Interview der Woche
 

"Deutschland schafft sich ab"?

In seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" äußert sich Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin unter anderem über Sozial-, Bildungs- und Einwanderungspolitik und sorgt damit für kontroverse Diskussionen. Was halten Sie davon?

 
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Links und rechts der Wilhelmstraße


29. JULI 2010
 

Die Planie woll'n wir hab'n! Seit ihrer Gründung bis heute zeichnet sich die Reutlinger Oststadt als Standort für Wohnen und Arbeiten aus. Nur mit einem umfassenden Konzept ­ so die Initiative lebenswerte Oststadt (Ilos) ­ könne die urbane Struktur dieses Stadtteils erhalten und weiter entwickelt werden. Die Planie als öffentliche Grünfläche böte ein bislang ungenutztes räumliches Potenzial für eine solche Entwicklung. Aber ein noch größeres Potenzial berge die Planie 22, das ehemalige Heinzelmann-Fabrikgelände, das bekanntlich im Besitz der Stadt Reutlingen ist und bis 2005 durch eine vielseitige gewerbliche und kulturelle Nutzung geprägt war.

Die aktuellen Pläne der Stadtverwaltung und nachfolgend die Beschlüsse im Gemeinderat lassen die Ilos nun das Schlimmste befürchten: Zum Ausbau des Theaters die Tonne wurden Planungen vorgelegt, die auf große Widerstände im Gemeinderat gestoßen und die nach Meinung der Initiative "so von der Stadt in den nächsten Jahren auch finanziell nicht zu realisieren sind." Und kann der, von der Stadt "beschworene Investor" überhaupt gefunden werden? Was allerdings für Ilos ein noch unerträglicher Gedanke ist: Von Seiten der Stadt würde für den Investorenfindungsprozess und die in der Folge notwendigen Beschlüsse ein Leerstand auf dem gesamten Areal von ungefähr drei Jahren eingeplant.

Damit wäre die Verwahrlosung durch Vandalismus und der natürliche Verfall der Gebäude auf diesem Gelände vorprogrammiert und nach Ablauf dieser Zeit würde "wohl nichts anderes übrig bleiben als alles was nicht zwingend denkmalgeschützt ist abzureißen." Damit wäre dann zwar einem potenziellen Investor gedient aber ein letztes Industriedenkmal zerstört. Darum bat und bittet die Ilos dringend um die Unterstützung aller Bürger der Stadt. Sie sollen sich für die Erhaltung "des letzten industriellen Zeitzeugen in der Oststadt" einsetzen, der durch eine "adäquate Nutzung vielen Menschen Existenzgrundlage sein kann und der durch einen geländetypischen Ausbau dem Theater die Tonne den Charme der Spielstätte in einer alten Fabrik lässt."

Mit dem Bus woll‘n wir fahr‘n! Dass der Sommer kein politisches Sommerloch mit sich bringen muss, das beweist unter anderem das Engagement der SPD-Fraktion Reutlingen. Die hat sich "menschenwürdigen Verhältnissen" bei der Buslinie 8 der RSV verschrieben. Die Zustände auf der Buslinie 8 in Richtung Markwasen an Samstagen sei "verheerend". Deshalb versucht die SPD-Fraktion an entsprechenden Stellen den Hebel in Gang zu setzen, damit die Verhältnisse wieder besser, eben menschenwürdig werden. Denn die Anbindung des Ringelbachgebiets ­ so habe man es in vielen Gesprächen mit Reutlingerinnen und Reutlingern erfahren ­ sei schwierig bis untragbar.

Die Entscheidung im Rahmen des Nachtragshaushaltes zur Ausdünnung der Linienanbindung an Samstagen und unter anderem abends habe nun zu ständig überfüllten Bussen geführt. Die SPD-Fraktion will nun die Buskapazitäten an Wochenenden auf der Linie 8 wieder aufstocken. Insbesondere Rollstuhlfahrer, alte Menschen mit Gehhilfen und Eltern mit Kinderwagen seien sonst zu stark eingeschränkt. Außerdem gefährde die Zustiegsproblematik auch die Pünktlichkeit der Busse. Zunächst solle bis Oktober getestet werden, ob der Einsatz eines Gelenkbusses Entlastung schafft. Bezahlbar wäre dies, so die SPD.

Mehr Automaten woll'n wir hab'n! Es gibt sie, die engagierten Bürger, die offenen Auges durch unsere Stadt gehen. Und die ­ zum Glück ­ nicht locker lassen, wenn es um das Aufzeigen von Missständen geht. Einer dieser engagierten Bürger hat sich kürzlich mit einem offenen Brief an Landrat Thomas Reumann und an Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gewandt. Grund: Er entdeckte, dass am Reutlinger Bahnhof weniger Automaten als bisher stehen. Und das, wo die Deutsche Bahn AG doch erst vor einigen Wochen auf die Anfragen von Seiten der Stadt bezüglich der Schließung des Service Centers an Sonntagen darauf verwiesen hatte, dass den Fahrgästen ja Fahrkartenautomaten zur Verfügung stünden.

Bisher -­ so der Briefeschreiber -­ habe es am Bahnhof in Reutlingen zehn Automaten gegeben. Jetzt gebe es nur noch vier neue Automaten, von denen zwei in der Wartehalle stehen. Diese Wartehalle würde aber um 22.30 Uhr geschlossen, dann gebe es nur noch zwei zugängliche Automaten an den Bahnsteigen. Der Service Center habe bestätigt, dass es bei den vier Automaten bleiben soll. Weil der Reutlinger Bürger diesen Zustand für unangemessen findet ("massive Serviceinschränkung am Hauptbahnhof einer Großstadt"), würde er sich freuen, wenn Reumann und Bosch als Adressaten des Briefes in dieser Sache erneut bei den zuständigen Stellen aktiv würden.

ka

29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 10:38 Uhr

 






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