Die Universitätsstadt Tübingen hält nicht nur Flächen bereit für Forschung und Unternehmen, sie denkt beim Blick auf die verschiedenen Quartiere auch an ihre Bürger.
So darf man sich sicher sein, dass zwischen Corrensstraße, Rotbad und Schönblick im Norden, genau dort, wo gerade die Hofkammer des Hauses Württemberg ein Wohnquartier errichtet, die Bürger der Umgebung einen Stadtteiltreff erhalten werden.
Das wäre im Norden dann der dritte, denn in Waldhäuser Ost lebt schon seit längerer Zeit ein Treff vor sich hin, in der Wanne wird gerade ein Haus umgebaut, in dem früher ein Schlecker-Markt war, und jetzt soll am Rotbad in einem der Eckhäuser ein Treff einziehen.
Eigentlich hatte die Stadt nur mit dem Gedanken gespielt, dort einen Bäcker mit Kaffeeausschank einziehen zu lassen. Das Projekt ließ sich ganz offensichtlich nicht realisieren, ein Kieferorthopäde zog stattdessen ein.
Dafür gibt es jetzt den Treff, einen »offenen« Treff, wie es heißt. Für die etwa rund 3 500 Bürger wird Anfang des kommenden Jahres ein Programm erarbeitet, eine Bürgerversammlung soll dann darüber informieren.
Wenn alles nach Plan läuft, dann soll der neue Treff Anfang April seine Türen öffnen.

Rund 110 Quadratmeter soll der neue Schwerpunkt umfassen, inzwischen gilt auch als sicher, dass die Martins-Kirchengemeinde mit einziehen und zur Miete beitragen wird. 
Der Asylkreis wird sich hier treffen sowie der Unterstützerkreis Niethammerstraße, nicht zu vergessen der Jugendtreff, um nur einige Beispiele zu nennen. 
Die regen Aktivitäten werden dafür sorgen, dass anders als auf Waldhäuser-Ost kaum mehr die Frage aufgeworfen werden muss, ob man nicht an der Wirklichkeit vorbeigeplant hat. Die Organisatoren wären auch nicht unglücklich, wenn die Mitarbeiter der Oberen Viehweide künftig Interesse an dem gemeinschaftlich bewirtschafteten Garten hätten. Inzwischen ist klar, dass die Stadt die Räumlichkeiten zunächst einmal für fünf Jahre mieten wird. Die Einrichtung wird rund 16 000 Euro kosten und die Evangelische Martinsgemeinde beteiligt sich zu 25 Prozent daran. Diese wird dann auch ihr bisheriges Domizil am Paul-Lechler-Weg räumen und das Gebäude verkaufen. So hat jeder etwas von der neu geschaffenen Lage.
Bei so viel Plänen wäre es ungerecht, jetzt schon am Erfolg zu zweifeln. Doch die Stadt wird sich strecken müssen und die Treffen mit Leben erfüllen müssen. Der Erfolg hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Anwohner auch mitspielen.