Turbulente Weihnachtstage bei den Walter Tigers Tübingen. Nach einer unterirdischen Leistung schmiss der Trainer das Handtuch, und nach dem Derby in Ulm präsentierten die Verantwortlichen des Basketball-Bundesligisten einen neuen Coach.

TÜBINGEN. Zwei Spiele in fünf Tagen und dazu noch den Chefcoach verloren, Geschäftsführer Robert Wintermantel hatte sich Weihnachten nicht ganz so stressig vorgestellt. Die Ereignisse in der Chronologie: Die Tigers haben sich nicht selbst beschert. Vor 3 132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena verlor die Mannschaft von Trainer Igor Perovic einen Tag vor Heiligabend ihr Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn mit 96:109 (60:56). Die Partie war geprägt von ehr mäßigen Verteidigungsleistungen beider Kontrahenten, in der ersten Halbzeit trafen beide Teams hochprozentig. Für die Zuschauer war es ein interessantes Hin und Her. In der zweiten Halbzeit wechselte das Gästeteam von Trainer Carsten Pohl auf eine effektive Zonenverteidigung um, die Raubkatzen kamen mit dieser Spielweise überhaupt nicht klar und verloren am Ende deutlich. Das Spiel des Gastgebers verlor sich in wilden Einzelaktionen. »Ich bin natürlich sehr glücklich über diesen Sieg. Wir hatten aber auch Glück, dass Tübingen im zweiten Viertel nicht weiter davonziehen konnte. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser verteidigt und im Rebound die Oberhand behalten«, so Pohl nach seinem ersten Sieg im ersten Spiel als neuer Cheftrainer der Telekom Baskets Bonn. Danach folgte der Paukenschlag bei den Unistädtern. Trainer Igor Perovic ist kurz nach der 96:109-Niederlage gegen die Telekom Baskets Bonn zurückgetreten. »Ich fühle mich leer und benötige eine Auszeit. Die Mannschaft ist gut und sie wird auch wieder Spiele mit neuem Elan gewinnen. Die Zeit in Tübingen war wundervoll und ich werde immer ihr größter Fan bleiben«, sagte der 41-Jährige bei der Pressekonferenz.
Dazu Geschäftsführer Robert Wintermantel: »Ich akzeptiere diese Entscheidung und kann sehr gut nachfühlen, wie es Igor Perovic in diesem Moment geht. Wir hatten schon viele schwierige Situationen und wir werden auch mit unserem geballten Basketball-Knowhow diese Situation meistern.«
Assistenztrainer Jens Leutenecker übernahm fürs Erste die Leitung und saß in Ulm beim Derby auf der Bank. Viel zu coachen gab es nicht, die Tigers ergaben sich in ihr Schicksal. So wenig Gegenwehr gab es selten in dem an sich emotionsgeladenen Derby.
Die Tigers haben das Derby vor
6 200 Zuschauern in der ausverkauften Ratiopharm-Arena mit 59:75 (25:35) verloren. Auch der Rücktritt von Igor Perovic half nichts, dass die Raubkatzen somit ihre fünfte Niederlage in Folge kassierten. Insgesamt
präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Jens Leutenecker über weite Strecken der
Begegnung kämpferisch und versuchte mit einer Zonenverteidigung das Ulmer Spiel zu
stören. Gegen die individuelle und mannschaftliche Stärke des Gastgebers war jedoch kein Kraut gewachsen. Für die Ulmer war es der sechste Ligasieg in Serie, die Play-off-Plätze sollten in Kürze von den Ulmer wieder eingenommen werden. Bei den Ulmern war Chris Babb mit 13 Zählern Topscorer der
Partie, bei den Gästen trafen Vladimir Mihailovic und Bogdan Radosavljevic mit jeweils zwölf
Zählern am besten. »Mit der Defensive können wir zufrieden sein. Offensiv war der
Unterschied bei den Drei-Punkte-Würfen (44 Prozent zu 24 Prozent) ausschlaggebend für
die Niederlage in dieser Begegnung«, sagte Trainer Jens Leutenecker nach der Partie.
Nach den beiden Niederlagen rutschten die Tübinger auf Rang 15 ab.

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Nachfolger McCoy
Der Nachfolger von Igor Perovic heißt Tyron McCoy. Die Verantwortlichen des Bundesligisten stellten den Coach am Montag der Presse vor. Der 45-Jährige ist in der Bundesliga kein Unbekannter, bis zum Sommer hatte der US-Amerikaner die Artland Dragons bis zu ihrem Rückzug trainiert. Für McCoy geht es nun primär um die mentale Aufbauarbeit der Mannschaft. Viel Zeit hat er dazu allerdings nicht. Am heutigen Mittwoch empfangen die Tigers Bayern München. Los geht’s um 20.30 Uhr.    –diet/rw