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Sportsfreund der Woche "Uli Hagen"

19. August 2010
 

"Es hat schon was, so von oben auf die Welt zu schauen." Uli Hagen hat oft die Welt von oben betrachtet. Als engagierter Bergsteiger und Wanderer kannte er die Gipfel Europas von Undingen bis zum Mont Blanc wie kein Zweiter. Als wir uns zum Informationsgespräch über dieses fantastisch geplante 100-Jahr-Jubiläum des TSV Undingen in unserem kleinen Besprechungsraum unterm Dach zusammensetzt haben, fiel dieser Satz. Im Raum brannte förmlich die Luft.

Es lief mir warm den Rücken hinunter. Aus einer angesetzten halben Stunde wurden anderthalb. Keine einzige Sekunde dabei war langweilig. An diese Worte muss ich immer wieder denken, wenn ich abends auf meine Alb fahre oder das Bild eines Berges vor mir sehe. Diese Worte bleiben mir als Nicht-Bergsteiger in Erinnerung an Uli Hagen und vieles mehr. Immer wieder sind wir uns begegnet. Ob es ums Laufen ging, er war dabei. Ob es ums Bouldern und den Deutschen Alpenverein Sektion Reutlingen ging, auch da war Uli Hagen und gab bereitwillig Auskunft.

Oder ob es um den TSV Undingen ging. Jedes Mal hinterließ er Eindruck. Der 55-Jährige war ein engagierter Mensch. Mit seiner Energie und seinem Tatendrang zog Uli Hagen einen in seinen Bann. Der Undinger gehört zu den Menschen, die begeistern können, ohne lästig zu werden. Dieser Mensch hatte etwas zu sagen, das spürte man gleich bei der ersten Begegnung. Er hatte ein Werturteil über die Dinge ­ und er lebte es auch.

Das war kein Sprücheklopfer, sondern einer der zur Tat drängt. Als Journalist begegnet man vielen Menschen. Vor allem auch engagierten. Uli Hagen stand über ihnen. Er hatte diese unglaubliche Gabe, aus Ideen Erlebnisse werden zu lassen. Und sich dabei nicht in den Vordergrund zu stellen, sondern voll und ganz der Sache hinzugeben. Mit seiner angenehmen Stimme und zielgerichtetem Handeln steckte er an. Und war nie überheblich. Man wollte gleich die Stiefel schnüren und in die Berge mit ihm marschieren. Er versprühte Energie und Vertrauen. Mit ihm konnte einem ja nichts passieren.

Am Samstag stürzte Uli Hagen in den Tod. Als die Nachricht auf meinem Bildschirm erschien, stockte mir der Atem. Sie kam gleich zweimal. So als ob das Programm sagen wollte: "Ja es stimmt. Es ist leider wahr." Uli Hagen hinterlässt eine große Lücke, die kaum auszufüllen ist. Auch mir wird was fehlen. Und doch bleibt auch hier Hoffnung: einen Menschen gekannt zu haben, der uns auch jetzt noch als Vorbild dienen kann. Danke.

Dieter Reisner

19.08.2010 - aktualisiert: 19.08.2010 09:12 Uhr

 






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