Sie bauen weiter fleißig an ihrem All-Star-Team. TuS Metzingen hat die kommende Saison fest im Blick und vor allem will sich der Frauenhandball-Bundesligist mittelfristig unter den besten Sechs etablieren. Die Tussies vermelden erneut zwei hochkarätige Neuzugänge mit Perspektive. Und verpassten am Samstag eine kleine Sensation nur knapp.

METZINGEN. Das Topteam des HC Leipzig entführte zwei Punkte aus der Öschhalle. Doch viel hat nicht gefehlt, und die Tussies hätten wenigstens einen Punkt ergattert beim 23:25 (10:9). Eine schlechte Phase von zehn Minuten reichte aber aus, um die Sächsinnen auf die Siegerstraße zu führen. Gleichwohl zeigten die Ermstälerinnen eine Leistungssteigerung und bewiesen, dass sie zurecht in die Meisterrunde gehören. Da sie auch künftig zu den Besten Teams zählen wollen, drehen die Verantwortlichen weiter kräftig am Personalkarussell.

Der neueste Coup: Eine alte Bekannte kehrt zurück, eine weitere Nationalspielerin kommt. Julia Behnke verstärkt den Kader von Alexander Job. Mit der 20-Jährigen wechselt eine Spielerin vom Ligakonkurrenten aus Bietigheim an die Erms. Die 1,80 m große Kreisläuferin gehörte zum erweiterten Kader der deutschen Frauen-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2013 in Serbien. Beim Rückspiel gegen die Tussies zeigte sie eine starke Leistung und war neben ihren insgesamt drei Toren ein stetiger Unruhe-Herd in der Tussies-Abwehr. »Julia ist das größte Talent am Kreis in Deutschland. Trotz ihrer erst 20 Jahre wird sie in den kommenden Jahren für Furore sorgen und uns mittelfristig weiterbringen«, betont Ferenc Rott. »Sie ist eine starke Angriffsspielerin, die schier unmögliche Anspiele verwerten kann und einem Team auch in der Abwehr Stabilität verleiht«, ergänzt der Manager. In der Jugendzeit spielte Julia Behnke für die TSG Ketsch und wechselte 2011 zur SG BBM Bietigheim.
Sie durchlief verschiedene DHB-Auswahlmannschaften und feierte am 30. November 2013 ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft beim Spiel gegen Schweden. Ihr bisher größter sportlicher Erfolg war der Aufstieg die Handball-Bundesliga. In Metzingen unterschreibt sie einen Ein-Jahresvertrag. »Ich hatte drei tolle Jahre in Bietigheim und bin sehr dankbar dafür. Ich habe mich menschlich und spielerisch weiterentwickelt und viel gelernt. Natürlich freue ich mich aber auch auf die kommende Zeit und das pinke Trikot und möchte eine erfolgreiche Saison in Metzingen spielen«, so Behnke. Das hat auch Maren Weigel vor. Sie kennt man hier und sie kennt sich hier auch aus. Mit der 19-jährigen Maren Weigel wechselt eine alte Bekannte zurück an die Erms.
Die Linkshänderin bestritt bisher 19 Spiele im Dress der Junioren-Nationalmannschaft und erzielte dabei 58 Treffer. »Wir freuen uns, Maren wieder in Metzingen begrüßen zu können. Sie wird unsere rechte Seite auf jeden Fall verstärken«, so Ferenc Rott. »Maren Weigel kann sich bei uns beweisen und hat sicherlich das Potenzial uns langfristig zu verstärken«, ergänzt der Geschäftsführer.
Maren Weigel wechselte 2009 von der HSG Schönbuch nach Metzingen. Hier gewann sie 2010 mit der JSG Neuhausen-Metzingen die Deutsche B-Jugend-Meisterschaft. Im Frühjahr 2011 bekam sie dann die Chance zum Erstligisten nach Sindelfingen zu wechseln. Aufgrund der plötzlichen Insolvenz schloss sie sich ihrem jetzigen Verein, dem TV Nellingen an. Aktuell laboriert Maren Weigel immer noch an den Folgen einer Schulter-Operation.  –diet/rw