DETTINGEN. Vor vier Jahren war die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland auf dem Höchststand. Da machte auch das Ermstal keine Ausnahme. 2015 mussten 2 404 Flüchtlinge im Kreis untergebracht werden, im Vorjahr waren es gerade noch 269. Dies hat Auswirkungen auch in Dettingen, das sich durch eine vorbildliche Betreuung der Asylbewerber von der ersten Stunde an, auszeichnete.

Drei Integrationszentren wurden in der Hochzeit gebildet: Reutlingen (später Pfullingen), Dettingen und Münsingen. Durch den Rückgang werden nun räumliche Kapazitäten frei. So wurden ab Ende Mai, die vom Landratsamt angemieteten Räume im ehemaligen Uniplast-Areal an der Fabrikstraße 2 gekündigt und stehen dem Eigner wieder zur Verfügung. Am Standort Ermstal sollen Synergieeffekte genutzt werden und die Aktivitäten, die derzeit im Integrationszentrum in vorhandenen Räume (wie beispielsweise Asylcafé, Familienzentren, Aufenthaltsräume Gemeinschaftsunterkünfte) verlagert werden. Dadurch verbessere sich für viele Flüchtlinge die Erreichbarkeit. Das Gleiche gilt auch für den Standort Münsingen. Auch hier sind viele Gemeinschaftsunterkünfte in der Nähe weggefallen, die Besucherzahl ist gesunken.

So findet ein Umzug in die Gemeinschaftsunterkunft in die Wiesentalstraße 3 statt. In Pfullingen dagegen bleibt alles beim Alten. Die angrenzende Gemeinschaftsunterkunft ist von Vorteil. Die Integrationszentren sind eine Erfolgsgeschichte. In Dettingen wohnen und leben derzeit 130 Flüchtlinge aus Krisengebieten. Betreut werden sie vom Arbeitskreis Asyl, dem Bürgermeister Michael Hillert attestiert, dass er gute Arbeit leistet. Das Bindeglied zwischen Geflüchteten, Landkreis und Gemeinde ist die Integrationsbeauftragte. In Dettingen ist dies Luisa Seibert. Bislang wurden landkreisübergreifend 1900 Kompetenzprofile und 316 Bewerbungsunterlagen erstellt. Durch verbesserte Abstimmungen und Koordinierungen konnten 350 Beschäftigungsverhältnisse, 50 Praktika und Hospitationen und 75 Ausbildungsplätze vemittelt werden. In den drei Integrationszentren fanden 250 Veranstaltungen statt, die arbeitsmarktrelevante aber auch lebenslagenbezogene Themen behandelten.                                                                                                                                                 –ber