Es ist, als beiße sich der Hund in den Schwanz. Die Öffentliche Hand hat Gott sei Dank ausreichend Mittel zur Hand und setzte sie auch ein, aber nicht jeder wird damit zufrieden sein können. Seit Beginn der Woche wird wegen Bauarbeiten auf der Ammertalbahn (Regionalstandbahn) die Strecke von Entringen in Richtung Herrenberg gesperrt. Dasselbe gilt für die Bundesstraße 296, die von der Aurtobahnmeisterei bis Breitenholz nicht mehr befahren werden kann. Was die Bundesstraße angeht, so sollen – bis Juni auf alle Fälle – die oberen Asphaltschichten entfernt und neu aufgetragen werden. Hinzu kommt noch eine zusätzliche Rampe. Diese Arbeiten stehen unter der Ägide des Landkreises Böblingen.

Dass es zwischen zwei aneinandergrenzenden Kreisen mit der Abstimmung nicht immer zum Besten steht, mag man an der Tatsache erkennen, dass der Kreis Tübingen von den Plänen überrascht war. Das Landratsamt hatte federführend die Aufgabe übernommen, die Ammertalbahn auf das vorgesehene Niveau der Regionalstadtbahn zu bringen. Während der Kreis Böblingen mit der Schönbuchbahn von Dettenhausen nach Böblingen längst weit voran war, haben es die Planer für die Ammertalbahn gerade geschafft, jetzt zunächst einmal den Schienenstrang zu sperren. Dass nun Straße wie auch Schiene zu ärgerlichem Umdenken und Umwegen zwingen, hat der Kreis Tübingen mit der einfachen Bemerkung quittiert: »Das ist langwierig und ärgerlich. Aber es ist nunmal so.« Das klingt so, als habe man die Sache nicht im Griff. Zwischen Entringen und Herrenberg wird der Zugverkehr vom 13. bis 28. April mal wieder eingestellt und ehe man sich zu sehr freuen kann, wird vom 27. Juli bis 11. August und nochmals bis 10. September keine Bahn fahren. Wer auf den Zug angewiesen ist, muss in diesen Zeit mit dem Bus vorlieb nehmen. Damit nicht genug: vom 11. September bis 3. November wird es keinen Zugverkehr zwischen Entringen und Altingen geben. Zwischen Altingen und Herrenberg soll ein Zugpendelverkehr eingerichtet werden. Ob danach noch jemand mit dem Zug fahren will, wird sich weisen müssen.

Noch ein Tipp für die Autofahrer: Wer die nächsten Wochen nicht über Reusten fahren möchte, kann über das Gewerbegebiet Gültstein auf der Kreisstraße bis nach Kayh fahren, durch den Ort hindurch und an der Einmündung Richtung Entringen und nach Tübingen weiterfahren. Jedenfalls bis zu den Pfingstferien. Vielleicht noch eine kleine Bemerkung am Rande: Auch bei der Durchfahrt von Reusten gibt es eine Engstelle, die jetzt von Ampeln gesteuert werden muss. Frust dabei: Die Engstelle besteht schon seit Monaten, kann aber nicht beseitigt werden, weil es an der Baustelle »Gutachterstreitigkeiten« gibt. Wer so plant, braucht für den Spott nicht zu sorgen.