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Rohbau - die Zielgerade wird im Frühjahr erreicht

Konstantin Rasch ist Bauleiter der Rohbaufirma Riedel Bau.

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18. NOVEMBER 2010
 

Ein paar Betonstützen ragen schon über den Bauzaun hinaus. Wer zurzeit an der Konrad-Adenauer-Straße entlangläuft und einen Blick aufs Bruderhausgelände riskiert, sieht die Stadthalle in die Höhe wachsen. Einen ganz anderen Blickwinkel hat Konstantin Rasch, Bauleiter bei Riedel Bau.
 

Das Büro des jungen Bauleiters liegt hinter der Baustelle, zur Echaz hin, in einem Container. Aus seinem Fenster sieht der 28-Jährige graue Betonstützen. Sie gehören zum Erdgeschoss der Stadthalle, die gerade im Eiltempo in die Höhe wächst. Täglich ab sieben ist Rasch in seinem Büro. Die zwölf Quadratmeter im Container sind erstaunlich geräumig. "Sogar beheizbar", erklärt der Bauleiter lächelnd mit Blick auf den kommenden Winter. Seit August ist er hinter dem Reutlinger Bauzaun tätig. Für Rasch ist der Job ein Glücksfall: "Ich habe mich im Studium beworben. Im Juli, bei der Grundsteinlegung, war mein Vorstellungsgespräch", erinnert sich der gebürtige Reutlinger. Die Zusage war "ein absoluter Traum", so der junge Baufachmann.

Rasch hat Erfahrung mit großen Baustellen: Zum Beispiel beim Umbau der Mercedes Benz Arena und dem Bau der Arena Ludwigsburg war er in Studentenzeiten dabei. Jetzt trägt er allerdings das erste Mal volle Verantwortung. Gelernt hat der 28-Jährige einen Bauberuf: Zimmerer bei der Reutlinger Firma Loos. Danach kam das Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering. Dass er von hier stammt, hat seine Vorteile. Er kennt die Firmen, die für Riedel Bau einen Großteil der Rohbauarbeiten machen, spricht die gleiche Sprache. "Wir sind hier die Schnittstelle zwischen Planungsbüro und Ausführern", unterstreicht Rasch, der im Team mit seinem Kollegen Gerhard Nagel die Geschicke am Bau lenkt.

Ein- bis zweimal die Woche ist sein Kollege da, den Rest der Zeit bei Riedel Bau in Schweinfurt. Die beiden halten Kontakt übers Handy und den PC. "Das ist enorm wichtig. Alles hängt von der Kommunkation ab", weiß Rasch. Wenn etwa eine der Vertragsfirmen nicht rechtzeitig auftaucht oder wenn nicht genug Stahl geliefert wird oder einfach, wenn das Wetter Kapriolen schlägt. Dann heißt es, schnell beraten und dann richtig entscheiden. Dabei holen Rasch und Nagel die Leute von Draußen mit ins Boot. Poliere, Chefs und Bauleiter der Rohbaugewerke am Ort -­ jeder macht sich Gedanken. "Und am Ende macht man das, was in der Situation am sinnvollsten ist", unterstreicht Rasch.

Im Moment läuft alles wie am Schnürchen, beruhigt er mögliche Befürchtungen. "Wir sind zwar nicht mehr ganze zwei Wochen dem Zeitplan voraus, aber immer noch ein gutes Stück". Das Stück werde man brauchen können ­ gerade mit Blick auf den kommenden Winter. "Wenn über Wochen durchweg Schnee liegt, kann das viel Zeit kosten". Aber auch schon der Novemberregen hat seine Tücken: Rasch erzählt von den Betonierarbeiten für die Decken. Da versteht man erst einmal, was so ein paar Tropfen ausmachen. Die Decke über dem zweiten Untergeschoss hätte beinahe Tropfspuren abbekommen. Am Tag der Ausführung war gutes Wetter ­ Bauleiter-Glück.

Gerade sind rund 40 Leute draußen: Sie bohren, sägen, betonieren bei fast jeder Witterung. Im Moment machen sie die Verschalungen der Erdgeschoss-Decke und in Kürze werden die nichttragenden Trennwände hochgezogen. Sie geben eine Idee davon, wie die Räume der Stadthalle einmal angeordnet sein werden. Für Konstantin Rasch ist jedes Stück, das fertig wird, ein Erfolg: "Wir wollen den Zeitplan auf jeden Fall einhalten". Bis zur Zielgeraden sind es noch einige Monate. Der Rohbau soll im Frühjahr fertig sein. Dann kommen die Ausbauarbeiten dran und damit der Abschied für Konstantin Rasch. "Was danach kommt, wird man sehen", erklärt der junge Techniker zuversichtlich. Vielleicht eine Baustelle irgendwo in Deutschland? "Möglich", so der Bauleiter, "das ist Teil des Jobs".

INFO: Teil 1, 2 und 3 unserer Reihe finden Sie unter www.reutlinger-wochenblatt.de. Aktuelle Fotos vom Stand der Baurbeiten gibt es in unserer Bildergalerie am Ende des Textes.

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ANJA ALLMERITTER

18.11.2010 - aktualisiert: 14.07.2011 11:10 Uhr

 






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