Der Krach ist vorbei, die Schwaden haben sich verzogen. Und doch ist in diesem Jahr die Diskussion, ob an Silvester weiter geknallt werden darf oder nicht, neu entflammt. Ganz vorne steht die Deutsche Umwelthilfe, die auf die hohe Feinstaubbelastung hinweist; ein Verein, der vom Bund finanziert wird und gegen den der Verein wohl wie bei der Sperrung von Innenstädten klagen will. Gemach, möchte ich da nur sagen. Ich knalle zwar seit Jahren nicht mehr, seit ich eine Katze im Haus habe, seit Jahren möchte ich es auch meinen Nachbarn nicht mehr zumuten. Da braucht es auch nicht nur des Hinweises, dass auf der Welt Millionen von Menschen hungern. Und schließlich schrecken in der Tat auch die gewaltigen Staubwolken ab, die durch den Ort ziehen. Freilich sollte man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Schon die in Stuttgart angekündigte Durchfahrtsperre zeigt mehr als deutlich, dass es bislang nur an einer schlichten Lösung für die Probleme fehlt. Der Diesel sondert zwar eine ganze Menge Abgase ab, das tun aber auch die SUV, die immer weiter gebaut werden dürfen.
Wie kann man, wird man wohl fragen dürfen, mangels anderer Ideen eine Technik abschaffen, die durchaus eine Zukunft hat? Dass man künftig das Elektroauto in den Verkehr wirft, ist kurzsichtig. Schon weil es kaum möglich ist, diesen Antrieb auf längere Sicht ersatzweise einzuführen.

Dann sollte man sich fairerweise auch Gedanken darüber machen, wie viel CO2 die Herstellung von Fahrzeug und Batterien »erzeugt«. Schließlich wollen wir noch nicht einmal über den Preis für Elektrofahrzeuge reden. 
Vielleicht wird der Aufbau von Ladestationen dem Elektroauto ein frühzeitiges »Aus« bescheren, denn die Infrastrukturkosten werden den Rahmen sprengen. Wir sind ja noch nicht einmal in der Lage, das Land mit schnellem Internet zu versorgen, wie soll das mit zusätzlichen Stromleitungen möglich sein. 
Bleibt damit am Ende nur noch die Brennstoffzelle, über die zwar noch geredet wird, die aber noch ein Schattendasein fristet. Dass von Angela Merkel hier nichts zu erwarten steht, darf man voraussetzen, schließlich hat sie in den vergangenen Jahren nichts Zukunftsweisendes angeregt. Und vom Verkehrsminister etwa zu erwarten, hieße den Mann überfordern, der ja so gerne Party macht.
Zurück zum Silvesterfeuerwerk: Man sollte es nicht ganz aufgeben. Man sollte es aber aus der Hand des Einzelnen nehmen und ähnlich wie Sydney oder London oder auch Berlin ein zentrales Feuerwerk anbieten. Vielleicht kommt man auf diese Weise von der Gewohnheit ab, es knallen zu lassen. Und die Bürger könnten entscheiden, ob sie es weiter haben wollen oder nicht. Der Vorteil, im Gegensatz von den Nein-Sagern der Deutschen Umwelthilfe: Die Leute könnten bestimmen, ob es weiter knallen soll. Und wenn ja, dann geht sicher die Welt nicht unter. Prosit Neujahr.