dabei vom ersten Tag an unversöhnlich gegenüberzustehen. Vor ein paar Jahren ging das sogar bis vor den Verwaltungsgerichtshof in Mannheim.

 
Der Plan wirkt
TüpischDer Plan wirkt

[1] Was den Reutlingern die Pförtnerampeln, sind den Tübingern die Langzeit-Baustellen: Sie verursachen Stau. 

 
Es fehlt an Respekt
SebastianEs fehlt an Respekt

[1] »Ich war sehr verärgert«, sagt Bettina Noack über die Äußerung des CDU-Politikers Jens Spahn. Der hatte vor kurzem behauptet, wer Hartz IV beziehe, sei nicht arm. Ein regelrechter Shitstorm prasselte daraufhin auf den Bundestagsabgeordneten ein, Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm nannte den Nachwuchspolitiker »eiskalt, herzlos und ohne Empathie«. Eine Hartz-IV-Bezieherin forderte Spahn auf, er solle doch mal einen Monat von dem Regelsatz leben. 

 
Die Sonne dreimal dadurch scheint
SebastianDie Sonne dreimal dadurch scheint

Wird die Laugenbrezel bald aussterben? Zu teuer und zu aufwändig sei sie in der Herstellung, lässt sich neuerdings vernehmen.

 
Behördlich verordnetes Verkehrs-Chaos
SebastianSebastian: Behördlich verordnetes Verkehrs-Chaos

[5] Tatort Reutlingen, Samstag, 15. 45 Uhr - mit Sicherheit keine Stoßzeit. Der Verkehr staut sich auf den 1,9 Kilometern zwischen der Ortseinfahrt am Hohbuchknoten – bis hin zur AOK. Vor der Panikreaktion der Behörden – »bitte keine Fahrverbote für Diesel-Autos« – bewältigten wir diese Strecke in zwei Minuten – nun brauchen wir mindestens eine Viertelstunde. 

 
So schön und so verlogen
Sebastian"So schön und so verlogen"

[4] »Ehe und Familie sind die Keimzelle des menschlichen Zusammenhalts«, sagte Asylpfarrerin Ines Fischer vergangene Woche in der Reutlinger Marienkirche. »Der Zusammenhalt in den Familien ist die wichtigste Grundlage einer menschlichen und zukunftsfähigen Gesellschaft«, zitierte Fischer weiter aus dem Grundsatzprogramm der CSU vom September 2007. »Der Familiennachzug bleibt ausgesetzt«, ruft daraufhin ein Chor von Mitarbeitern der Flüchtlingsarbeit und Pfarrern, die das »Politische Nachtgebet« am Dienstagabend vorbereitet hatten – diese Form des Protests soll künftig wieder ihren festen Platz in Reutlingen finden. »Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft«, liest Fischer weiter vor. »Familie ist der Ort, an dem Partnerschaft und Solidarität gelebt wir«, heißt es im CDU-Grundsatzprogramm. »Der Familiennachzug bleibt ausgesetzt«, erwidert der Chor mehrfach, immer lauter, eindringlicher. »Eine erfolgreiche Kinder- und Familienpolitik gehört zu den Schlüsselfragen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes«, ruft Fischer verzweifelt. So steht es im SPD-Programm geschrieben. »So schön und so verlogen«, zieht Jörg Mutschler in seiner Ansprache ein eindeutig negatives Fazit der politischen Verweigerungshaltung der Regierung gegenüber dem Familiennachzug von Kriegsflüchtlingen. »Kinder- und Familienschutz sind wohlfeile Lippenbekenntnisse der Regierungsparteien, Muster ohne Wert«, so der Pfarrer im Ruhestand.

 
Heute schon gut getafelt?
SebastianSebastian: Heute schon gut getafelt?

Die Meldungen über die Zustände der Tafel in Essen schlugen hohe Wellen. Die Betreiber nahmen seit Mitte Januar keine Ausländer mehr als »Neukunden« an. Sie begründeten den Schritt damit, dass sich ältere Menschen und alleinerziehende Mütter von den vielen fremdsprachigen jungen Männern, zumeist aus Nordafrika, abgeschreckt und bedrängt fühlen.

 
Von Rekord zu Rekord mit geschönten Zahlen
SebastianVon Rekord zu Rekord mit geschönten Zahlen

Monat für Monat präsentiert uns die Arbeitsagentur neue Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt. Da macht auch die Arbeitsagentur in Reutlingen keine Ausnahme: »Im Februar waren 8 787 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 98 Menschen weniger als noch im Januar. Und sage und schreibe 1 050 Arbeitslose weniger als ein Jahr zuvor«, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Schon seit langem werfen Kritiker ein, dass die Zahlen geschönt seien, also nicht den wirklichen Stand der Arbeitslosigkeit wiedergeben.  

