REUTLINGEN/SINDELFINGEN. Beim Neujahrsempfang der IHK und der Handwerkskammer war von Megatrends die Rede. Megatrends scheinen das neue Schlagwort zu sein, denn die spielen auch im Bankenbereich eine große Rolle. »Die Megatrends unserer Zeit erhöhen den Wettbewerbs- und Kostendruck auch in der Finanzdienstleistung«, so der einheitliche Tenor während einer gemeinsamen Pressekonferenz der Volksbank Reutlingen eG (VB RT) und der Vereinigte Volksbank eG (VV eG) dieser Tage in der Hauptstelle Schönaich.


Aufsichtsräte und Vorstandsvorsitzende erklärten erneut, wie die Fusion diesmal gelingen könnte. Denn Verschmelzungspläne gab es schon einmal. Das war im Frühjahr 2018. Damals sei man aber noch nicht so weit gewesen wie heute. Deshalb wurde die »Pausentaste« gedrückt. Nun wurde selbige wieder gelöst. Das Geschäftsmodell genossenschaftlicher Banken wie der VB RT und der VV eG braucht vor dem Hintergrund der eingangs erwähnten Megatrends eine Weiterentwicklung, die mehr sein muss als Prozessoptimierung. Die beiden Geldinstitute wollen so die Zukunfts- und Leistungsfähigkeit ihrer Häuser, die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden und das wirtschaftliche Überleben ihrer Mitglieder langfristig sichern. Anders als sonst üblich soll die Volksbank Reutlingen in den mitglieder- und kundenzugewandten Aspekten in ihrer regionalen Identität und Marke erhalten bleiben. Sie agiert als Niederlassung mit hohen Kompetenzen und Zuständigkeiten in der Region und lebt den Förderauftrag der Genossenschaft. Dies bedeutet schlicht: Sie bleibt als Volksbank Reutlingen präsent.


Wenn die Vertreterversammlungen am 25. Mai 2020 (Reutlingen) und am 24. Juni 2020 (Sindelfingen) diesem Verschmelzungsvorhaben zustimmen, entsteht eine Genossenschaftsbank südlich von Stuttgart und der A8, die auch für die zukünftige Entwicklung der genossenschaftlichen Landschaft eine wichtige Entwicklungsplattform sein könnte.Das Geschäftsgebiet der neuen Genossenschaftsbank verbindet die Mittelzentren Sindelfingen/Böblingen und Reutlingen entlang wichtiger Verkehrsachsen unserer Region. Das gilt in Ost-West-Ausdehnung für die B 464/B 295 genauso wie für die A 81/B 27 in Nord-Süd Richtung.Die »Technische Verschmelzung« soll dann am 26. September 2020 stattfinden. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. -pi