Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?
Claudia Tandler (links) und Lena Först hatten Erfolg beim Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur. an
12. AUGUST 2010
941 Mal Engagement für Schiller und Co. Die Zahl an sich ist schon eine Meldung wert. Soviele Einsendungen hatte der diesjährieg Landeswettbewerb Sprache und literatur zu verzeichnen. Umso ehrenvoller ist ein Gewinn: Nur 26 Preisträgern und Preisträgerinnen gab es - darunter auch drei junge Frauen aus Reutlingen und Pfullingen.
PFULLINGEN. Regina Mosch vom Isolde-Kurz-Gymanasium in Reutlingen sowie Lena Först und Claudia Tandler aus Pfullingen durften Anfang Juli die freudige Nachricht über ihren Erfolg entgegen nehmen. Die beiden Pfullinger Abiturientinnen waren zu Gast in der Redaktion des Wochenblattes. "Erstmal waren wir überrascht, dann haben wir uns riesig gefreut". Lena und Claudia, beide ehemalige Schülerinnen des Pfullinger Schiller-Gymansiums, sind erstaunlich ruhig, als sie über die letzten Wochen berichten. Über einige Monate hin haben die Beiden sich neben Abi-Vorbereitungen und Schul-Ende auf den Wettbewerb vorbereitet. Ganz locker und ohne großes Zaudern. Sicher lag das am Spaß fürs Thema: "Irrfahrten in der mittelalterlichen und modernen Literatur".
"Ich war begeistert von dem Thema", bekennt Lena Först. Besonders freute sich die 20-Jährige, dass sie dabei über J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe" schreiben durfte "ein Lieblingsbuch". Schnell war auch Claudia Tandler mit im Boot. Die langjährigen Freundinnen teilen den Spaß am Lesen und an allem, was mit Literatur zu tun hat. "Wir sind unheimlich gern kreativ", betont Claudia. Damit waren die Voraussetzungen fürs Teamwork perfekt. Ein Theaterstück Und für ihre überaus originelle Herangehensweise an die Aufgabe. Drei Monate konzentrierte Arbeit lagen vor ihnen. Drei Monate, in denen die Abivorbereitungen den größten Teil der Freizeit fraßen. Am Ende haben die beiden die Jury überzeugt.
Was sie vorlegten, war ungewöhnlich, eine Art Sonderform. Es war ein Theaterstück. Die Handlung liest sich amüsant: Eine Selbsthilfegruppe für irregeleitete literarische Figuren bespricht ihre Probleme mit Odysseus, seines Zeichens erprobtester Irrfahrer der Literaturgeschichte. Natürlich kommt auch Tolkiens Hauptfigur Frodo zu eigenen Ehren: als zweifelnder Hobbit mit Überlastungssyndrom. Unter 26 Preisträgern konnten Lena und Claudia Glückwünsche aus Stuttgart in Empfang nehmen. Auch von der Schule gab es die eine oder andere Gratulation. Dort sind die beiden bekannt als alte Hasen: Für alles, was mit Literatur und Theater zu tun hat. Besonders engagiert waren sie im schulischen Literatur- und Theaterkurs. Keine Frage, dass beide ebenso passionierte Leserinnen sind. Ohne Buch geht da gar nichts. "Es muss eben immer was da sein", unterstreicht Lena. Und wenn das Lesen an sich nicht genügt, dann wird eben selbst etwas erfunden.
"Wir entwickeln zusammen Geschichten", beschreibt Lena. Und Claudia fügt hinzu: "Wenn wir das machen, dann wird‘s immer lustig". Die beiden lassen sich ihren Spaß nur in Ausnahmen verderben - und schon gar nicht durch so etwas Ernstes wie die Berufswahl. So wollen beide das Schreiben als Hobby behalten, nicht als Job. "Zu schwierig. Davon kann man nicht leben", findet Lena. Claudia will Molekulare Medizin studieren, Lena Lehrerin werden. Fächerkombination: Englisch und Latein. "Aber", betont sie "später nehme ich Theater als Fach dazu".