Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?
Der Islam ist mit rund 1,5 Milliarden Anhängern nach dem Christentum (2,2 Milliarden) die zweitgrößte Weltreligion. Am 11. August begann der Fastenmonat Ramadan. Muslime in der ganzen Welt fasten vier Wochen lang. Auch in der Region Neckar-Alb leben viele von ihnen. Wir haben bei der Muslimischen Gemeinde Reutlingen nachgefragt, welchen Pflichten die Gläubigen in dieser Zeit unterliegen und wie sich dabei der Alltag verändert. Imam Ender Cengel hat auf unsere Fragen geantwortet. Metin Caliskan übersetzte.
Hallo Herr Cengel, warum fasten Moslems?
Ender Cengel: Das Fasten ist einer der fünf Säulen, die für uns Moslems ein Bestandteil unseres Glaubens ist. Das Fasten besteht darin, von der zweiten Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Fasten heißt auf Arabisch SAUM, was ungefähr sich beherrschen, sich kontrollieren bedeutet. Und damit wir auch nachvollziehen können, wie sich Menschen fühlen, die nicht die Möglichkeit haben, drei Mahlzeiten zu essen oder sauberes Wasser zu trinken oder generell an Nahrung zu kommen.
Wie sieht der Tagesablauf in dieser Zeit aus?
Cengel: Unser Tagesablauf sollte durch das Fasten nicht beeinträchtigt werden. Vor der zweiten Morgendämmerung sollte man sich schon ernährt haben und sich für das Fasten besinnen und bis zum Sonnenuntergang so beibehalten.
Warum dürfen die Gläubigen nachts essen?
Cengel: Weil fasten laut Koran von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist, das bedeutet von Sonnenuntergang bis Sonnenanfang wird nicht gefastet! In der Koransure (Bakara:187) heißt es wie folgt: ‘...alsdann haltet streng das Fasten bis zur Nacht....‘
Beteiligen sich alle aus Ihrer Gemeinde am Ramadan?
Cengel: Fasten sollten nicht Reisende, kranke Menschen, schwangere Frauen und Kinder, ältere Menschen. Zudem gibt es keinen Zwang im Glauben und somit ist es jedem selbst überlassen, ob er fasten möchte oder nicht. Aber ein Gläubiger sollte Wissen, dass es eine der fünf Säulen unseres Glaubens ist.
Ist es nicht schwer, vier Wochen lang zu fasten? Man muss ja schließlich auch arbeiten gehen?
Cengel: Das Fasten ist nicht schwer, solang der Glaube und Wille vorhanden ist. Gott gibt keine Aufgaben, die Menschen nicht tragen können. Was geschieht am Ende der Fastenzeit? Machen Sie ein großes Fest? Cengel: Nach dem Fastenmonat Ramazan, gibt es einen dreitägigen Feiertag (Bayram), bei dem die Jüngeren aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis die Älteren besuchen. Zudem werden die Kinder beschenkt.