15. November 2012
Gratulation. Die Finanzminister Nils Schmid (SPD) und der Landtagsabgeordnete Thomas Poreski (Grüne) gratulieren dem Reutlinger Integrations- und Bildungszentrum dialog e.V. zur Aufnahme in das Programm »Vielfalt gefällt – 60 Orte der Integration«. »Integration lebt vom Engagement vor Ort«, darin sind sich Nils Schmid und Thomas Poreski einig. »Ich freue mich, dass sich dialog e.V. im Jahr des Landesjubiläums erfolgreich beworben hat. Die Initiatoren des Programms würdigen damit die geleistete Arbeit und geben wichtige Impulse für die zukünftige Arbeit«, erklärte Nils Schmid. Das Programm »Vielfalt gefällt – 60 Orte der Integration« richtet sich an innovative Projekte und Initiativen, die sich für ein respektvolles Miteinander und den Dialog der Kulturen einsetzen. Insgesamt stehen 3,5 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren für die Projektförderung bereit. Das Besondere an dem gemeinsamen Programm der Baden-Württemberg Stiftung und dem Ministerium für Integration ist die intensive Begleitung der Projekte durch Coaches.
Welcome back. Wo es im städtischen Gesellschaftsleben schön bunt zugeht, darf das Stadtbild auch Farbe zeigen. Ein leuchtender Tupfen, besser gesagt, ein leuchtendes Zeichen ist die frisch restaurierte Plastik vor dem Reutlinger Rathaus, das »Stadtzeichen 1972/85«, eigentlich ein Vorzeigeobjekt aus einer Zeit, als die Stadt noch richtig in die Tasche griff, um Kunstwerke im öffentlichen Raum zu fördern. 235 000 D-Mark hatte das Werk des renommierten Stuttgarter Künstlers Otto Herbert Hajek einst gekostet. Es wurde 1987 am Marktplatzrand aufgestellt. Zuletzt war die Stahlplastik ein bisschen blass geworden – der Zahn der Zeit hatte sich an den rot-blauen Flächen zu schaffen gemacht und sogar die verzinkten Oberflächen angegriffen. Grund genug für rund zweieinhalb Monate Tüftelarbeit im auf Sondertechniken spezialisierten Unternehmen Anton Geiselhart. Am Montag wurde das 4,6 Tonnen schwere Stahlwerk per Kran an seinen angestammten Paltz geliefert. Schön für die Stadt, schließlich mag jeder, der nach Bedeutung strebt, »Stadtzeichen«, die in den Himmel zeigen.
Die Zukunft im Blick. Das haben die Bürger von Reutlingens kleinster Teilgemeinde. Reicheneck will sich für die Anforderungen der nächsten Jahre rüsten. Die Verbesserung des ÖPNV-Angebots, die Aufrüstung von Bolz- und Spielplatz, die Einrichtung eines Dorflädles und schließlich die Entwicklung eines kleinen Baugebietes stehen auf der Agenda des rührigen Ortes. Vor einigen Tagen trafen sich die FWV-Gemeinderäte Annette Leininger, Friedel Kehrer-Schreiber, Kurt Gugel, Erich Fritz und Hans Hubert Krämer mit Bezirksbürgermeister Willi Igel und Bezirksgemeinderäten, um die Wunschliste des Reutlinger Teilortes in Augenschein zu nehmen. Sichtlich angetan vom Engagement der Reichenecker, die viel Eigenleistung investieren wollen, werden sie künftig den Einwohnern argumentativ zur Seite stehen, wenn diese ihre Vorhaben angehen. Die Räte versicherten, dass sich die FWV-Fraktion den Überlegungen der Reichenecker annehmen werden.
Startschuss fürs Buddeln. Ab sofort wird »unterirdisch« weitergemacht: Am Dienstag begannen die bergmännischen Arbeiten für den Scheibengipfeltunnel. Über drei Jahre nach dem Spatenstich feierten die Reutlinger mit den Leuten vom Bau und im Beisein zahlreicher Politiker den so genannten »Anschlag«. Auf 1,9 Kilometern Länge wird nun gebuddelt, um Platz für die Röhre zwischen dem Nordportal in Höhe Sondelfingen und dem Südbahnhof zu schaffen. Rund 110 Millionen Euro wird das Projekt nach heutigem Stand kosten, insgesamt ist es 3,1 Kilometer lang. Nach bisherigen Schätzungen könne die Umgehungsstraße frühestens Ende 2017 dem Verkehr übergeben werden. »Damit entlasten wir die Ortsdurchfahrt von Reutlingen nachhaltig«, sagte Andreas Scheuer, der parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist. Derzeit belasten Reutlingen innerstädtisch noch bis zu 65 000 Kraftfahrzeuge im »Transitverkehr« zwischen dem Stuttgarter Raum und Oberschwaben. Und ab sofort wacht die »Heilige Barbara« über die Bergleute. Gemeint ist damit nicht Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, sondern die Schutzheilige gleichen Namens. Dekan Robert Widmann von den Katholiken und Jürgen Mohr von den Protestanten sprachen hierfür den Segen der Kirchen aus. Eine kleine Statue der Heiligen Barbara befindet sich nun in einer Nische am Nordportal des Jahrhundertbauwerks.