Sebastian

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Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?

 
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Die Schattenseiten des Sommers

Hitzefrei.
Foto: pr

15. JULI 2010
 

Endlich ist es so gekommen, wie es sich die meisten von uns gewünscht haben: der Sommer ist da. Und zwar mit voller Wucht. Nach einem eher schlappen Start mit Kälte und Dauerregen schenkt uns der Wettergott nun Sonne satt. Und ganz ehrlich: Obwohl ich mir das ja so sehnlich herbei gewünscht habe - am Ende eines Tages mit Rekordtemperaturen, Schweiß am ganzen Körper und verdorrten Pflanzen in den Blumenkästen blicke ich zum Himmel, suche nach Regenwolken und schicke ein Stoßgebet nach oben.

Petrus, lass es kühler werden. Oder mach zumindest, dass mir der Chef Hitzefrei gibt. Doch damit wird's wohl nichts. Ein Blick auf die Wettervorhersage der nächsten Tage verheißt noch mehr Sonne. Ein Blick in die Paragrafen allerdings zeigt mir, dass es für Angestellte das erlösende Klingeln zum Hitzefrei wie es Schüler und Schülerinnen in Reutlingen dieser Tage wohl häufiger hören dürften, nicht gibt.

Schade! Also weiter alle zwanzig Minuten das T-Shirt gewechselt, ab und an aufgestanden (für die Durchblutung) und vor allem: ausreichend trinken. Denn die Hitze setzt meinem Körper ordentlich zu. Meinem niedrigen Blutdruck sei Dank. In Frankreich kennen Menschen wie ich darum eine Nummer auswendig: 08-20007575 lautet die Zahlenfolge, die Einwohner in Frankreichs Hauptstadt Paris an heißen Sommertagen wählen sollen.

Am Ende der Leitung sitzt allerdings kein Angestellter vom Eiswürfelbringdienst, sondern einer der Stadtverwaltung. Er notiert sich die Telefonnummer des Anrufers ­ und informiert ihn automatisch, wenn das Hitzewarnsystem der Stadt die Stufe drei erreicht hat. Das heißt, wenn die Temperatur drei Tage lang über 31 Grad liegt und nachts nicht unter 21 Grad sinkt sowie "eine außergewöhnlich hohe Zahl von Todesfällen bei Menschen registriert wird".

Die Hotline ist Teil des Hitzeaktionsplans, den die Stadtverwaltung gemeinsam mit anderen Institutionen beschlossen hat. Menschen mit schwachem Blutdruck, Rentner, aber auch besorgte Eltern gehören zu den Stammkunden von 08-20007575. Auch in Hessen und Baden-Württemberg gibt es ein solches Hitzewarnsystem bereits.

Es beruht auf dem Modell der gefühlten Temperatur, das Temperatur, Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit berücksichtigt. Sind bestimmte Grenzwerte überschritten, wird die erste Warnstufe ausgerufen: In Altersheimen wird dann etwa verstärkt auf Überhitzungssymptome der Bewohner geachtet und der Speiseplan umgestellt. Das Hitzemenü umfasst mehr elektrolytreiche Suppen und besonders natriumreiches Mineralwasser.

In Stufe zwei werden dann auch die Öffentlichkeit und vor allem Ärzte informiert. Und die hatten am vergangenen Wochenende auch in Reutlingen einiges zu tun. 105 Mal ist das Deutsche Rote Kreuz ausgerückt ­ und in fast 90 Prozent der Fälle hatte es mit den Rekordtemperaturen zu tun: Kreislaufkollaps, Hitzschlag und Schlaganfall lauteten unter anderem die Diagnosen.

Eindeutig die Schattenseiten dieses Sommers. Doch soweit soll' s bei mir erst gar nicht kommen. Ich habe mir zusätzlich einen Eimer mit kaltem Wasser unter den Schreibtisch gestellt, zur gelegentlichen Abkühlung. Und heute Mittag ziehe ich los und kaufe Eis für meine Kollegen in der Redaktion ­ auch für meinen Chef. Vielleicht lässt er sich dann doch überreden, uns ein klitzeklein wenig Hitzefrei zu geben.
 
 

rw

15.07.2010 - aktualisiert: 15.07.2010 08:38 Uhr

 

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