Jetzt geht es ans Eingemachte. Da nach wie vor noch nicht feststeht, ob sich Metro von seinen Real-Märkten trennen wird, geht in Tübingen die Hoffnung um, dass ein möglicher Nachfolger das Einkaufszentrum wesentlich verkleinern könnte. Und noch mehr: Der große Parkplatz in Tübingen-Weilheim ist auch Tübingens OB Boris Palmer ein Dorn im Auge. Er würde im Rahmen seines Zehn-Punkte-Programms dort ganz gerne statt des Schelmen-Gewerbegebiets diese Fläche (ersatzweise) nutzen. Ganz abgesehen davon, dass Metro noch nicht verkauft hat, wird der Neue auf den Bestandsschutz abheben können; der Real soll, wenn es nach Bürgermeister Cord Soehlke geht, von etwas mehr als 6 000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf 1 000 bis 1 500 Quadratmeter verkleinert werden. Das könnte dann auch an der Größe des Parkplatzes einiges ändern. Soehlke geht auch davon aus, dass der Markt schon wegen der schwierigen Marktlage kleiner ausfallen muss.

Was dann von dem bisherigen Angebot bleiben wird, sollte sich zeigen. Immerhin werden neben Lebensmitteln auch Textilien, Camping und Speilwaren, Elektro und Uhren, Räder und ähnliches angeboten. Hinzu kommt noch der Getränkemarkt nebenan und die Tankstelle samt Waschanlage. Wenn sich die Kommune in Weilheim durchsetzen sollte, dann bräuchte sie die entsprechende Planungshoheit. Die wird ihr aber nicht so einfach zuwachsen, denn mit dem Bau der B 28 zwischen Tübingen und Rottenburg wird die Fläche ganz automatisch zum Innenbereich und wäre damit ein Fall für den Paragrafen 34 des Baugesetzbuchs. Die Kommune müsste also einen Bebauungsplan aufstellen und dafür ist noch keine Mehrheit gewonnen. 

Weilheims Ortsvorsteher Roland Glaser hat schon auf die Bedeutung des Markts auf der eigenen Gemarkung hingewiesen. Ohne es wörtlich zu formulieren, hält Glaser die kühnen Tübinger Pläne für reichlich illusorisch. Er konnte der Verwaltung zunächst einmal die Zusicherung abringen, dass mit den künftigen Bewerbern »ergebnisoffen« verhandelt werde. Der Nachfolger könnte, wenn er wollte, bei der bisherigen Größe des Markts bleiben. Die Stadt könnte nichts dagegen machen. Ganz ähnlich könnte es auch in Kirchentellinsfurt gehen. Dort stehen auf einem Areal Aldi, DM und Real auf einer Fläche. Mehr noch: Aldi hat in einer Bauvoranfrage schon mal wissen lassen, dass er seinen Markt abreißen und dafür einen mit größerer Fläche errichten wolle. Die Bauvoranfrage ist bereits positiv beschieden, was der Regionalverband kritisiert hatte. Eingreifen konnte er bisher kaum. Kirchentellinsfurts Bürgermeister Bernd Haug will die Kritik des Verbands demnächst im Gemeinderat zur Sprache bringen. Was er dabei zu Markte tragen muss, wird sich weisen.