DETTINGEN. Sehen lassen kann sich das erste Halbjahr beim schwäbischen Automobilzulieferer Elring, der in Dettingen seine Heimat hat. Im dritten Quartal hat sich allerdings das Wachstum etwas abgeschwächt. Die Autobranche 2018 war nicht gerade von Erfolgsmeldungen verwöhnt: Diesel-Debatte, Zölle und Handelsstreitigkeiten, die Nachwirkungen der Einführung des neuen Abgastestverfahrens WLTP sowie die Schwäche des chinesischen Marktes haben ihre »Bremsspuren« hinterlassen. Trotzdem hat sich Elring-Klinger auf die Fahnen geschrieben, besser abzuschneiden als die Branche. Das Unternehmen geht von einem Wachstum der weltweiten Autoproduktion von ein bis zwei Prozent aus. 

Dass Elring-Klinger-Produkte weiterhin stark gefragt sind, zeigte sich im dritten Quartal vor allem in der NAFTA-Region (Kanada, USA, Mexiko). Während die Automobilproduktion nur leicht um 1,6 Prozent zunahm, legten die Umsatzerlöse von Elring-Klinger um starke 14,5 Prozent oder 11,7 Millionen Euro zu. Ähnlich deutlich wird dieser Effekt bei den Neunmonatszahlen: Die Erlöse kletterten währungsbereinigt um 11,6 Prozent, während die Fahrzeugproduktion im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent rückläufig war. Im Berichtsquartal ließ auch die Dynamik in Europa nach. Das neue Abgasprüfverfahren WLTP führte zu Vorzieheffekten, so dass die Produktion insgesamt leicht um knapp ein Prozent zurückging. Elring-Klinger hingegen konnte seinen Umsatz, bereinigt um die Hug-Veräußerung, im gleichen Zeitraum um über ein Prozent steigern. »Nicht nur der Umsatz, auch unsere Auftragslage entwickelt sich nach wie vor sehr gut«, bemerkt der Vorstandsvorsitzende Stefan Wolf. »Bereinigt um Währungseffekte haben wir im dritten Quartal 44 Millionen Euro oder 11,5 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahresquartal verbuchen können. Infolgedessen liegt der Auftragsbestand Ende September 2018 mit 1,027 Milliarden Euro erneut auf einem sehr hohen Niveau. Damit haben wir die Grundlage für weiteres organisches Wachstum geschaffen.«

Der Ausblick für den Umsatz und das Ergebnis 2018 werden vom Unternehmensvorstand bestätigt, auch wenn das globale Wettbewerbsumfeld sowie die makroökonomischen Rahmenbedingungen weiterhin intensiv und herausfordernd bleiben. »Die nicht endende Diesel-Debatte, Zölle und Handelsstreitigkeiten, Nachwirkungen der WLTP-Einführung und nicht zuletzt die Schwäche des chinesischen Marktes erhöhen die Unsicherheit im Sektor und werden die Automobilbranche auch in den kommenden Monaten und Quartalen beeinflussen«, so Wolf. Vor diesem Hintergrund erwartet Elring-Klinger für 2018 ein Wachstum der Automobilproduktion von nunmehr ein bis zwei Prozent (zuvor: 2 bis 3 Prozent). Bei einem organischen Umsatzwachstum von 7,4 Prozent seit Jahresbeginn und einer nach wie vor starken Auftragslage geht der Konzern weiterhin davon aus, das Marktwachstum mit seinem organischen Umsatzzuwachs um zwei bis vier Prozentpunkte übertreffen zu können. »Für die zukünftige Entwicklung des Konzerns wird neben unserer Kompetenz im Leichtbau auch unser Know-how in der Elektromobilität eine wichtige Säule bilden«, so Vorstandschef Stefan Wolf. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 10 200 Mitarbeiter.                                                                       –ew/ber