DETTINGEN. Beim Dettinger Automobilhersteller geht es weiter aufwärts, obwohl das Jahresende 2018 nicht gerade zufriedenstellend verlief. Der Hersteller von Dichtungen, Kunststoffgehäusen und Elektroantriebskompenenten steigerte den Umsatz um zwei Prozent auf 1.697 Millionen Euro. Er verfehlte damit seine eigenen Zielvorgaben. Für 2019 ist Sparen angesagt, um den Konzernumbau zu finanzieren. Erste Maßnahme: Die Aktionäre erhalten keine Dividende. Nach den vorläufigen Zahlen hat sich der Elring-Klinger-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Umsatz verbessert. Er stieg um 33 Millionen Euro, obwohl Währungsumrechnungen die Berichtszahlen um 44 Millionen Euro oder 2,6 Prozent reduzierten, wie Vorstandssprecher Stefan Wolf mitteilte. Hinzu kämen die Effekte aus Veränderungen aus dem Verkauf der Firma Hug in Höhe von 45,5 Millionen Euro oder minus 2,7 Prozent. Bereinige man die Bilanz um dieses Währungs- und Konsolidierungskreiseffekte habe der Konzern den Umsatz organisch um 121,8 Euro oder 7,3 Prozent gesteigert. Im Vergleich zur globalen Automobilproduktion, die 2018 um 0,4 Prozent zurückgegangen ist, ist er um 7,7 Prozentpunkte stärker gewachsen. Damit sei das Unternehmen um zwei bis vier Prozentpunkte stärker als der Markt gewachsen.

Das Konzerngewinn vor Steuern, Zinsen (Ebit) und vor Kaufpreisallokation lag bei 100,4 Millionen Euro, das bedeutet eine Marge von 5,9 Prozent. Der Konzern hatte zuvor mit einer Ergebnismarge von rund sieben Prozent gerechnet. Laut Stefan Wolf waren für das niedrigere Margenniveau auch im vierten Quartal mehrere Faktoren verantwortlich: In der nordamerikanischen Freihandelszone (Nafta) hätten sich die Zölle auf Stahl und Aluminium auf die Rohstoffpreise niedergeschlagen, zudem sei das globale Preisniveau bei den Kunststoffgranulaten hoch gewesen. Hinsichtlich der Optimierung in der Nafta-Region zeige sich ein heterogenes Bild. Die Verbesserungsmaßnahmen hätten weiter erfolgreich umgesetzt werden können. Die erhofften Ergebniseffekte seien jedoch geringer ausgefallen. Insgesamt resultiere im vierten Quartal 2018 ein Umsatz von 429,8 (419,3) Millionen Euro und ein Ebit vor Kaufpreisallokation von 11,9 (30,7) Millionen Euro, was einer Marge von 2,8 Prozent (7,3 Prozent) entspreche. Basierend auf dem vorläufigen Ergebnis, schlägt der Vorstand für das Geschäftsjahr 2018 vor, die Dividendenzahlung auszusetzen, um die Innenfinanzierung für den Konzernumbau weiter zu stärken. In Verbindung mit dem kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Konsortialkredit über 350 Millionen Euro sieht der Vorstand damit den Weg dafür vorgezeichnet, die Finanzierungsstruktur auch kurzfristig entscheidend zu verbessern. 

Vorstandsvorsitzender Stefan Wolf AG, hält fest: »Unser Ziel bleibt es weiterhin, die Ergebnislage mittelfristig deutlich zu stärken, um dadurch im Einklang mit den geplanten Working-Capital-Maßnahmen und dem weiterhin disziplinierten Investitionsansatz den operativen Free Cashflow zu verbessern. Im Zuge dessen werden wir das Wachstum in den klassischen Geschäftsbereichen steuern, um das Potenzial in den strategischen Zukunftsfeldern zu realisieren.« Prognosen sind seiner Meinung nach wegen der vielfältigen Einflussfaktoren selbst für das laufende Geschäftsjahr schwieriger geworden. Insgesamt geht der Konzern für 2019 weiterhin von einem gegenüber der globalen Automobilproduktion überdurchschnittlichen Umsatzwachstum aus. Elring-Klinger rechnet damit, organisch diese um zwei bis vier Prozentpunkte zu übertreffen. Das Wachstum der globalen Automobilproduktion wird derzeit bei null bis einem Prozent gesehen.                                                                                                                –ew/ber