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Dank und Lob für die Männer und Frauen vom Bau

Applaus für einen gelungenen Auftakt: Chef-Dirigent Ola Rudner beim WPR–Rohbau-Konzert.

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28. JULI 11
 

Eigentlich hätte ein wenig Sonne ganz gut gepasst. Doch feiern lässt sich’s bekanntlich auch drinnen. Das nahmen die Gäste des Stadthallen-Richtfestes beim Wort und marschierten direkt ins Foyer, wo Oberbürgermeisterin Barbara Bosch zum traditionellen Richtspruch samt -schmaus geladen hatte.
 

REUTLINGEN. An die 700 Bürger nutzten die Gelegenheit. Und mit ihnen zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Den Richtspruch hielt Werkpolier Andreas Leis vom Bauunternehmen Riedel. Extra zum Anlass hatte sich auch Angela Claydon, Bürgermeisterin von Reutlingens Partnerstadt Elsmere Port, auf den Weg gemacht. Aus Stuttgart gratulierte Finanzminister Nils Schmid, der sich als echter Sympathisant des Bauvorhabens entpuppte: "Ein großer Tag für die Stadt und für mich als Wirtschaftsminister", unterstrich Schmid. Der Bereich Städtebauförderung gehöre zu seinen vordringlichen Aufgaben. Und Reutlingen habe hierbei Tolles vorzuweisen.

"Sie haben die Chance ergriffen, die städtebauliche Mitte zu nutzen", so Schmid, "Reutlingen setzt ein architektonisches Ausrufezeichen!" Knapp vier Millionen Euro Fördermittel sind aus Land und Bund bereits in das Bauvorhaben geflossen. Schmid versprach, sich "selbstverständlich weiter auf dem Laufenden zu halten". Oberbürgermeisterin Barbara Bosch nahm den Faden auf: In Zukunft würden aus Reutlingen sicher Aufstockungsanträge für das Projekt in Stuttgart eingehen. Ihre scherzhafte Empfehlung an Schmid: "Die stärkste Form des Dankes ist die Bitte: Machen Sie weiter so!"

Dank zollte die Oberbürgermeisterin auch an die "Männer und Frauen vom Bau", ohne deren Arbeit man heute nicht hier wäre – ebenso an die beteiligten Mitarbeiter der Stadtverwaltung und schließlich an die Projektgruppe um Projektleiter Klaus Kessler und Til Eder. Das erste Jahr seit der Grundsteinlegung sei ohne nennenswerte Unfälle verlaufen, berichtete Bosch. Mit einer Ausnahme. Bauleiter Marco Füller war im November schwer verunglückt, ist aber seit einigen Wochen wieder wohlbehalten auf dem Posten. Der Eröffnung zum Jahreswechsel 2012/2013 stehe also nichts mehr im Wege, zumal Zeit- und Kostenrahmen "absolut im Rahmen" seien. Auch Architekt Max Dudler lobte den reibungslosen Verlauf des Bauprojekts. "Das wird eine wunderschöne neue Mitte", rief er den Reutlingern zu. "Sie erkennen das Gebäude von jedem Stadtteil aus". Ausdrücklich lobte Dudler den Mut, den Bau anzugehen, der, so der Planer, im Wert "weit über das Materielle hinausgeht". Den Beweis führte das erste klassische Konzert am Abend.

Ab 20.30 Uhr überzeugte die Württembergische Philharmonie mit immateriellen Kostbarkeiten. Unter der Leitung von Dirigent Ola Rudner spielte das Orchester in begrenzter Besetzung Evergreens der Klassik direkt unter den Treppenaufgängen. In gut zweieinhalb Stunden gab’s, passend zum festlichen Anlass, Hits der Klassik, von Mozart über Tschaikovsky bis Bizet zu hören. Zwar kamen wegen der Rohbauakustik noch Lautsprecher zum Einsatz, doch was an atmosphärischem Schliff fehlte, machte der Charme des Ungewohnten wett.

Bierbänke und Fleecedecken zu Mozart und Dvorák, das hatte schon was. Das Publikum jedenfalls war begeistert. Nicht weniger Philharmonie-Intendant Cornelius Grube, der unterstrich: "Sie haben soeben die ersten Töne in der neuen Stadthalle gehört. Ich hoffe, Sie werden einmal ihren Enkeln und Urenkeln erzählen: Ich war dabei!" Für die Enkel selbst gab’s gestern Abend allerdings auch schon eigenes Stadthallen-Programm mit den "Dicken Fischen". Und heute Abend stehen zum Abschluss die "Zappler" mit Party, Polka und Polonaise im Bau-Rampen-Licht.

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ANJA ALLMERITTER

28.07.2011 - aktualisiert: 18.08.2011 09:27 Uhr

 






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