Es gibt viele Beispiele, warum Bauprojekte einfach teurer werden, es gibt auch bekannte Beispiele, warum Projekte einfach nicht fertig werden wollen. So scheint es auch bei den Arbeiten im Norden der Neuen Aula, im sogenannten Ehrenhof, zu sein. Dort hat ein Unternehmen ein riesiges Loch gegraben, das einfach nicht aufgefüllt werden kann. So schnell auch nicht aufgefüllt werden wird.
Dem Vernehmen nach soll der klassizistische Bau technisch saniert werden. Knapp sieben Millionen Euro sind dafür bereitgestellt, nach den Erfahrungen anderswo wird wohl noch einiges draufkommen.

Im Januar 2017 wurde mit den Arbeiten begonnen, fertig sein will man noch im Herbst dieses Jahres. Die Neue Aula braucht eine neue Lüftungsanlage, es sind neue Werkstätten im Untergrund vorgesehen, ganz offensichtlich müssen auch die Aufzüge in dem Bau überholt werden. Und, wen wundert es, der Brandschutz muss den Anfordernissen angepasst werden. Dass man sich damit nicht leicht tun wird, hat auch damit zu tun, dass an einem eingetragenen Kulturdenkmal gearbeitet wird. Bisher hat sich die Universität mit einer beachtlichen Sprinkleranlage beholfen. Das reicht einfach nicht mehr, will man die Neue Aula auch weiterhin nutzen. Hinzu kommt noch, dass unter der Erde ein Abluftkanal und ein Notstromaggregat Platz gefunden haben. Interessant ist, dass unter den Ständern der beiden Schalen die Frischluft für die Neue Aula angesaugt wird. Dann sollen, man kann sich das kaum vorstellen, die beiden Brunnen an der Nordseite der Neuen Aula wieder Wasser speien. Zuvor allerdings muss die Uni noch eine Lüftungsanlage auf dem Dach des Baus installieren lassen.

Hinzu kommt, aber da wollten die Planer nicht so recht an die Sache heran, dass die Bauarbeiten unter Betrieb erfolgen sollen.
Das bedeutet nichts anderes, als dass auf die in der neuen Aula untergebrachten Juristen Rücksicht genommen werden muss. Noch schwieriger ist es ganz offensichtlich, wenn Prüfungen im Haus sind. Dann geht dem Vernehmen nach tage-, ja wochenlang gar nichts mehr. Schwer vorstellbar, dass da nichts zu machen gewesen wäre. Man kann sich selbst ein Bein stellen und dann darüber noch klagen. Was ebenso schwer fällt, ist die Beobachtung, dass manchmal gerade zwei Bauarbeiter auf der Baustelle zu sehen sind. Da hätte die Uni wohl bei der Ausschreibung mehr Wert auf eine zügigere Bearbeitung legen sollen. Das erinnert daran, dass bei den Straßenbauarbeiten in Tübingen oft auch nur zwei oder drei Arbeiter zu sehen waren. Dass die Baustellen dann partout nicht geschlossen werden konnten, durfte nicht verwundern.