TÜBINGEN. Das Aufsichts- und Kontrollgremium der Universität Tübingen hat vom Land Baden-Württemberg spürbare Nachbesserungen im Hinblick auf die Hochschulfinanzierung gefordert. Das Land verhandelt derzeit mit den Hochschulen über einen neuen Finanzierungsvertrag für die Jahre 2021 bis 2025. »Die Grundfinanzierung der Universitäten muss deutlicher als bisher geplant aufgestockt werden«, sagte der Vorsitzende des Universitätsrats, Bernhard Sibold, in Tübingen. Der Universitätsrat sei in großer Sorge angesichts der strukturellen Unterfinanzierung der Hochschulen: »Wir befürchten, dass es in den Jahren 2021 bis 2025 zu einem spürbaren Abbau von Professuren und Mitarbeiterstellen kommen wird, wenn die Landesregierung nicht umsteuert.« Dies werde unmittelbar auch zu einem Rückgang der Zahl der Studienplätze führen.


»Die bisher auf dem Tisch liegenden Vorschläge der Landesregierung sind in jeder Hinsicht unzureichend und geben den Hochschulen nicht die erforderliche Planungssicherheit«, sagte Sibold. Es sei dringend geboten, den Landeszuschuss an die baden-württembergischen Hochschulen 2021 in einem ersten Schritt um mindestens 1 000 Euro pro Studentin und Student zu erhöhen. Anschließend müsse der Landeszuschuss pro Jahr um drei Prozent gesteigert werden. Darüber hinaus müsse Baden-Württemberg die von der Bundesregierung mit dem »Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken« zugesagten Mittel an die Hochschulen weiterreichen und – wie im Zukunftsvertrag vereinbart – um Landesmittel in gleicher Höhe ergänzen. Bis heute habe die Landesregierung die notwendigen finanziellen Konsequenzen nicht gezogen.                        -tw