REUTLINGEN. Endlich mal wieder ein fußballerisches Großereignis in der Achalmstadt. Der VfB Stuttgart gab ein Gastspiel an der Kreuzeiche und brachte als Sparringspartner den spanischen Erstligisten Betis Sevilla mit. Der SSV Reutlingen nutzte die Gelegenheit und stellte vor großem Publikum, 5400 Zuschauer waren ins Stadion gekommen, vor dem Oberligastart sich und die neuen Trikots vor. Dabei sammelte der Club Sympathiewerte: Spieler verteilten vor dem Auftritt des VfB neue Trikots an die treuen Fans im Rollstuhl, die kein Heimspiel der Nullfünfer verpassen. Aus gutem Grund: Nicht nur das Team hat sich präsentiert, sondern der SSV besiegelte eine Fanfreundschaft mit dem VfB. Per Händedruck beschlossen Alexander Meister, Beauftragten für Menschen mit Handicap beim SSV Reutlingen seit dieser Saison und sein Kollege vom VfB Stuttgart, Richard Sillmann, der das Amt seit 24 Jahren ausübt, eine enge Zusammenarbeit in Sachen Menschen mit Handicap. Verpasst dagegen hat der VfB Stuttgart ein gutes Ende vor dem offiziellen Pflichtspielstart im DFB-Pokal am Sonntag.
Es zeigte sich, dass beim Bundesliga-Aufsteiger noch nicht alle Rädchen ineinandergreifen. 1:2 (1:1) verloren die Cannstatter vor den Augen von 5 400 Zuschauer im Kreuzeichestadion gekommen; eine Zahl, die wieder einmal beweist, wenn es attraktives Fußballangebot in Reutlingen gibt, dann strömen die Menschen. Sieben Mal hat der VfB getestet, die Erkenntnis daraus ist alles andere als ermutigend. Nur zweimal gingen die Stuttgarter als Sieger vom Platz, drei Mal hat das Team von Hannes Wolf verloren, zweimal trennten sie sich Remis. Der Abschluss in Reutlingen zeigte Baustellen auf.
In der Abwehr gab es Defizite, das Team braucht hier noch Verstärkung. Es gibt noch viel zu tun für den Stuttgarter Vorzeige-Klub, der am Wochenende mehr Schlagzeilen außerhalb des Platzes produzierte. Manager Jan Schindelmeiser musste seinen Hut nehmen, Michael Reschke ersetzt ihn. Am Sonntag, 13. August beginnt für den VfB die Pflichtspielsaison. Im DFB-Pokal reist das Wolf-Team zu Energie Cottbus.
Eine Woche später reisen die Schwaben wieder, dann zu Hertha BSC. Dort beginnt der Bundesliga-Alltag und damit der Kampf um den Klassenerhalt. Für Reutlingen und die Region war das Gastspiel eine willkommene Abwechslung und ein Schnupperkurs in Sachen Elitefußball.     –diet
 
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