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Ein Baumhain aus 137 Bäumen lädt zum Verweilen ein

Schöne Aussichten.
Grafik. Stadt Reutlingen

9. JUNI 2011
 

Der Rohbau der Stadthalle auf dem Reutlinger Bruderhausgelände schreitet voran. Und während sich der Bau stetig in die Höhe erstreckt, bekommt jetzt auch die Außenanlage ein Gesicht. In der vergangenen Woche sprach sich der Gemeinderat mit eindeutiger Mehrheit für einen Bürgerpark aus. Demnach wird die neue Stadthalle künftig von 137 Bäumen umgeben.

Zur Auswahl stehen der Japanische Schnurbaum, die Sumpfeiche und die Kaiserlinde. Welche Baumart das Rennen macht, wollen Fachleute noch ausloten. Gute Chancen könnte der Schnurbaum haben, der schon 84 Mal im Reutlinger Stadtgebiet gepflanzt wurde und laut Baubürgermeisterin Ulrike Hotz "robust und lichtdurchlässig" sei.

Beide Eigenschaften spielen eine wichtige Rolle bei der weiteren Planung der Fläche. Und dann dürften die Bäume keinen zu dichten Blätterwald haben. "Sonst wird es du dunkel", erklärt Hotz. Rund um die Stadthalle werden die Bäume im Abstand von zwölf Metern gepflanzt. Die Anastung erfolgt weit oben in rund vier Metern Höhe. Dadurch würden sich unten lichte Wege ergeben. "Es besteht keine Gefahr, dass da mal eine dunkle Schmuddelecke entsteht", betont Projektleiter Klaus Kessler.

Auch, was die Höhe der Bäume angeht, gibt es eine Grenze. An der Balkonoberkante der Stadthalle sei die maximale Höhe erreicht. Beim Belag, kann je nach Nutzung, zwischen Color-Asphalt, Granit oder einem wasserdurchlässigen Kiesbelag gewählt werden. Mit der Idee des städtischen Grüns habe man laut Hotz eine "alte Zielsetzung aufgeriffen", die aus der Zeit der Landesgartenschau im Jahr 1986 stammt. Alles in einem Rutsch Ebenfalls wurde im Gemeiderat beschlossen, dass die Arbeiten für den Bürgerpark am Stück erfolgen.

Die Alternative wäre gewesen, den Park abschnittsweise zu errichten. Dies hätte laut Kessler Mehrkosten von rund 500 000 Euro verursacht. An manchen Stellen hätte man Flächen befestigen müssen, die später wieder entfernt werden müssten. Bei der jetzt beschlossenen Variante belaufen sich die Kosten für die Stadt auf rund 1,96 Millionen Euro.

Die Bauphasen 1A, 1B sowie 2 umfassen die Bereiche vom Tübinger Tor bis zur Stadthalle, den Bereich rund um die Stadthalle sowie die Fläche zwischen dem Krankenhäusle und der Echaz. Im September geht’s mit der Vergabe der ersten Arbeiten los. Im Januar 2012 werden die Arbeiten dann mit dem Rückbau des Stegs am Tübinger Tor sichtbar. Damit wächst laut Klaus Kessler "etwas zusammen, das zusammen gehört". Denn der Bürgerpark grenzt durch eine klare Wegeführung an die Altstadt, die Pomologie und die City Nord an – und das auf einer Ebene.

Außerdem wird das Wahrzeichen Reutlingens, das Tübinger Tor, freigestellt. Was mit dem Steg passiert, ist derzeit noch offen. Spendenaktion Und so wie die Stadthalle eine Halle für alle wird, soll auch der Bürgerpark ein Park für alle sein. Unter dem Motto: "Mein Stück Bürgerpark" können Bürger gegen eine Spende von 50 Euro ihre Namen im Bürgerpark verewigen lassen, die in Metallbänder eingraviert werden und die Baumquadrate umrahmen.

Gutes Händchen 111 Architekten und Stadtplaner haben sich 2006 bei dem städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Stadthalle und dem Gelände auseinandergesetzt. Sowohl der Entwurf des ersten als auch des zweiten Preisträgers sah einen Baumhain auf dem ehemaligen Bruderhausgelände vor.
 
 

Anja Chmielewski

09.06.2011 - aktualisiert: 09.06.2011 10:00 Uhr

 






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