Etwas spät vielleicht, aber immerhin: Was in anderen Städten schon jahrelang gut funktioniert, wurde nun auch in Rottenburg realisiert – eine Wohnungsbaugesellschaft. In Rottenburg ist die »Wohnbau Rottenburg« ein Eigenbetrieb der Stadt, und damit keine Gesellschaft. Auch gut. Betriebsleiter ist der ehemalige Erste Bürgermeister Volker Derbogen, der sich nun um die Belange der Wohnbau Rottenburg kümmert. In den kommenden Jahren wird die Wohnbau Rottenburg vor allem den Bau von Sozialwohnungen und Wohnungen im preiswerten Segment verwirklichen. Darauf haben viele, auch im Gemeinderat, schon lange gewartet. Emanuel Peter von den Linken etwa war es immer ein Anliegen, und er und auch viele andere bohrten und fragten so lange nach, bis endlich verkündet wurde, dass Rottenburg auch eine »Wohnungsbaugesellschaft« gründen wird. Künftig wird die Wohnbau Rottenburg sanieren, ankaufen und auch selbst bauen. Gut so! Erst kürzlich konnte ein Gebäudekomplex im Hammerwasen für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen realisiert werden. Das Gebäude wurde dafür gebaut, dass später vielleicht auch einmal Studenten hier wohnen können. Pro Person sind zehn Quadratmeter eingeplant, was die Wohnungen ein wenig eng macht. 50 Quadratmeter groß sind die Einheiten für die Wohngemeinschaften und Familien, dazu kommt eine Küche sowie Dusche und WC. Auch im DHL-Areal wird die Wohnbau Rottenburg aktiv werden.
Das Geländesegment, welches für Wohnbau vorgesehen ist, wurde in drei Quartiere aufgeteilt, zwei davon werden von einer privaten Investorengruppe überbaut, eines wird die Wohnbau Rottenburg überbauen. Europaweit sollen dann Architekten Entwürfe erstellen, die in einen Architektenwettbewerb münden werden. Entstehen sollen 60 Wohnungen, die Hälfte davon sollen Sozialwohnungen werden. Dann könnte vielleicht der Engpass beseitigt werden, der derzeit in Rottenburg an Sozialwohnungen herrscht. Volker Derbogen als Betriebsleiter der Wohnbau Rottenburg sagt, dass die Stadt für die Sozialwohnungen später nur zwei Drittel der ortsüblichen Miete verlangen darf. Die 60 Wohnungen werden freigehalten für Menschen mit niedrigem oder geringem Einkommen. Weitere Grundstücke besitzt die Wohnbau Rottenburg im Bereich Kreuzerfeld Süd, wo ihr zwei Grundstücke gehören. Hier ist die Wohnbau Rottenburg in Verhandlungen mit zwei gemeinnützigen Einrichtungsträgern, die für behinderte Menschen Wohnungen suchen und die Wohnungen dann anmieten wollen. Ziel der Wohnau Rottenburg wird es sein, pro Jahr 30 Wohnungen zu bauen. Im Künstlerhofareal baut die Kreisbaugesellschaft derzeit in drei Gebäuden 36 Wohnungen. Zehn Wohnungen möchte die Wohnbau Rottenburg übernehmen, die Mieten sollen preisgebunden sein. Das Delta zwischen echtem Preis und sozialem Mietpreis übernimmt dann die Stadt. Man möchte fast seufzen: Endlich tut die Stadt etwas im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Denn teure Wohnungen gibt es in Rottenburg schon genügend. Gerade aber Familien mit niedrigen Einkommen können sich Häuser oder größere Wohnungen fast nicht leisten. Wie gut, dass hier die Wohnbau Rottenburg einspringt und nun Sozialwohnungen mit günstigen Mieten baut. Unterm Strich kann man sagen, dass die Stadt vielleicht etwas spät aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Aber lieber spät als nie, möchte man meinen. Und freut sich, dass es dadurch in der Stadt vielleicht ein wenig gerechter zugehen wird. Schön auch, dass sich die Wohnbau Rottenburg um Sanierungen kümmern wird. So werden Schrottimmobilien der Stadt verhindert und auch der Bürger hat etwas davon: Ein schönes Ambiente im Städtle.