26. AUGUST 2010
Neues vom letzten Kirchentellinsfurter Einhorn. Vergangene Woche berichteten wir im "Sebastian", dass die Firma Einhorn in Kirchentellinsfurt Insolvenz anmelden wird. Nun ist dies geschehen. Die derzeit noch 65 Beschäftigten - die meisten von ihnen sind Frauen - erhalten nun erst einmal für drei Monate Insolvenzgeld.
Bei weiteren, kürzlich gekündigten Mitarbeitern laufen auch schon Kündigungsschutzklagen. Der vom Gericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, der Reutlinger Anwalt Jürgen Sulz, hat sich mittlerweile auch der Belegschaft vorgestellt. Zumindest eine positive Nachricht hatte er dabei schon im Gepäck: Die Auslieferung sei wieder angelaufen.
Nun will er sich erst einmal einen Überblick über die Lage verschaffen. Betriebsratsvorsitzende Sabine Wagner wagt derweil einen Blick in die noch ungewisse Zukunft. Die Insolvenz sei "eine Chance für den Betrieb." Der Betriebsrat hoffe außerdem sehr, dass sich für Einhorn ein Käufer findet, mit dem "möglichst viele Arbeitsplätze" erhalten blieben.
Die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten... Die SPD-Fraktion hat einen Antrag zur aktuellen Situation des Reutlinger Straßennetzes gestellt. Demnach soll die Stadtverwaltung Reutlingen im Bau-, Verkehr- und Umweltausschuss, BVUA, einen detaillierten Überblick über alle Straßen-Sanierungsarbeiten geben, die nach derzeitigem Sachstand in den nächsten fünf Jahren anstehen.
"Die Reutlinger Straßen sollen nach ihrem aktuellen Zustand bewertet und daraufhin in Prioritäten empfehlende Kategorien eingeteilt werden," erklärt Stadträtin Edeltraut Stiedl. Quasi eine Einteilung zischen baufällig und weniger baufällig also. Ein weiteres Kriterium hierbei müsse sein, welche Auswirkungen es hätte, wenn bereits vorgesehene Arbeiten aufgeschoben werden würden.
Die Verwaltung mache in regelmäßigen Abständen Straßenbegehungen, so dass die Daten über den Zustand der Straßen vorlägen. Stiedls Fraktionskollegin im BVUA, Silke Bayer, nimmt auch die aktuelle finanzielle Lage in den Blick: "Die Kosten für Sanierungsarbeiten an Straßen sind bekanntlich sehr hoch.
Deshalb ist es jetzt Zeit, einen Überblick über die Lage in Reutlingen zu bekommen. Jede Straße hat eine gewisse Über-Lebensdauer und uns ist es wichtig, die zu kennen." Nur so könnten verantwortungsvoll Entscheidungen getroffen werden.
Wie Hagen Kluck sich wunderte. "Liebe Kolleginnen und Kollegen" so beginnt ein Brief, den Hagen Kluck an die Gewerkschaft ver.di verfasst hat "mit Verwunderung habe ich in den Medien Fotos gesehen, auf denen in Reutlingen unter einer wehenden ver.di-Fahne zur Teilnahme an einer Demonstration gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 aufgebrochen wird."
Seiner Verwunderung schließt sich auch gleich ein persönlicher Kommentar an. Nämlich, dass er nichts dagegen habe, wenn einzelne Mitglieder seiner Gewerkschaft "ihre Ablehnung auch öffentlich zum Ausdruck bringen." Da die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft aber sehr viele Mitglieder habe, die diesem "gerade auch für die Region Neckar-Alb wichtigen Jahrhundertprojekt positiv gegenüberstehen", erwarte er von der Reutlinger Bezirksverwaltung Zurückhaltung in dieser Sache.
Stuttgart 21, beeinträchtige die ökologischen, sozialen, beruflichen und kulturellen Interessen seiner Mitglieder in "keiner Weise", so der Brief weiter. Hagen Kluck versäumt darin auch nicht, auf die Satzung der Gewerkschaft hinzuweisen, nach der die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft eine Solidargemeinschaft von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung oder parteipolitischer Bindung sei.
Aus dieser Festlegung ergebe sich "zwingend, dass sich ver.di selbst nicht als Ersatzpartei betrachtet oder als Erfüllungsorgan von politischen Parteien missbrauchen lässt. In Bezug auf Stuttgart 21 habe ich leider den Eindruck, dass ver.di sich vor den Karren der Parteien "Die Linke" und "Bündnis 90/Die Grünen" spannen lässt."
Als langjähriges Gewerkschaftsmitglied fordert Kluck die Bezirksverwaltung Neckar-Alb-Fils auf, "zur Sachlichkeit zurückzukehren." Das seien "wir" auch den Kolleginnen und Kollegen der Verkehrsgewerkschaft Transnet und der Industriegewerkschaft BAU schuldig.