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Bachlauf, Brücklein und Oleander

Frank Dollinger und sein Sohn Marc am Schwimmteich.

Foto: Anja Allmeritter

29. JULI 2010
 

In der Stube zu hocken ist nichts für Frank Dollinger. Dafür liebt er es zu graben, Steine zu schleppen und Blumen zu pflanzen, bis alles ums Haus herum grünt und blüht. Seit über 20 Jahren beschäftigt sich der Hohensteiner mit seinem Garten. Jetzt laden er und seine Familie zum Tag der offenen Tür in das kleine Paradies in Bernloch.
 

In der Stube zu hocken ist nichts für Frank Dollinger. Dafür liebt er es zu graben, Steine zu schleppen und Blumen zu pflanzen, bis alles ums Haus herum grünt und blüht. Seit über 20 Jahren beschäftigt sich der Hohensteiner mit seinem Garten. Jetzt laden er und seine Familie zum Tag der offenen Tür in das kleine Paradies in Bernloch.

HOHENSTEIN. Für viele Menschen ist der Garten ein Ort zum Auftanken und Entspannen. Frank Dollinger weiß das. Deshalb lädt er am kommenden Samstag Nachbarn, Freunde und sonstige Interessierte ein, sein grünes Reich am Ortsrand von Bernloch zu genießen. Ein plätschernder Bach, ein Felsen, aus dem eine Quelle sprudelt, Holzbrücklein und überall prächtige Steine, die aus aller Welt den Weg in die Uhlandstraße in Bernloch gefunden haben ­ in Frank Dollingers Garten fällt es nicht schwer, von Idylle zu reden.
Dollinger, 55 Jahre alt, und von Beruf Kfz-Mechaniker, Bagger- und LKW-Fahrer, hat den Garten zu seiner Passion gemacht. Zehn mal hat er die rund 800 Quadratmeter Grün schon umgestaltet. Die größte Veränderung war 2002. Da wurde der große Teich ausgegraben. Das war damals richtig abenteuerlich. Dollinger erzählt: »Da kam ich abends von der Arbeit und stand plötzlich vor einer Riesen-Baugrube«. Dort, wo morgens noch sein Zierteich gewesen war, hatte der Sohn der Familie zusammen mit Freunden gebuddelt, was das Zeug hält. »Ich hab‘ schier den Koller gekriegt!« Doch die Freunde ließen ihn nicht hängen. Im Gegenteil: Selbst Baufachleute, kamen sie mit einer Betonspritzmaschine und spritzten das Loch aus. So ist ein richtiges Schwimmbecken entstanden ­ und damit sicher das Schmuckstück des Gartens. In 56 Kubikmetern Wasser lässt sichs schön planschen. Rund herum blühen Oleander, Astern, Pfingstrosen, kleinblütige Bodendecker.
»Ich pflanze das, was gut aussieht«, erklärt Dollinger bescheiden. Alle paar Wochen kommen ein paar andere Blüten hervor. Aber auch für die Küche gibt es ein Ecklein. Da wachsen, direkt neben dem kleinen Bach, Kräuter, Johnnisbeeren und Ringelblumen. »Man muss ein Auge dafür haben«, unterstreicht der Gartenbesitzer. Dass guter Geschmack und ein grüner Daumen aber bei weitem nicht ausreichen, zeigt der Blick hinter die Kulissen. Ein komplexes technisches System versorgt den Garten. So sind allein drei Pumpen nötig, um Regen- und Frischwasser an die Stellen zu befördern, wo sie gebraucht werden. Eine Zisterne sammelt Regenwasser, der Rest kommt vom Dach und aus der Leitung. Über unterirdische Rohre werden die kleine Quelle im rückwärtigen Teil des Gartens und der Flußlauf versorgt. Frank Dollinger hat das alles selbst eingebaut. Dabei sind ihm sein technisches Knowhow und seine Berufserfahrung aus der Zeit auf dem Bau zugute gekommen. Lange Jahre war er nämlich für die Bagger- und LKWs in einem Tiefbauunternehmen zuständig. Eine Zeitlang hat er im Nebenerwerb auch Gartenbauarbeiten gemacht.
Neben der Technik liegt Dollinger noch etwas ganz anderes am Herzen: Es sind die Steine, die er im Laufe von 25 Jahren gesammelt hat. Sie stammen aus Italien, Österreich, der Schweiz und erinnern an schöne Bergtouren. Die Findlinge sind beschriftet: »Zugspitze«, »Mellau« und andere Orte, die Fernweh machen. Heute ist der 55-Jährige nicht mehr auf europäischen Gipfeln unterwegs.
Ein Wanderunfall hat ihm Rücken und Kiefer beschädigt, hochalpine Strecken sind seither tabu. Um so lieber ist er in seinem Garten, wo‘s genug Abenteuer gibt.
Am kommenden Samstag, 31. Juli, laden die Dollingers interessierte Besucher ein. In der Zeit von 13 bis 18 Uhr steht die Gartentüre offen. Wer mag, kann sich gerne auch Tipps für den eigenen Garten holen.

INFO: Familie Dollinger, Uhlandstraße 10, Bernloch.

ANJA ALLMERITTER

29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 10:57 Uhr

 






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