METZINGEN.  Auf etwa 95.000 Euro wird der Sachschaden geschätzt, der am 26. Januar  bei einem Verkehrsunfall auf einer der Haupteinfallstraßen der Stadt Metzingen  entstanden ist. Ein 32-jähriger türkischer Fernfahrer war gegen 2.20 Uhr bei der dortigen Tankstelle mit seinem Sattelzug auf der Paul-Lechler-Straße in die Auchertstraße eingebogen und anschließend gegen den Bahndamm gekracht. Der 32-Jährige wurde bei dem  Unfall in seinem Actros eingeschlossen und leicht verletzt. Zudem konnten die Polizeibeamten vor Ort feststellen, dass der Fahrer unter Alkoholbeeinflussung stand. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von deutlich über einem Promille. Der erste Notruf, der bei der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst in Reutlingen um 2.24 Uhr auflief, ließ noch vermuten, dass ein Laster in die OMV-Tankstelle gefahren sein. Dies bestätigte sich glücklicherweise nicht, dennoch hinterließ der Sattelschlepper auf seinem Crashkurs eine regelrechte Spur der Verwüstung.


Nachdem der 40-Tonner an der Paul-Lechler-Straße zunächst einen Betonsockel aus seiner Verankerung gerissen hatte, riss an dem schweren Sattelschlepper die Ölwanne auf. Auf den nächsten Metern walzte der beladene schwere Laster alles nieder, was sich ihm in den Weg stellte. Verkehrszeichen und ein Lichtmast stellten ebenso wenig ein Hindernis dar, wie etliche Bäume. Ehe die Zugmaschine mit voller Wucht in den Bahndamm krachte und sich dort im 90-Grad-Winkel regelrecht verhakte, bohrte sich noch ein Hinweisschild durchs Führerhaus und stoppte wenige Zentimeter vor dem Beifahrersitz.  Beim Eintreffen der Metzinger Feuerwehr war ein Zugang zum Lastwagenfahrer zunächst nicht möglich. Weil der Sattelschlepper sich seinen Weg durch das Unterholz gesucht hatte, versperrten Bäume den Weg zur Fahrerkabine. Diese mussten zuerst mittels Motorkettensägen entfernt werden. Die Befreiung des Truckers war damit aber noch nicht abgeschlossen.


Erst durch den Einsatz der Drehleiter gelang es, den Mann auf sicheren Boden zu bringen. Einerseits machte den Einsatzkräften die Böschung mit mehr als 45 Grad Steigung einen sicheren Stand sehr schwer, zum anderen thronen die Fahrer in ihren Fernverkehrszügen gut und gerne zwei Meter über dem Boden. In der Anfangsphase war außerdem nicht klar, ob eventuell noch ein weiteres Fahrzeug in den Unfall verwickelt ist. Wrackteile lagen verteilt auf rund hundert Meter genug herum. 
Weitere negative Einsatzrandbedingungen waren die Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts: Die Reinigung der Straße gestaltete sich äußerst schwierig, zudem kämpften die Einsatzkäfte mit Straßenglätte. 

Trotz Sonntagsfahrverbot unterwegs
Ein weiteres Detail bereitete Kopfzerbrechen. Denn seit Mitternacht am Samstagabend hätte der vollbeladene Lastzug wegen des Sonntagsfahrverbots gar nicht mehr bewegt werden dürfen. Aufwändig gestalteten sich ferner die Bergungsarbeiten, die durch die Feuerwehr unterstützt worden sind. Für mehrere Stunden war die Bahnstrecke Stuttgart – Tübingen wegen des Unfalls bis zur Freigabe durch den Notfallmanager der Deutschen Bahn blockiert, beziehungsweise gesperert. Am nächsten Tag ordnete das Umweltamt des Landkreises Reutlingen das Abtragen des mit Öl kontaminierten Erdreichs an. Die Metzinger Feuerwehr war mit dem Rüstzug und der Drehleiter sowie rund 25 Einsatzkräften bis zum frühen Morgen im Einsatz. 
Vor Ort informierte sich neben dem Notfallmanager der Deutschen Bahn auch Kreisbrandmeister Wolfram Auch. Der Rettungsdienst war mit drei Fahrzeugen und einem Notarzt an der Einsatzstelle.                                 -mut