TÜBINGEN. Ein Anfang ist gemacht für eine erfolgreiche Rückkehr in die Beletage. Mit Aleksandar Nadjfeji legten sich die Tigers frühzeitig für einen neuen Trainer fest, der das Potenzial und die Professionalität besitzt, den Verein wieder zurückzuführen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass der bisherige Cheftrainer Mathias Fischer nicht in die Neckarstadt zurückkehren wird. Fischer ging die letzten Wochen und Monate trotz der sportlich extrem schwierigen Situation mit höchster Professionalität an und stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft. Die Walter Tigers Tübingen bedankten sich bei Mathias Fischer.
Sein Nachfolger ist fester Bestandteil des Tübinger Basketballs. Nadjfeji gehört mittlerweile fest zum Inventar des Tübinger Basketballs. 2009 wechselte der gebürtige Serbe, der seit 2014 über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügt, von Alba Berlin nach Tübingen – ein sensationeller Wechsel, der für viel Erstaunen sorgte.
Dass Igor Perovic damals vor seiner ersten Spielzeit als Tigers-Trainer stand, machte diese Verpflichtung erst möglich. Denn Perovic und Nadjfeji sind langjährige Freunde, weshalb Letzterer sich entschloss, Perovic in seinem ersten Jahr zu unterstützen.
Nach einer Saison war es den Schwaben nicht möglich, Nadjfeji in Tübingen zu halten. Im Anschluss wechselte der heute 41-Jährige zum FC Bayern München. Dort war er Teil des Teams, dem 2011 der Aufstieg in die Basketball-Bundesliga gelang. Zwei weitere Jahre verweilte der dreifache Familienvater in der bayrischen Landeshauptstadt, bevor 2013 die Rückkehr ins Schwabenland folgte. Seither ist Nadjfeji, der bei den Tigers einen Ein-Jahres-Vertrag als Cheftrainer unterschrieben hat, in mehreren Funktionen – Spieler, Assistenz-Trainer oder beides in Personalunion – tätig.

Von Top-Trainern gelernt
Als Assistant Coach agierte der gebürtige Belgrader an der Seite von Perovic, Tyron McCoy und zuletzt Fischer. Doch während seiner erfolgreichen Spielerkarriere – Nadjfeji wurde sowohl mit Köln als auch Berlin Meister und Pokalsieger – lernte der 457-fache Bundesliga-Spieler von echten Trainerlegenden. So lief der neue Tübinger Kommandogeber unter anderem unter Predrag Krunic, Sasa Obradovic, Luka Pavicevic sowie Dirk Bauermann auf. Auch dies war ein Grund für die Beförderung Nadjfejis, wie Dr. Gunther Volck, Gesellschafter der ProBasket Tübingen GmbH, erklärt: »Nadjfeji hat in seiner Karriere unter vielen guten Trainer gespielt und weiß daher genau, was ein Head Coach mitbringen muss.«

Exzellenter Ruf
Aber nicht nur deshalb entschied man sich für den langjährigen ehemaligen Profi: »Der Name »Aleksandar Nadjfeji« genießt in Basketball-Europa einen exzellenten Ruf. Dazu ist Nadjfeji ein sehr engagierter Mensch, der sich seit Jahren für den Basketball in Tübingen, auch im Jugendbereich, einsetzt. »Wir haben vollstes Vertrauen in seine Person und sind uns sicher, mit ihm die richtige Wahl getroffen zu haben«, gibt Dr. Volck weitere Gründe an. Auch Protagonist Nadjfeji freut sich auf die neue Aufgabe, wie er in Deutsch verlauten ließ: »Zunächst möchte ich mich beim gesamten Klub für die Chance und das Vertrauen bedanken. Tübingen ist mittlerweile zu meiner Heimat geworden. Meine gesamte Familie fühlt sich hier sehr wohl, die Kinder gehen hier zur Schule. Ich werde mein Bestes geben, um das große Ziel Wiederaufstieg erfolgreich anzugehen.« Auch von seinem kommenden Spielstil hat der ehemalige jugoslawische Nationalspieler bereits erste Vorstellungen: »Wir wollen viel und vor allem eine kontrollierte »Transition-Offense« spielen, resultierend aus einer guten Verteidigung. Das Ziel muss es sein, eine Mannschaft zu haben, die aus Kämpfern besteht. Zudem brauchen wir einen echten »Go-to-guy«, der in entscheidenden Phasen Verantwortung übernimmt.«
Abschließend wendet sich der neue Trainer der WALTER Tigers Tübingen an die Fans: »Der Support in der letzten Saison war unglaublich. Wir werden alles tun, um in der nächsten Saison wieder mehr Siege mit euch feiern zu können. Es soll eine echte Einheit aus Team, Stadt und Fans gebildet werden.«     –tw