Sebastian

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Gemeinschaftsschule

Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?

 
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Meuterei auf dem Häckselplatz?

Aufreger Öffnungszeiten.
Foto: pr

9.SEPTEMBER 2010
 

Nun ist es ja bald wieder so weit. Der leichte Morgennebel kündigt ihn an, den nahenden Herbst. Und was gibt's da nicht noch alles zu tun im Garten vor der Tür! Nochmals den Rasen mähen, vertikutieren und düngen, Pflanzen und Bäume zurückschneiden.

Das erste Laub zusammenrechen. Eh ich mich versehe, ist mein Samstagvormittag vorbei und die Schubkarren mit Grünabfällen und Bergen von Häckselgut stapeln sich in der Schubkarre, vor dem Haus, angelehnt an den Gartenzaun. 15.32 Uhr ist es und zum Glück wohne ich nicht in Betzingen.

Denn dort bleiben fleißige Kleingärtner auf den Nebenprodukten ihrer emsigen Gartenarbeit über's Wochenende sitzen. Wenn sie nicht bis 11.45 Uhr alles abgegeben haben. Denn dann schließt der dortige Häckselplatz. Und das gefällt einigen Betzinger Gartenbesitzern gar nicht.

Unlogisch empfinden sie die neuen Öffnungszeiten, die ungefähr seit Anfang des Jahres gelten. Während am Samstagnachmittag zu ist, ist der Platz unter der Woche, wenn eigentlich die meisten Gartenbesitzer arbeiten und keine Zeit haben, ihr Grüngut anzuliefern, von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16.45 Uhr geöffnet.

Wo am Samstag mit den Öffnungszeiten geknausert wird, geht es also unter der Woche alles andere als sparsam zu. Ziemlich lang wird den Mitarbeitern am Häckselplatz dann wahrscheinlich ihr Tag vorkommen. Denn, und davon habe ich mich mit eigenen Augen über den Zeitraum einer ganzen Woche bei Stippvisiten selbst überzeugt, sind es nur wenige Anlieferungen, die hereinkommen.

Das ist auch schon anderen aufgefallen. Sie haben ihren Ärger und ihre Beobachtungen zum Anlass genommen, sich per Brief oder auch mündlich bei der Stadtverwaltung über die Öffnungszeiten des Häckselplatzes zu beschweren. Doch weit gefehlt, wer denkt, da seien die "üblichen Meckerer" am Werk, die bei allem und jedem etwas auszusetzen haben.

Einige von ihnen habe ich nämlich bei meinen Erkundungstouren am besagten Abgabeplatz kennen lernen dürfen. Andere haben uns ihre Post an die Stadtverwaltung freundlicherweise zukommen lassen. Von ihnen allen habe ich sehr viel Konstruktives gehört, nicht nur Meckereien.

Man macht sich Gedanken, wie es besser gehen könnte. Wie die Situation besser an die Realität angepasst werden könnte. Die Stadt hat da offenbar allerdings eine andere Sicht als die Betroffenen. In ihren Antwortbriefen an einen engagierten, nachfragenden Bürger liest man Folgendes: Wieder einmal ist es Teufel Sparzahn, der offensichtlich an den eingeschränkten Öffnungszeiten Schuld trägt.

Denn, so hat es der Leiter der Technischen Betriebe, Hans Fröb, bereits beim Besuch unserer Oberbürgermeisterin Barbara Bosch in Betzingen vor einigen Monaten verlauten lassen: Der Häckselplatz ist ein Verlustgeschäft. Und was liegt näher, so scheint die Stadtverwaltung wohl gedacht zu haben, als die Öffnungszeiten zu minimieren (mal abgesehen von den Gebühren, die man pro Anlieferung zahlen muss)?

Damit war dann wahrscheinlich der verkürzte Samstag geboren. Angeblich auch, weil die Stadt die Wahrnehmung hat, dass Samstagnachmittag nicht so viel los gewesen sei. Aha. Die Betzinger Gartenbesitzer scheinen also da ganz anders geartet zu sein, als andere Gartenbesitzer?

Wenn ich am Ende eines langen samstäglichen Gartenarbeitsvormittages noch schnell zum Häckselplatz bei mir im Ort düse, dann ist dort recht viel, und gerade jetzt im Herbst fast schon die Hölle los. Ich muss anstehen, um meine Astbündel loszuwerden. Warten, bis die Schlange vor mir kürzer wird.

Und für die Mitarbeiter dort hoffen, dass sie hinter mir nicht noch länger wird, damit sie keinen Abenddienst verrichten müssen. Vielleicht - und das kann ich nur wärmstens empfehlen -­ überprüft die Stadt noch einmal ihre Erfahrungswerte am Häckselplatz in Betzingen.

Nimmt die Anregungen an, die da aus den Reihen derer kommen, die unzufrieden sind. Die nämlich schlagen vor, einfach unter der Woche die Öffnungszeiten zu verkürzen, wenn sowieso nicht allzu viele ihr Grüngut abgeben. Und dafür am Samstag ein paar Stunden mehr anzuhängen. Eine einfache Rechnung. Eigentlich.
 
 

rw

09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 09:01 Uhr

 

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