2. Dezember 2010
Öfter mal was Neues: Erstmals seit das Reutlinger WOCHENBLATT unter der Rubrik Sonntagsbraten ein Rezept vorstellt, ändern wir das Konzept. Heute präsentieren gleich zwei Köche, einer davon ein Profi, ihre Kniffe und Tricks.
Das Weihnachtsfest sowie zwei großartige Rezepte boten die Gelegenheit für die einmalige Aktion. Da fällt die Wahl nicht leicht. Dann gibt‘s halt zweimal Sonntagsbraten.
Der Name ist Symbol. Früher stand er auf fast jedem Tisch. Die Zeiten ändern sich. Heute soll der Sonntagsbraten für das Besondere im Alltäglichen stehen. Der WOCHENBLATT-Sonntagsbraten will Anregungen geben, sich selbst an den Herd zu stellen oder das Angebot der hervorragenden Küche aus der Region zu testen.
Reutlinger Festtagsgans
für 5 Personen vom Gasgrill
1 Hafermastgans ( (etwa 5 kg)
1 Bund Beifuß
Majoran
3 Äpfel (am besten Cox-Orange)
Salz, Pfeffer
Eine große Aluschale mit etwas Wasser oder Wein füllen und in die Mitte des Holzkohlerostes setzen. In diese Schale tropft das austretende Fett, das Wasser verdampft und die Gans bleibt saftig. Das Fett am Hinterteil der Gans sorgfältig entfernen, daraus können Sie nachher wunderbares Gänseschmalz machen.
Dann die Gans unter kaltem Wasser abwaschen, sorgfältig trocken tupfen und rundherum mit Salz einreiben. Äpfel schälen, entkernen und daumengroß würfeln, mit Majoran, Beifuß und Pfeffer vermengen und in den Bauch der Gans füllen. Die Öffnung wenn möglich mit Rouladennadeln verschließen. Die Haut der Gans mehrmals einstechen, damit das Fett besser austreten kann.
Die Flügel und Beinchen mit Olivenöl bepinseln und in Alufolie verpacken. Die Gans mit der Brust nach oben auf den Grill legen, so kann der Saft in das Fleisch eindringen. Bratzeit der Gans: ca. 4-5 Stunden. 10 Minuten bevor Sie die Gans vom Grill nehmen bepinseln Sie sie mit etwas Bier, Kastanienhonig und einem Spritzer Sojasoße, das man vorher miteinander verrührt hat.
Vorsicht: Der Kastanienhonig wird sehr schnell schwarz. Sollte es notwendig sein, Kohle nachzulegen, nur vorgeglühte Kohle (z.B. im Anzündkamin) nachlegen. Beim Grillen mit dem Gasgrill indirekte Hitze machen. Regelmäßig Flüssigkeit nachfüllen, da das Fett sonst Feuer fangen kann. Um sicherzugehen, dass das Fett beim Nachgießen des Wassers oder Weines kein Feuer fängt, kurz den Brenner abschalten.
Gänsebraten aus dem Ofen nach Balazs Meszaros Omas Rezept:
Gänsekeule und -Brust
4 Gänsekeulen
1 Gänsebrust
Salz, Paprikapulver edelsüß
Ahornsirup bzw. Kastanienhonig
½ Liter Wasser
200 Gramm Maronen
Am Vorabend die Gänsekeulen und -Brust gut salzen und mit einer Marinade aus Paprikapulver edelsüß und Ahornsirup bzw. Kastanienhonig einmassieren.
Über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
Vorbereitete Gänsekeulen und -Brust in ein tiefes Backblech setzen.
Ein halber Liter Wasser zugeben und mit Alufolie fest verschließen.
Im vorgeheizten Backofen bei 180°C eine Stunde garen. Alufolie entfernen.
Maronen beifügen und weitere 1 ¼ Stunden bei 180°C garen. Die Gans ist fertig, wenn sich die Haut goldbraun gefärbt hat und knusprig ist.
Soße
¼ Liter Rotwein
Gänsefonds bzw. Bratensatz vom Backblech
½ Liter Orangensaft
Salz, Pfeffer
Rotwein auf die Hälfte reduzieren.
Gänsefonds bzw. Bratensatz vom Backblech, Orangensaft dazugeben.
Soße aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Semmelknödel
¼ Liter Milch
10 Brötchen vom Vortag
1 kleine Zwiebel
Etwas Butter
3 Eier
Salz, Muskat
1 Bund Petersilie
Semmelknödel
Brötchen in kleine Würfel schneiden.
Zwiebeln hacken und goldbraun andünsten.
Warmer Milch mit verquirlten Eiern über die Brötchenmasse geben. Mit Salz, Muskat und feingehackter Petersilie würzen.
Alles gut vermengen.
Mit feuchten Händen die Masse zu Knödel formen und in siedendem Wasser gar ziehen lassen.
Himbeer-Rotkraut
1,2 kg frisches Rotkraut (eventuell aus Dose)
100 ml Himbeeressig
50 gr Gänseschmalz
1 Zwiebel
2 Äpfel
Zimt, Salz
100 gr. Himbeeren (gefror.)
Am Vortag Rotkraut fein schneiden und mit Himbeeressig, Apfelscheiben, Salz und Zimt marinieren.
Zwiebelstreifen und Apfelscheiben im Gänseschmalz anschwitzen. Marinierter Rotkohl dazugeben.
Im zugedeckten Topf langsam weich dünsten.
Zuletzt gefrorene Himbeeren zugeben und aufkochen.
Mit Salz abschmecken.
Weintipp
BioBon Merlot 2008
Zur geschmacksreichen Gans empfiehlt Fritz Haux einen Franzosen: Gerard Bertrands Biobon Merlot 2008. Sein Merlot ist ausgezeichnet mit dem »Certifié Agriculture Biologique« und ist ebenso sorgfältig gepflegt und ausgebaut.
Mit seiner fruchtigen Note nach roten Beeren passt er hervorragend zu der mit Äpfel und Apfelsinen gefüllten Gans.
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