Die Akrobatik fasziniert ihn. Deshalb geht Konstantin Vogel jedes Jahr zur Turngala nach Stuttgart. Dieses Jahr ist der Elfjährige ein Teil der Show.

PFULLINGEN. Sie als alte Hasen zu bezeichnen, wäre nicht ganz korrekt. Der VfL Pfullingen eröffnet in diesem Jahr neben dem TV Derendingen als Turngruppe aus der Region die Turngala des Schwäbischen Turnerbundes (STB) am 4. Januar in der Tübinger Paul-Horn-Arena. Für den Verein aus der Echazstadt ist es nichts Neues, für die mehr als 30 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren allerdings schon. Konstantin Vogel kennt die große Show, die vom 27. Dezember bis 10. Januar durch Baden-Württemberg tourt, schon ziemlich gut, weil er immer mit seinen Großeltern nach Stuttgart fährt, sich das Spektakel anschaut und später davon schwärmt. Dass er jetzt ein Teil davon ist, bedeutet für den Pfullinger Glück und auch Arbeit. Denn von nichts kommt nichts, das wissen Turner oder solche, die es noch werden wollen, am Besten. Also heißt es üben, üben, üben. Rund zwei Monate lang bereiteten die VfL-Übungsleiter die Show, die unter dem Motto Dreams steht, vor. Sechs Minuten Auftritt wartet auf die jungen Akrobaten, sechs Minuten wollen erst einmal gefüllt werden und so geübt, dass es vor einem großen Publikum sitzt und wirkt. Bekki Schmidt hat das Einüben der Choreografie, die vom STB vorgegeben ist, übernommen, unterstützt unter anderem von ihrer Mutter Bettina, die die Turnabteilung des VfL leitet und immer ein Auge auf den aktuellen Stand der Show hat.
Drei Wochen vor dem großen Auftritt in der Paul-Horn-Arena wirkt alles auf den ersten Blick wie blankes Chaos. Die Übungsleiterin, in diesem Fall Ute Schwarz, brüllt sich in der Pfullinger Schlossschulen Sporthalle am Anfang der anderthalb Stunden die Seele aus dem Leib, die einzelnen Abfolgen wollen einfach nicht so recht klappen. Ob der Einlauf mit den Schirmen, oder die Strandspiele, das Tanzen oder am Ende das Winken in der Gruppe: Ute Schwarz ist gar nicht so richtig zufrieden. Aber als sie dann entscheidet, das komplette Programm durchgehend zu üben, da läuft es wie am Schnürchen. Aber eben nur fast. Sind ja noch vier Wochen, da kann noch einiges geübt werden. Doch die Kinder scheinen den Ablauf schon so gut intus zu haben, dass sie ohne Anweisungen die sechs Minuten durchziehen. Den Übungsleitern und Mamas, die zuschauen, fordert das Applaus ab. Da strahlen die jungen Akrobaten und wissen doch, dass sie noch üben müssen. Bettina Schmidt und ihre Tochter sowie Ute Schwarz wissen das auch und besprechen den Auftritt mit den Kindern. Das beeindruckt. Kein Befehlen von oben, sondern miteinander wird am perfekten Auftritt gearbeitet. Das zeugt vom Respekt gegenüber den Kindern. Sie machen bei der Theorie fleißig mit, sitzen in einer Reihe auf den Bänken und geben Anregungen, wie man es besser machen könnte, um zumindest perfekt vorbereitet zu sein.
Was ihnen allerdings keiner nehmen kann, ist die Aufregung. »Sehr aufgeregt« ist etwa Konstantin Vogel, der ja ganz genau weiß, was da auf ihn zukommt. Geschätzte 2 500 erwartungsfrohe Zuschauer, ein großartiges Farben- und Lichterspiel. Auch Amelie Merckh ist aufgeregt, doch die Neunjährige glüht vor Begeisterung und sagt: »Weißt du, ich bin da schon nervös, wenn ich daran denke. Aber vor allem freu ich mich riesig darauf, mit den anderen zusammen unsere Show zu zeigen. Das wird ein tolles Erlebnis.«   –diet 

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