METZINGEN. Auf der Trainerbank der TuSsies gibt es zur neuen Saison eine personelle Veränderung. Cheftrainer René Hamann-Boeriths verlässt den Verein vorzeitig. Der dänische A-Lizenzinhaber hatte eigentlich noch einen Vertrag für die kommende Spielzeit, ist aber Anfang dieses Jahres auf die Vereinsführung zugekommen und hat um vorzeitige Auflösung zum 30. Juni gebeten. Als Grund für diesen Schritt führte er familiäre Gründe an. Die Situation hatte sich beim ihm so verändert, dass seine Frau und sein Kind im Sommer nicht nach Deutschland kommen werden und er nun stattdessen wieder zurück nach Dänemark möchte.
Vor allem ein Wunschkandidat stand von Anfang an auf der Wunschliste von Manager Ferenc Rott ganz oben. André Fuhr, der aktuelle Trainer der HSG Blomberg-Lippe, übernimmt zur neuen Saison das Amt als Cheftrainer bei den TuSsies, Edina Rott unterstützt ihn als Co-Trainerin unterstützt. Sein Vertrag läuft über drei Jahre.
Der 47-jährige A-Lizenzinhaber und angehende EHF-Master Coach ist seit 2002 bei der HSG Blomberg-Lippe. 2006 gelang ihm mit der Mannschaft der Aufstieg in die 1. Liga, in der die HSG seitdem Dauergast ist. In seiner Zeit bei Blomberg qualifizierte er sich mit dem Team vier Mal für den europäischen Wettbewerb und stand zwei Mal im DHB-Pokal Finale. Der gebürtige Hiller ist vor allem für seine herausragende Arbeit mit jungen Spielerinnen bekannt. So entwickelte er Spielerinnen wie Xenia Smits und Alicia Stolle zu Leistungsträgerinnen der Deutschen Nationalmannschaft. Auch die aktuell sehr positiven Leistungen in der laufenden Saison zeigen, was der Trainerfuchs aus einer jungen Mannschaft rausholen kann.

Auch für den Nachwuchs
Nicht zuletzt durften dies die TuSsies bei der Heimniederlage vor drei Wochen gegen die HSG selbst erfahren. Dass André Fuhr nicht nur für die erste Mannschaft ein Zugewinn ist, sondern für die gesamte Handballabteilung, zeigt sein Aufgabenfeld bei der HSG. Dort war er nicht nur Trainer, sondern auch Sportdirektor, entwickelte Trainingskonzeptionen für die Jugend, unterstütze den Ausbau des Handballinternats und trainiert die weibliche A-Jugend, mit der er ein Mal Deutscher Meister und sieben Mal Vizemeister wurde. Diese Kompetenzen wird der studierte Pädagoge auch in Metzingen mit einfließen lassen und somit auch für eine Verbesserung im Nachwuchsbereich sorgen. Mit der Personalie Fuhr kann der Spitzhandball im Ermstal langfristig und nachhaltig gewährleistet werden.

Ziel: Europacup
Der Ex-Trainer haderte etwas mit seiner Entscheidung. »Es ist schade, dass ich im Sommer die TuSsies schon vorzeitig verlassen werde. Ich habe mich hier wohlgefühlt, aber für mich ist die Familie das wichtigste im Leben, daher musste ich diese Entscheidung treffen«, so René Hamann Boeriths, der nach eigenen Angaben noch keinen neuen Verein hat, dafür ein Ziel mit den TuSsies: »Wir wollen uns unbedingt für den europäischen Wettbewerb qualifizieren und das Final 4 gewinnen. Solange werde ich hier alles versuchen, möglichst viele Spiele zu gewinnen.« Der Neuzugang freut sich auf seine Zukunft in Metzingen. »Ich kann bei einem der drei größten Vereine Deutschlands den nächsten Schritt machen. Im Team steckt unglaublich viel Potenzial und es sind viele junge Spielerinnen im Kader, die ich sehr gerne bei Ihrer Weiterentwicklung unterstützen möchte« zeigte sich Fuhr zuversichtlich. » »Ich werde außerdem meine Erfahrungen aus dem Jugendbereich mit in Metzingen einfließen lassen. Für mich zählt der Handball als Ganzes, von den Minis bis hin zur ersten Mannschaft. Das war immer mein Motto und das wird auch in Metzingen weiterhin so sein.« Er habe bei den Spielen im Ermstal immer gespürt, dass der Verein, die Fans und das Umfeld in Metzingen den Handball leben. Man hat dort über Jahre immer wieder dieselben Gesichter gesehen, was zeigt, dass viele treue Helfer, Unterstützer und Fans dabei sind.«

24 Stunden Handball
Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Arbeit wird vor allem auch die Zusammenarbeit mit dem Manager sein. »Ich weiß, dass er nicht immer ganz einfach ist, aber das macht nichts, das bin ich auch nicht. Ich bin davon überzeugt, dass wir gerade deshalb gemeinsam, mit dem Team und dem tollen Umfeld die Entwicklung der letzten Jahre weiter fortführen und auch noch ausbauen können.«
Ferenc Rott hatte mit Fuhr schon im vergangenen Jahr Kontakt gehabt. »In den Gesprächen wurde uns beiden schnell klar, dass wir gut miteinander können und dieselben Vorstellungen von Handball, von Verein, von Jugendarbeit und von der Weiterentwicklung des Frauenhandballs haben.
Wir beide denken und leben 24 Stunden Handball.«
Dabei spreche seine 16-jährige Arbeit in Blomberg spricht für sich. Was er dort mit geringen Mitteln aufgebaut und entwickelt hat ist beispiellos und vorbildlich. Er hat dort ganzheitlich gearbeitet, viele talentierte Spielerinnen entdeckt aber auch weiterentwickelt. »Davon können wir in Metzingen nur profitieren.
Ich bin sehr froh, dass er das nun bei uns in den nächsten Jahren ebenfalls tun wird und wir gemeinsam mit unserer jungen Mannschaft weiterhin erfolgreichen Spitzenhandball in Metzingen garantieren können.«     –diet/rw