Es ging Schlag auf Schlag in den letzten Tagen bei der TuS Metzingen. Top-Spielerin Shenia Minevskaja verlässt am Saisonende das Ermstal und wechselt nach Sachsen, Kreisläuferin Julia Behnke dagegen verlängerte. Zudem kommt ein neuer Trainer mit viel internationaler Erfahrung.

METZINGEN. Die TuS Metzingen und Trainer Alexander Job verlängern den im Juni auslaufenden Vertrag nicht. Diese Entscheidung haben beide Parteien einvernehmlich vorgenommen, wie es in der Pressemitteilung des Vereins heißt, um frühzeitig die weiteren Weichen für die sportliche Zukunft zu stellen. »Wir bedanken uns bei Alexander Job für seine gute Arbeit in den letzten anderhalb Jahren und wünschen ihm beruflich wie privat alles Gute«, so Geschäftsführer Ferenc Rott. »Nach intensiven Gesprächen sind wir übereingekommen, dass es für beide Seiten und die weitere sportliche Entwicklung der Mannschaft eines Trainers Bedarfs, der zu hundert Prozent der TuS zur Verfügung steht«, ergänzt Rott.
Für Job war es der Einstieg in den professionellen Frauenhandball, er hatte das Team von Trainerin Edina Rott übernommen. Der ehemalige Bundesliga-Profi hat neben seiner Trainertätigkeit bei den TusSies einen Lehrauftrag an einer Schule, bei dem er 14 Stunden pro Woche als Lehrer arbeitet. Zudem erfordert die Anreise nach Metzingen von seinem Wohnort Spaichingen täglich rund 2,5 Stunden mit dem Auto. »Ich bin kein Mensch der gerne ein Zwischenfazit zieht, aber die letzten 18 Monate hier in Metzingen haben mir viel Freude gemacht und ich freue mich auch auf die kommenden Aufgaben mit der Mannschaft«, so Alexander Job.

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Sehr erfahrener Trainer
Sein Nachfolger wird Csaba Konkoly. Der gebürtige Ungar ist diplomierter Sport- und Mathelehrer und kann auf eine langjährige Erfahrung im Handball zurückblicken. Der ehemalige Handballer zeigt sich seit 1993 für die erfolgreiche Jugendarbeit der ungarischen Spitzenmannschaft Györi ETO KC mitverantwortlich. 2004 wurde er Co-Trainer der ungarischen Jugend-Nationalmannschaft und ab 2005 Trainer dieser Auswahl. Seine bisher größten Erfolge im europäischen Vereinshandball hatte Konkoly von September 2007 bis November 2011 als Cheftrainer von Györi Audi ETO KC, einem der erfolgreichsten Handballclubs weltweit. Mit Györ gewann er unter anderem vier Mal die ungarische Meisterschaft, vier Mal den ungarischen Pokal und war 2008/09 im Champions League Finale, sowie 2007/08, 2009/10 und 2010/11 jeweils im CL Halbfinale. Außerdem war er ab 2008 Co-Trainer der ungarischen Nationalmannschaft, mit der er unter anderem den vierten Platz bei den olymoischen Spielen in Peking belegte. Zuletzt war er Chef-Trainer des ungarischen Erstligisten Vác, wo er neben der ersten Mannschaft für die ganze Jugendarbeit zuständig war. Csaba Konkoly hat viele Talente bis in die erste ungarische Liga geführt.

Julia Behnke bleibt
Der wohl größte Name unter seinen ehemaligen Schützlingen ist Anita Görbicz, eine der weltbesten Handballspielerinnen aktuell. »Wir freuen uns mit Csaba Konkoly einen Trainer gefunden zu haben, der in den letzten zehn Jahren viele Erfolge im europäischen Handball feiern konnte«, so Rott. »Csaba wird der TuS Metzingen zu hundert Prozent zur Verfügung stehen und sich neben dem Bundesliga-Team auch um die Belange der Jugend und Handballschule kümmern. Mit ihm erhoffen wir uns, unsere ehrgeizigen sportlichen Ziele für die kommenden Jahre erreichen zu können«. Konkoly beginnt am 1. Juli seine Tätigkeit in Metzingen und hat einen Vertrag bis 2017. 
Der neue Kommandogeber muss dann auf Metzingens derzeit Beste verzichten. Die Torfabrik Shenia Minevskaja verlässt zum Saisonende das Ermstal und wechselt zum Leipziger HC. »Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, denn gerade in den letzten Monaten sind die Mannschaft und die TuS Metzingen enorm gewachsen.«
Leipzig ist seit Jahren eine Topadresse im Deutschen Handball und neben der Möglichkeit kommende Runde Champions League zu spielen haben auch persönliche Gründe die Entscheidung beeinflusst. »Hier bin ich näher an meiner Familie«, so Minewskaja. »Doch ich werde bis zum Ende der Saison weiterhin 120 Prozent für die TuSsies geben«, ergänzt sie. Auch Torfrau Sabine Stockhorst verlässt die TuS. Sie wechselt mit sofortiger Wirkung zu Zweitligist SV Allensbach.
Dagegen hat Julia Behnke ihren nach der Saison auslaufenden Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert. Sie gehörte mit ihren 21 Jahren bereits zum erweiterten Kader für die Europa-Meisterschaft in Ungarn und Kroatien. »Ich fühle mich hier in Metzingen und in der Mannschaft rundum wohl und kann mich mit dem Konzept voll und ganz identifizieren. Zudem werde ich nach meiner Ausbildung übernommen und möchte auch deswegen in der Region bleiben. Die Entscheidung ist mir relativ leicht gefallen«.     –diet/rw