METZINGEN. »Das dritte Quartal war angesichts eines herausfordernden Marktumfelds nicht einfach. Vor allem der lange und heiße Sommer in Europa hat unser Geschäft beeinträchtigt«, beurteilte der Vorstandsvorsitzende der Hugo Boss AG, Mark Langer, die Situation beim Metzinger Bekleidungskonzern. »Für das vierte Quartal erwarten wir wieder eine deutlich dynamischere Entwicklung von Umsatz und Ergebnis. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass wir unsere Gesamtjahresziele erreichen werden. Entsprechend verfolgen wir unsere strategischen Initiativen konsequent weiter. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bereits im kommenden Jahr zu nachhaltig profitablem Wachstum zurückkehren.«

Fakt ist, dass Boss den Umsatz im dritten Quartal währungsbereinigt um ein Prozent auf 710 Millionen Euro steigerte. Zuwächse in Amerika und Asien haben den Umsatzrückgang in Europa ausgeglichen. Besonders in Deutschland und Frankreich belastete der außergewöhnlich heiße und lange Sommer sowie der damit verbundene verspätete Start der Herbst/Winter-Saison das Geschäft. Der eigene Einzelhandel legte im dritten Quartal flächen- und währungsbereinigt um drei Prozent zu. Dabei wuchs der Umsatz im eigenen Onlinegeschäft mit 38 Prozent erneut deutlich zweistellig. Um dieses Wachstum weiter zu fördern, kündigte Langer an, die Kooperation mit Zalando auszubauen. So verkauft der Metzinger Konzern erstmals die Business-Kleidung von Boss auf der Berliner Online-Plattform. 

Rückläufig waren dagegen die Umsätze im Großhandelsgeschäft. Grund hierfür waren laut Langer zeitliche Verschiebungen von Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund des herausfordernden Marktumfelds musste der Konzern nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden während des dritten Quartals höhere Rabatte gewähren. Dies sorgte maßgeblich für einen Rückgang der Rohertragsmarge. Infolgedessen sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebitda) aber ohne Sondereffekte mit 126 Millionen Euro um zwölf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres geblieben. Negative Währungseffekte in Höhe von fünf Millionen Euro trugen auch zu diesem Rückgang bei. In Summe verzeichnete Hugo Boss in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in Höhe von vier Prozent. Wesentlicher Treiber sei der Umsatzanstieg im eigenen Einzelhandel auf vergleichbarer Fläche in Höhe von Prozent gewesen. Das Ebitda vor Sondereffekten lag mit 331 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. 

Noch nicht zufrieden sein kann die Metzinger Modeedelmarke mit ihrer neuen Ausrichtung: Die Zwei-Marken-Strategie von Vorstandschef Mark Langer führte wie im zweiten Quartal wieder zu deutlichen Einbußen bei der jungen Linie Hugo. Dort sank der Umsatz im zweiten Quartal um elf Prozent auf 98 Millionen Euro. Langer hatte bereits im Frühsommer angedeutet, es werde noch »ein bis zwei Quartale dauern, bis unsere neue Zwei-Marken-Strategie bei den deutschen Endkonsumenten angekommen ist«. Bislang sieht es nach Auffassung von Insidern so aus, dass von der neuen Strategie vor allem die Kernmarke Boss profitiert.                                                                                                                                            –ew/ber