METZINGEN. Erst kam die Nachricht, dass Tonje Løseth geht. Doch die Verantwortlichen der TuS Metzingen reagieren schnell und mit einem Paukenschlag. Shenia Minevskaja, einst Publikumsliebling in der Öschhalle, kehrt an die Wirkungsstätte ihres größten Erfolges zurück und verstärkt den Frauenhandball-Bundesligisten.

Nachdem die TuS Metzingen erst vor Kurzem den Weggang von Tonje Løseth verkünden musste, steht nun ihre Nachfolgerin fest. Mit Shenia Minevskaja wechselt zur neuen Saison eine aktuelle deutsche Nationalspielerin und alte Bekannte zurück ins Ermstal. Bereits ab 2013 trug »Sheni« für zwei Spielzeiten das pinke Trikot und entwickelte sich bei den TusSies zu einem der Gesichter der Handball-Bundesliga Frauen. Gleich in ihrem ersten Jahr in Metzingen wurde sie zudem erfolgreichste Werferin der Liga und etablierte sich trotz ihrer damals 21 Jahre zu einer der Leistungsträgerinnen im Team der Pink Ladies. Aktuell spielt sie ihre zweite Saison in Leipzig, wird den deutschen Rekordmeister aber im Sommer verlassen.
»Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekomme wieder eine TusSie zu werden, da ich mich zu 100 Prozent mit dem Team, dem Umfeld und auch der Farbe Pink identifizieren kann. Trotzdem waren die beiden Jahre in Leipzig für mich eine Erfahrung, aus der ich gelernt habe und mit der ich gewachsen bin. Ferenc Rott baut hier in Metzingen was richtig Großes auf und ich freue mich ein Teil dieses Projektes sein zu dürfen.« Der Angesprochene freut sich über seinen Coup, die starke Rückraumspielerin zurück an die Erm geholt zu haben. »Bereits bei ihrer Verabschiedung hatten wir betont, dass die Tür für sie immer offen steht. Sie hat im pinken Trikot gezeigt, wie torgefährlich sie sein kann kann und sie wird die Lücke, die Tonje hinterlässt, sicherlich füllen können«, so Ferenc Rott. »Wir haben in den kommenden Jahren noch viel vor und die Verpflichtung von Shenia ist ein weiterer wichtiger Baustein«, ergänzt Rott. Shenia Minevskaja erhält einen zwei Jahresvertrag bei der TuS Metzingen.
Dagegen verlässt Tonje Løseth das Ermstal und geht nach Dänemark. Die Norwegerin kam 2015 von Tertnes Håndball Bergen und hat sich in Metzingen stetig weiterentwickelt. Inzwischen ist sie zu einer Stütze im Angriff und Abwehr gereift und hat gezeigt, wie wichtig sie für ein Team sein kann. Zuletzt stand Tonje Løseth kurz davor den Sprung in das Team des amtierenden Welt- und Europameisters zu schaffen, wurde aber vor den Spielen aus dem erweiterten Kader gestrichen. Tonje Løseth wechselt zum FC Midtjylland Håndbold. Der FC ist aktuell die beste dänische Handballmannschaft und hat die Chance das Final-Four-Turnier in der Champions-League zu erreichen . »Für mich war das keine einfache Entscheidung. Ich habe hier zwei fantastische Spielzeiten gehabt und ich möchte mich für die Zeit bedanken. Es war Hammer hier in Deutschland spielen zu können und ich bin jetzt schon dankbar, was ich mit den TusSies erlebt habe. Auch ein Riesendankeschön an Ferenc Rott, der an mich geglaubt hat«, schwärmt Løseth und verspricht: »Auch wenn ich im Sommer wechsle, werde ich in den verbleibenden Monaten im pinken Trikot alles geben, denn wir haben noch einige Ziele vor Augen«.
»Es ist für uns sehr schade, dass Tonje uns nach der Saison verlassen möchte. Sie ist sportlich wie menschlich eine Bereicherung für das Team gewesen und wird sicherlich eine Lücke zurücklassen. Da einer der besten Vereine in Europa angeklopft hat, kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Wir wünschen ihr alles Gute und freuen uns auf ein Wiedersehen«, so Rott.

EHF-Cup gegen Nantes
Auf ein Neues. Mit einer sehr guten Mannschaftsleistung kam die TuS Metzingen von ihrem Gastspiel in Leverkusen nach Hause und brachte zwei Punkte mit. 32:24 (15:11) hieß es am Ende und somit wahrten die Ermstälerinnen ihre Siegesserie gegen die Werkself in dieser Saison. Bereits zum dritten Mal gingen Anna Loerper und Co gegen Bayer als Sieger aus der Halle. Beste Werferin bei den TuSsies war Katharina Beddies. Sieben Mal netzte die Linksaußen ein. Der Sieg war ein guter Auftakt in die Englische Woche, gestern gastierte der Buxtehuder SV in der Öschhalle, das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Am Samstag, 4. März, 19 Uhr dann folgt der nächste Knaller in dieser ereignisreichen Spielzeit der TuSsies. Dann kommt das französische Team aus Nantes nach Metzingen zum Viertelfinal-Hinspiel im EHF-Cup.     –diet/rw