26. AUGUST 2010
REUTLINGEN. Fast ein Jahrhundert hat sie schon auf dem Buckel: Die Reutlinger Hermann-Kurz-Schule ist in den Jahren 1911 bis 1913 erbaut worden. Nun sind die Fenster des denkmalgeschützten Gebäudes reif für eine Sanierung. Seit März und noch bis Ende des Jahres werden etliche der rund 400 Fenster sorgfältig erneuert.
Verzogene Rahmen, rissiger Lack, marode Dichtungen das Alter macht den Fenstern der Grund- und Hauptschule zu schaffen. Architekt Ulrich Schwille und Wolfgang Kühn vom städtischen Gebäudemanagement beziffern die Sanierungskosten: 325 000 Euro stehen der Stadt ins Haus, damit es den Schülern in der Hermann-Kurz-Schule nicht mehr in den Nacken zieht.
75 Prozent der Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro werden durch eine Förderung aus dem Konjunkturpaket II beglichen. Von den rund 400 Fenstern waren zu Beginn der Sanierung, Anfang März, 120 reparaturbedürftig. Etliche sind mittlerweile in Ordnung gebracht. Auffallend ist, dass sich die neuen Fenster oberflächlich gar nicht von den alten unterscheiden.
Der Grund liegt in der sensiblen Restaurierung. Das ist zum Beispiel der stark verwitterte Holzrahmen in einem Klassenzimmer im ersten Stock. Das marode Holz wird nicht etwa mit herkömmlichem Lack aufgemöbelt, sondern nach alter Methode, mit Leinöl. Dieser historische Anstrich sei "auf die Dauer gesehen, die haltbarste Technik", erläutert Ulrich Schwille erläutert.
Auch sonst wird auf Geschichtstreue geachtet. So bleibt die Aufteilung der mehrgliedrigen Glasfronten erhalten, die alten Schließmechanismen ebenso. "Das sind schöne Details". Schwille gerät fast ins Schwärmen. Besonders freut ihn, dass man für die Restaurierung eine Spezialfirma gefunden habe: Ausbau, Restaurierung und Wiedereinbau läuft alles aus einer Hand.
Von der energetischen Seite setzt man auf Doppelverglasungen, die eben geradeso in die alten Falze hineinpassen. Die Fertigstellung ist für den Dezember geplant. Wolfgang Kühn: "Wir gehen davon aus, dass wir keine Beschwerden über Zugluft mehr bekommen".
Sehr viel früher als Dezember dürfen sich die Schüler der Hermann-Kurz-Schule noch über eine andere Neuerung freuen: Im Untergeschoss wird gerade eine Mensa eingebaut. Kostenpunkt: 150 000 Euro. Ab Mitte September sollen hier 50 Schüler warme Mahlzeiten genießen können.