Interview der Woche
 

Gemeinschaftsschule

Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?

 
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Links und rechts der Reutlinger Wilhelmstraße


2. SEPTEMBER 2010
 

Stuttgart 21 und (k) ein Ende?! Nachdem sich FDP- und Verdi-Mitglied Hagen Kluck kürzlich in einem Brief an seine Gewerkschaft über deren Teilnahme an den Protesten gegen Stuttgart 21 verwundert zeigte (wir berichteten), folgte nun die Antwort der so Adressierten.

Martin Gross, Bezirksgeschäftsführer von verdi Fils-Neckar-Alb, meinte zu Klucks Schreiben: "Auch in verdi werden, wie in der FDP, Positionen mitunter kontrovers diskutiert und dann demokratisch darüber abgestimmt. So auch bei Stuttgart 21." Gross verweist in seiner Antwort darauf, dass sich der verdi Landesbezirk in seinem höchsten Gremium, dem Landesbezirksvorstand, mit Stuttgart 21 mehrfach kritisch auseinandergesetzt und bereits im Dezember vergangenen Jahres einen Aufschub gefordert hatte.

Der Konflikt um Stuttgart 21 habe sich, so Gross, in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt. Es gäbe einen "tiefen Graben zwischen Befürwortern und Gegnern", der durch die Stadt und die Region ginge. Der Graben gehe quer durch alle Parteien und auch bei verdi gäbe es natürlich Vertreter beider Seiten. In dieser "verfahrenen Situation" sei es aber "höchste Zeit Brücken zu bauen". Dafür, so Gross ganz klar, brauche es einen sofortigen Baustopp.

Während eines folgenden Aufschubs müssten alle Fakten auf den Tisch und neu bewertet werden. Eine anschließende Bürgerbeteiligung halte verdi für dringend erforderlich. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Baden-Württemberg habe sich auf seiner Bezirkskonferenz im Januar mit Stuttgart 21 befasst und beschlossen: "DGB-Bezirk Baden-Württemberg lehnt den geplanten Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs zu einem unterirdischen Tiefbahnhof ab.

Stattdessen soll zügig die Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs, sowie der Neubau der Strecke Stuttgart ­ Ulm angegangen werden. Der DGB tritt dem Bündnis gegen Stuttgart 21 bei und unterstützt dessen Aktivitäten." Doch nicht nur Hagen Kluck und Martin Gross für verdi Fils-Neckar-Alb ergreifen in diesen Tagen das Wort in Sachen des umstrittenen Bahnprojekts, dass aus dem Kopfbahnhof einen Durchgangsbahnhof machen soll.

Auch der Landtagsabgeordnete Rudolf Hausmann äußerte sich. Er steht weiterhin -­ wie auch unsere OB Barbara Bosch -­ zu dem Projekt. Allerdings, so räumte er ein, müsse man Kritik ernst nehmen. Neue Fragen seien zudem zu beantworten - zum Beispiel die, ob Stuttgart 21 für Reutlingen tatsächlich einen Fortschritt bringt.

Dies ist nämlich ein Punkt, der von Kritikern angezweifelt wird. Und wie sieht' s aus mit Nils Schmid, der in nicht allzu ferner Zukunft nach Reutlingen ziehen wird? Er steht deutlich hinter dem Beschluss für Stuttgart 21 und verweist auf die Beschlusslage in der Sache.

Lauf, Schäfer, lauf! Während auf der umstrittenen Großbaustelle Stuttgarter Hauptbahnhof der ein oder andere Bock geschossen wird und sich der Stimmungshimmel immer mehr verdunkelt, hellte sich die Stimmung in Markgröningen am vergangenen Wochenende bei einer jungen Pfronstetter Bürgerin sicher auf.

Und zwar beim dortigen Schäferlauf. Denn Yvonne Fauser war auch in diesem Jahr das schnellste Schäfermädchen, das barfuß über das Stoppelfeld und dann über die Ziellinie rannte. Wie übrigens auch schon im Jahr 2009. Herzlichen Glückwunsch!

Vor insgesamt rund 3 500 Zuschauern rannten neben Yvonne Fauser am Samstag sieben weitere junge Frauen und acht junge Männer aus Schäferfamilien über den pieksenden Untergrund. Der Schäferlauf -­ eine mehr als 500 Jahre alte Tradition -­ soll zeigen, dass die Jugendlichen für den Schäferberuf geeignet sind.

Und Yvonne Fauser hat nun neben der Sieger-Krone im Regal wahrscheinlich auch ein Schaf im Garten stehen. Denn das ist der traditionelle Preis des Rennens.

Mensch, ärger Dich nicht? So einfach, wie die Stadtverwaltung es sich womöglich vorgestellt hat, ist es nicht. Die neue Parkplatzregelung unter anderem in der Oststadt sorgt nämlich offenbar für Unmut, der nicht abebben will.

Unzufrieden mit der Parkplatzsituation ist zum Beispiel auch der Anwalt Rolf Eissler, dessen Kanzlei in der Oberen Kaiserstraße sitzt. Seine MitarbeiterInnen und auch die seiner Kollegen in der Straße träfe die neue Regelung besonders hart.

Sie könnten während der Arbeitszeit nicht mehr in der Nähe der Kanzlei parken, denn der nächste Parkplatz sei erst am Südbahnhof ­ und von dort gäbe es keine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Rund vierzig Minuten Fußweg würde das für seine MitarbeiterInnen bedeuten.

Nicht machbar für zum Beispiel Mütter, die vor der Arbeit noch ihre Kinder in den Kindergarten bringen müssten. Darum hat Rolf Eissler telefonisch bei der Stadt nachgefragt, ob er einen Anwohnerparkausweis haben könnte. Einen Einzigen nur.

Doch dies sei -­ so habe die Antwort gelautet -­ nicht möglich, da Gewerbetreibende keinen Anspruch auf einen solchen Ausweis hätten. Rein gesetzlich, so Eißler, betreibe er aber als Anwalt kein Gewerbe. Nun will er nochmals schriftlich nachhaken.
 
 

Karin Kontny

02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 08:43 Uhr

 

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