Die »Terminator«-Filmreihe mit Arnold Schwarzenegger zeigt eine dunkle Zukunft:  Killer-Androiden, tödliche Drohnen und künstliche Intelligenz drohen, die Menschheit zu vernichten. Friedensforscher der niederländischen Nichtregierungsorganisation (NGO) Pax haben vor Kurzem für ihren Bericht »Don't be evil?« weltweit 50 IT-Firmen daraufhin untersucht, ob deren Technologie dazu beiträgt, autonome Waffen und Killer-Roboter zu entwickeln. Amazon steht dabei ganz vorne.
Am vergangenen Donnerstag haben sich knapp zwei Drittel des Tübinger Gemeinderats für die Ansiedlung von Amazon im Wissenschafts- und Technologiepark auf der Oberen Viehweide ausgesprochen, 22 der 34 anwesenden Mitglieder, eine Mehrheit aus den Fraktionen von AL/Grüne, SPD, CDU, FDP, Tübinger Liste sowie  Oberbürgermeister Boris Palmer. Die Fraktionen von AL, Grüne, SPD und Tübinger Liste votierten nicht geschlossen.
Kein guter Tag für die Universitätsstadt. 
Denn jede Gemeinderätin und jeder Gemeinderat weiß, dass Amazon als Partner des Cyber-Valley-Verbunds im Tübinger Norden an Künstlicher Intelligenz (KI) forschen will. Und das Amazon weiträumig Schaden anrichtet. In wessen Interesse haben die 22 Gemeinderäte entschieden? Sicher nicht in dem der Bürgerinnen und Bürger. Vielerorts hat sich der Einzelhandel wegen des wachsenden Einflusses des Online-Riesen Amazon verändert: Geschäfte mit teils langer Familientradition müssen schließen. Dass Amazon täglich mit Tausenden beauftragten Zustellerfahrzeugen unterwegs ist, Innenstädte und Fußgängerzonen auch in Tübingen zuparkt und die Luft verpestet, passt nicht in die Zeit zukunftsweisender Verkehrskonzepte. 2017 gab es so viel Verpackungsmüll, wie nie zuvor, verursacht vor allem auch durch den Online-Handel. Amazon trickste bei der Steuer, die Jobs sind miserabel bezahlt, Amazon vertreibt die Live-Gesichtserkennungssoftware Rekognition. Diese ermöglicht die Massenüberwachung der Bevölkerung und verletzt Bürgerrechte. Seinen Mitarbeitern verweigert Amazon weiter die Absicherung durch einen Tarifvertrag.
Mit der  Ansiedlung von Amazon in Tübingen werden sich die Wohnungsnot weiter verschärfen, die Mietpreise noch weiter steigen. Für eine halbe Million Euro geht das Bauland auf der Oberen Viehweide an eine Projektgesellschaft, die es an Amazon weiterverpachtet. Ein Schleuderpreis.
Amazon will sich unter anderem an dem US-Militärprojekt Joint Enterprise Defense Infrastructure (JEDI) beteiligen, bei dem das US-Pentagon einen Cloud-Anbieter sucht. Dabei geht es dem Pentagon darum, Waffen noch tödlicher zu machen. 
Amazon unterstützt die Entwicklung von Waffen, die entscheiden können, Menschen zu töten, ohne dass ein Mensch direkt beteiligt ist. Viele Experten warnen davor, dass damit gegen grundlegende rechtliche und ethische Prinzipien verstoßen und der internationale Frieden und die globale  Sicherheit bedroht wird.
Das wissen die Amazon-Gegner und Aktivisten von der »Amazno«-Initiative, die am Donnerstag vor dem Rathaus einen Stand gegen die Ansiedlung des US-Konzerns in Tübingen aufgebaut hatten, anschließend Oberbürgermeister Boris Palmer 1100 Unterschriften überreichten und immer wieder die Gemeinderatssitzung lautstark störten. Mehrfach rief der OB die Polizei zu Hilfe. Wie sagt der Terminator? »Ich komme wieder.«