Interview der Woche
 

Gemeinschaftsschule

Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?

 
Stadthalle Reutlingen
 
Alles was Recht ist
 
Sonntagsbraten
 
Autotest
 
Autotest
 
Drucken

Sportsfreund Franz B.

9. SEPTEMBER 2010
 

Heute beginnen wir unsere launige Kolumne mal mit einem (leicht zu lösenden) Rätsel. Wer, hoch verehrtes Publikum, hat folgendes gesagt: "In einem Jahr hab ich mal 15 Monate durchgespielt." "Die Schweden sind keine Holländer ­ das hat man ganz genau gesehen." "Das sind alles gute Fußballer.

Nur: Sie können nicht Fußball spielen." Erraten? Den Sportsfreund den wir heute suchen, heißt Franz Beckenbauer und besticht durch seine brillante Logik, niemals wirren Antworten und vor intelligenten Einwürfen.

"Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Untentschieden oder Niederlage." Ja Franz und am Samstag feiert er Geburtstag. Der Deutsche, der für das Image seiner Landsleute im Ausland mehr geleistet hat als 50 Jahre Diplomatie und zehn Goethe-Institute zusammen", wie der Wiener Künstler Andre Heller einmal sagte, kommt ins Rentenalter und ist noch lang nicht müde.

65 Jahre alt wird der Kaiser am 11. September. Die wenigsten davon stand er nicht im Lichte der Öffentlichkeit. Immer machte dieser begnadete Fußballer und unbegabte Rhetoriker auch außerhalb des Fußballplatzes von sich reden. In dem er redete und drauflosplauderte und sein Herz auf die Zunge legte und dabei zwischenzeitlich vergaß, was er eigentlich vorhin sagen wollte.

Richtig böse war ihm deshalb nie jemand, oder Franz? "Ich hab das auch schon gesagt letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft. Ich habe gesagt: Man kann alle in einen Sack stecken und so weiter. Kritik kam dann auf mich zu, aber ich hab das nicht so negativ gemeint." Im Gegenteil: Franz Beckenbauer war immer ein positiver Mensch.

"Das beste an der ersten Halbzeit war, dass Mario Basler nicht erfroren ist." Ohne sein soniges Gemüt hätte er es wohl auch nicht so weit gebracht. Auf dem Fußballfeld wie bei blonden Sekretärinnen hatte er einfach einen Schlag und auch sonst kann man ihm nicht viel übelnehmen. "Wenn er erklärt, dass der Ball eckig ist, dann glauben ihm das alle", urteilte Trainerkollege Otto Rehagel einmal über ihn.

Und so freuen wir uns immer, wenn der Kaiser irgendwo vor einem Mikrofon sitzt, und seine Weisheiten zum Besten gibt. Und uns in Welten entführt, in denen nur er zu Hause zu sein scheint. Der Sportjournalist Andreas Burkert von der Süddeutschen Zeitung hat des Kaisers sprachliches Wirken wunderbar charakterisiert.

"Franz Beckenbauer redet sehr viel, das weiß man, und meistens ziehen seine Sätze einfach weiter, wie eine der acht Millionen Schäfchenwolken über der Biskaya." Das bleibt uns nicht mehr viel zu sagen. Wir wünschen dem Sportsfreund Beckenbauer alles erdenklich gute, beste Gesundheit und weitere 65 Jahre fröhliches Wirken an der Medienfront.
 
 

Dieter Reisner

09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 09:35 Uhr

 

Lesermeinungen

(keine Lesermeinung vorhanden)

 






nach oben