 
Nichts als heiße Luft
SebastianNichts als heiße Luft

[1] Kostenlos Busfahren? In Reutlingen? Super Idee, doch leider vorerst nicht machbar. Nach der ersten Euphorie darüber, dass von der Bundesregierung solch ein Vorschlag kam und unter fünf Modellkom-munen ausgerechnet auch Reutlingen sein soll, haben sich die Gemeinderatsfraktionen – um es mal vornehm auszudrücken – zurückhaltend begeistert gezeigt. Und Recht hatten Sie. Denn man braucht kein Prophet sein, um zu wissen, dass solch ein Vorhaben auch eine Menge Geld kostet. Geld, was die Gemeinden und Kommunen schlichtweg nicht haben. Und so verwundert es kaum, dass just zu Wochenbeginn alle fünf »Teststädte« Unisonso »Nein« dazu sagten. 

 
Säbelrasseln und wuchtige Polemik
Sebastian Säbelrasseln und wuchtige Polemik

Die Entscheidung naht, das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Und die Kontrahenten scharren deshalb lautstark und heftig mit den Hufen. Soll Reutlingen, wie längst alle Großstädte im Land, auch endlich Stadtkreis werden? Das will Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und das will eine Dreiviertel-Mehrheit des Gemeinderats. Landrat Thomas Reumann kämpft dagegen, er warnt vor »unwirtschaftlichen Doppelstrukturen«. Das organisatorische Gefüge solle so belassen werden, denn es habe sich in mittlerweile 44 Jahren nachweislich bewährt. Der Landkreischef schaltete hierzu sogar eine Anzeige in der regionalen Presse.

 
Medizinische Hilfe in Nepal
SebastianMedizinische Hilfe in Nepal

Warum nimmt jemand wie Dr. Rainer Claußnitzer zusammen mit seiner Frau Anne immer wieder die Strapazen auf sich, Tausende Höhenmeter in dünner Luft aufwärts zu steigen, um in entlegenen Tälern in Nepal Menschen zu helfen? Ihnen die Grundlagen von Hygiene und Erster Hilfe beizubringen? Um vielleicht auch mal selbst zu operieren? »Als wir in der nepalesischen Hauptstadt Katmandu in ein 60 Jahre altes, kleines Flugzeug gestiegen sind und mittenrein in ein Gewitter flogen, da fragte ich mich schon, was wir hier überhaupt machen«, erinnert sich Anne Claußnitzer, die aus einer Künstler- und Musikerfamilie stammt, in der ehemaligen DDR aber leitende OP-Schwester wurde. 

 
Tatort Lederstraße-Ost
SebastianTatort Lederstraße-Ost

[1] »Reutlingen hat sich in der Bundesliga den vierten Tabellenplatz erkämpft«. Das hört sich gut an, hat aber leider nichts mit den SSV-Kickern zu tun. Vielmehr geht es um das giftige Stickstoffdioxid in der Luft, das in der »Lederstraße-Ost« tagtäglich aufs Mikrogramm genau registriert wird. Die Champions-League Plätze nehmen München und Stuttgart ein. Der bislang schmutzigste Schadstoff-Produzent am Stuttgarter Neckartor gab die Führung in Sachen Stickstoffdioxidbelastung an die Landshuter Allee in München ab.  Aufatmen indes kann man wegen einer neuen Teilentwarnung kaum.

 
Ach, die Neujahrsempfänge
SebastianAch, die Neujahrsempfänge

So. Haben wir es doch wieder mal geschafft - die Neujahrsempfänge sind allesamt fast vorbei. Die CDU fehlt noch, die lädt am kommenden Sonntag noch ein. Nur die SPD hat sich dem Ganzen entzogen und im vergangenen Jahr einen Jahresempfang angeboten. Ende April. Ansonsten hatten sich im gerade beendeten Januar alle möglichen wichtigen Gruppierungen zum Beginn des Jahres schon die Ehre gegeben - und nahezu immer die gleichen Honoratioren empfangen. Dazu zählen Jahr für Jahr Bundes- und Landtagsabgeordnete, Stadträte, Kreistagsmitglieder und sonstige immens wichtige Menschen aus der Reutlinger Gesellschaft - und eigentlich sind es eh immer die gleichen, die man bei solchen Veranstaltungen trifft. Mit leichten Variationen.

 
Ein Schultes gegen den Rest der Welt
SebastianEin Schultes gegen den Rest der Welt

[2] Seit bald drei Monaten ist Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk im Krankenstand, genauer: Er ist »arbeitsunfähig« geschrieben. Derzeit führt sein Vize, der UWV-Stadtrat Martin Fink, die Geschäfte im Rathaus, engagiert und für 50 Euro am Tag. Das fordert ihn sehr, denn der Mann steht ja mitten im Berufsleben. Was Fink jedoch - er gilt als überaus treuer Weggefährte Schrenks – befremdlich findet: Der 47-jährige Rathauschef habe sich bis heute noch nicht mit ihm in Verbindung gesetzt, kein Gruß, kein Wort.