Rottenburgs Gewerbegebiet Siebenlinden ist bis zum Anschlag gefüllt. Ansiedlungswillige Gewerbebetriebe werden ins Gewerbegebiet Ergenzingen-Ost oder in eines der anderen in den Teilorten Seebronn, Hailfingen, Oberndorf oder Kiebingen verwiesen. Es tut sich was in Richtung Gewerbegebiete in Rottenburg getan, denn es soll ja auch ein Neues zwischen Rottenburg und Kiebingen geben.
Und Ergenzingen-Ost soll erweitert werden. »Hier ist noch viel drin«, sagt Oberbürgermeister Stephan Neher im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn Ergenzingen-Ost ist auch Gewerbeschwerpunkt in der Region Neckar-Alb. Derzeit ist man mit dem Ortschaftsrat im Gespräch, der die Erweiterung beschließen soll. Schaut man weiter runter entlang der A 81, sieht man, dass Empfingen und Horb ein interkommunales Gewerbegebiet an der viel befahrenen Autobahn installieren wollen. Lauert da Konkurrenz für Rottenburg? Neher sieht das nicht so, da es gelte, Arbeitsplätze in die Region zu holen und zu schaffen. »Da profitiert Rottenburg letztlich auch davon«, sagt der Rottenburger OB. Klingt alles schön und gut – aber es stellt sich ja auch die Frage, wie viel Gewerbe verträgt Rottenburg.
Jetzt schon wird gesprochen vom Gewerbegebiet im DHL-Areal, welches innerstädtische Gewerbe ansiedeln soll.
Und viele Bürger verstehen nicht, weshalb ausgerechnet im Galgenfeld zwischen Kiebingen und Rottenburg wertvolle Ackerflächen mit Gewerbeansiedlungen zugekleistert werden sollen. Gut: Ob das DHL-Gelände wirklich kommt, ist fraglich.
Denn noch kann der Investor keinen Elektromarkt vorweisen. Aber zwischen Kiebingen und Rottenburg ist ein Gewerbepark wirklich deplatziert.
Zum einen wegen der Landwirte, zum anderen, da die B 28 den Ort verkehrlich entlasten soll – ein Gewerbegebiet brächte dann erst recht viel Verkehr in den Ort. Also doch lieber Ergenzingen-Ost?
Hier spricht ja vor allem der Standort an der Autobahn dafür. Denn viele Lastwagen können die schnelle Route nutzen, ein wirklich toller Vorteil. Und die Zulieferung mit der Schiene? Fehlanzeige.
Denn schon vor Jahren wurden Pläne für ein Güterverteilungszentrum für den Schienenverkehr ad acta gelegt. Das benachbarte Eutingen scheiterte auch an den Plänen, hier formierte sich Bürgerprotest.
Jetzt hat sich das Rad weitergedreht, Reutlingen ist derzeit im Gespräch für ein Güterverteilungszentrum. Neher sagt, er habe von den Plänen für ein solches Zentrum in Ergenzingen-Ost nur vom Hörensagen mitbekommen. Schade eigentlich, denn die Bahn führt direkt an Ergenzingen-Ost vorbei. Es hätte sich also angeboten. Und Bürgerprotest gab es dazu damals auch keinen.
Positiv kann man also festhalten, dass im Gewerbepark Ergenzingen-Ost noch viel möglich ist, wie Oberbürgermeister Neher sagt.
Dann sollte die Stadt aber auch die Entscheidung für eine Erweiterung oder mehrere Erweiterungen am Standort Ergenzingen festzurren und Galgenfeld nicht weiter entwickeln.
Denn einige Landwirte sagen bereits jetzt, dass sie dann an den Rand der Erwerbsfähigkeit ihres Betriebes kommen. Zudem hat der Bau der B 28 durchs Neckartal bereits jetzt wertvolle Ackerflächen verschlungen.
Hier müsste der Hebel angesetzt werden, dies müsste die Stadt bei ihren Plänen für ihre Gewerbestrategie 2025 berücksichtigen.