Bislang war alles relativ geregelt am Kreisverkehr Eugen-Bolz-Platz in Rottenburg. In den Morgenstunden gab es Staus ohne Ende, und die Schüler strömten zu ihren Bussen, die dann ebenfalls den Kreisverkehr verstopften. Schülerlotsen regelten den Fußgängerverkehr, so dass diese auch einmal die Chance hatten, im riesigen Pulk den Platz zu kreuzen. Nun ist alles anders: Es gibt zwischen dem Bankengebäude und dem Platz eine Ampellösung an der Fußgängerfurt. Diese reagiert den ganzen Tag auf den Signalwunsch der Fußgänger. So kann es passieren, dass es gerade zur Mittagszeit aufgrund der roten Ampel wieder einen Stau im Kreisverkehr gibt. Man fragt sich, weshalb die Schülerlotsenlösung am frühen Morgen nicht sinnvoll genug war? Denn sinnvoll war sie allemal, da man die Schülerströme auf dem Eugen-Bolz-Platz auf Sicht bündeln konnte und alle sicher zum Bus kamen. Was, wenn jetzt Schüler ihr Rotsignal ignorieren und es einen Unfall gibt? Zudem ist eine Ampellösung unpersönlich und kann nicht einzelne Schüler ansprechen, dass sie halten sollen. Ärgerlich ist die Ampellösung obendrein, wenn man im verstopften Kreisverkehr mit dem Auto steht und nichts vorwärts geht. Auf Anfrage betonte Jürgen Klein als Amtsleiter des Tiefbauamtes, dass die Ampeln im Kreisverkehr nur ein Versuch seien.
Man wolle testen, ob sich die Schülerlotsen besser mit einer Ampel ersetzen lassen. Am Ende des mehrwöchigen Versuchs wird entschieden, ob es weiterhin Schülerlotsen oder aber eine Ampel gibt.
Viele Autofahrer mögen die Ampel nicht und fluchen vor sich hin. Die Fußgänger aber sind froh, dass die Autos nun schnell halten und der Zebrastreifen gequert werden kann.
Jürgen Klein als Amtsleiter des Tiefbauamtes ist zuständig für die Aufstellung der Verkehrsregler. Er erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Versuchsphase mit der Ampellösung am Eugen-Bolz-Platz noch bis zum Beginn der Sommerferien läuft. »Die Schülerlotsen arbeiten ehrenamtlich«, sagt Klein. Und sie wollen nur noch bis Ende diesen Jahres den Verkehr am Eugen-Bolz-Platz regeln. »Danach muss dringend eine Lösung geschaffen werden«, so Klein.
Wahrscheinlich werden dann reguläre Ampeln aufgestellt. Sinn der Lotsen und auch der Ampeln ist es, die Schülerströme zwischen 7 Uhr und 8 Uhr am frühen Morgen zu bündeln. Kurzzeitig wird der Verkehr angehalten, und die Schülerpulks können passieren. »Ansonsten legen die Schüler den Verkehr lahm, da sie nonstopp den Platz queren und die Autos nicht vorwärtskommen.«
Was am frühen Vormittag also den Autos eine Chance gibt, verdreht sich gegen später ins Gegenteil. Die Ampel wird im Minutentakt gedrückt, und der Stau ist vorprogrammiert.
Doch eine bessere Alternative zu den Schülerlotsen gibt es nicht. Die Ampel ist unparteiisch, und mit ihr passieren sicherlich auch keine Unfälle.
Ein Missbrauch ist auch eher unwahrscheinlich, und vielleicht ärgert sich ja auch der eine oder andere Fußgänger über das neue Gerät.
Kinder haben es aber oftmals eilig, und es ist unklar, ob sich alle Schüler am Vormittag an das rote Ampelsignal halten. Hier müsste vielleicht vor allem mit jüngeren Schülern ein Verkehrstraining gemacht werden. Auch die Eltern sollten ihren Kindern vermitteln, dass das Warten bei »Rot« sehr wichtig ist. Und die Autofahrer?
Als Autofahrer muss man sich so oder so an den Kreisverkehren in Rottenburg in Geduld üben, und zu Stoßzeiten gibt es auch andernorts Stau, etwa in Siebenlinden oder in der Innenstadt. Da heißt es nur: Ampel ein, Ampel aus. Irgendwann bekommt jeder mal Grün!