Interview der Woche
 

Gemeinschaftsschule

Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?

 
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Die Sanierungskosten zahlen sich aus

Heiko Suter.
Foto: pr

2. SEPTEMBER 2010
 

Die Reutlinger Bäder verursachen jährlich einen Verlust in Millionenhöhe ­ und das obwohl in den vergangenen Jahren umfangreich saniert wurde. Wir sprachen mit Heiko Suter, Geschäftsführer der FairEnergie über die Situation der Reutlinger Bäder.
 

Herr Suter, welche größeren Sanierungsmaßnahmen und Kosten gab es in den letzten Jahren?
Heiko Suter: Im Jahr 2007 wurden im Wellenfreibad Markwasen das Wellen- und Nicht-schwimmerbecken für rund 1 Million Euro saniert. Im Achalmbad wurde für rund 100 000 Euro die Finnische Sauna erneuert. Ein Jahr später haben wir das Kleinkinderbecken im Wellenfreibad Markwasen für rund 300 000 Euro auf den neu-esten Stand gebracht. Im Jahr 2009 wurden Sanierungsmaßnahmen im Dampfbadbereich des Achalmbades durchgeführt. Die Kosten lagen bei rund 250 000 Euro. Ebenfalls rund 250 000 Euro wurde in eine neue Warmwasseraufbereitung im Hallenbad Orschel-Hagen investiert.

Sind größere Sanierungsmaßnahmen geplant?
Heiko Suter: Nein, mittelfristig sind keine größeren Investitionen geplant.

Wie ist die Besucherbilanz der letzten fünf Jahre? Steigend, fallend, gleichbleibend...?
Heiko Suter: Grundsätzlich sind die Besucherzahlen ­ insbesondere im Wellenfreibad Markwasen ­ stark vom jeweiligen Wetter abhängig. Im Jahr 2007 wirkten sich zudem die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Freibad auf die Gästezahl aus. Die Gesamtbesucherzahlen (alle Reutlinger Bäder) der letzten fünf Jahre stellen sich wie folgt dar: 2005 kamen 460 487 Besucher, 2006 waren es 436 650, 2007 besuchten 357 454 Gäste die Bäder, 2008 kamen 401 613, 2009 waren es 412 721 Besucher. Damit geht die Tendenz leicht nach oben.

Wie ist aktuelle Besuchertendenz im Freibad in der Saison 2010?
Heiko Suter: Bisher haben zirka 190 000 Besucher (Stand: 25. August 2010) das Wellenfreibad Markwasen besucht und bis zum Saisonende rechnen wir mit etwa 210 000 Gästen (in 2009 waren es rund 212 000), was bei einem Fünf-Jahresdurchschnitt durchaus in einem "normalen" Rahmen liegt.

Sind die Einnahmen der Reutlinger Bäder kostendeckend? Gibt es jährliche Defizite? Heiko Suter: Nein. Der Bäderbetrieb aller Reutlinger Bäder (Wellenfreibad Markwasen, Hallenbäder Achalmbad, Betzingen und Orschel-Hagen) verursacht einen jährlichen Gesamtverlust vor Steuern in Höhe von zirka 3,5 Millionen Euro. Das Freibad alleine schließt mit einem jährlichen Verlust von zirka 1,5 Millionen Euro.

Wie sieht es mit eventuellem Wasserverlust aus?
Heiko Suter: In den Hallenbädern haben wir keine nennenswerten Wasserverluste. Im Wellenfreibad Markwasen haben wir durch den Austrag der vielen Gäste und durch Wind und Wetter einen Wasserverlust von rund acht bis zehn Prozent.

Ist die Zukunft der Reutlinger Bäder gesichert?
Heiko Suter: Aus heutiger Sicht planen wir, die Bäder in Reutlingen zukünftig in gleicher Weise zu betreiben, wie bisher auch.

Im Falle fehlender Rentabilität: Kann der Reutlinger Gemeinderat oder die Stadtverwaltung über eine eventuelle Schließung aus Kostengründen mitentscheiden?
Heiko Suter: Wie unter der Frage fünf bereits dargestellt, sind sämtliche Bäder schon immer defizitär. Unabhängig davon stehen die Reutlinger Bäder in der Verantwortung der Stadt-werke Reutlingen GmbH und werden durch dieses Unternehmen betrieben. 100-prozentige Gesellschafterin der Stadtwerke Reutlingen GmbH ist die Stadt Reutlingen. Im Aufsichtsrat der Stadtwerke Reutlingen GmbH sind die Oberbürgermeisterin und Mitglieder aller Gemeinderatsfraktionen vertreten. Wichtige Entscheidungen ­ auch was die Bäder betrifft ­ werden mit entsprechenden Mehrheitsbeschlüssen zunächst im Aufsichtsrat und danach in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Reutlingen GmbH getroffen. Somit kann der Reutlinger Gemeinderat sowohl über den Aufsichtsrat, als auch über die Gesellschafterversammlung mitentscheiden.

Wäre eine Schließung finanziell überhaupt sinnvoll?
Heiko Suter: Aktuell liegt der Geschäftsleitung der Stadtwerke Reutlingen GmbH weder vom Gesellschafter Stadt Reutlingen, noch vom Aufsichtsrat der Stadtwerke Reutlingen GmbH ein Auftrag zur Prüfung derartiger Überlegungen vor. Eine Aussage hierüber ist daher derzeit nicht möglich.
 
 

Fragen von Anja Allmeritter

02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 10:39 Uhr

 

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