Das hat ganz schön lange gedauert. Gut dreieinhalb Jahre, nachdem die Stadt die Germanenstaffel in Tübingen von der Neckarbrücke hoch zum Österberg gesperrt hatte, darf in jetzt absehbarem Zeitraum damit gerechnt werden, dass der, der das wirklich noch will, die 117 Stufen nach oben trotten (oder schleichen) kann. Eine knappe Million hat sich die Stadt die Retaurierung der hohen Stiege kosten lassen: Gut 900 000 Euro sollen es gewesen sein, wobei die Stadt vor Jahresfrist noch zögerte, ob sie die Baumaßnahmen jetzt aufnehmen sollte.
In der Bauhochkonjunktur waren die Angebote derart hoch, dass Tiefbauamtsleiter Albrecht Füger das Projekt noch einmal zurückstellte. Dann hat doch ein Angebot noch in die Vorstellungen der Stadt gepasst und man wagte es. Es hat mindestens drei Baubürgermeisterperioden gedauert, bis bei der Stadt der Eindriuck gereift war war, die heute, darf man sicher sagen, historischen Staffeln wieder herzurichten. Abgesehen davon, dass nicht gerade Touristenströme dort hoch geführt werden konnten, war der Aufstieg außer seiner Steilheit eine wahre Zumutung. Schon nach den ersten beiden Treppenabsätzen hatte man damals den Eindruck gewinnen können, inmitten eines Pissoirs zu stehen. Der Platz an der Südmauer lag nah und doch mehr verborgen an den Lokalen der Altstadt 
Männer lassen sich soi etwas wohl nicht zweimal sagen. Bedauerlicherweise sah sich die Kommune nicht in der Lage, den misslichen Zustand anzustellen (die Situation der Toiletten in der Altstadt war schon immer eine Katastrophe).
Es war immer wieder überlegt worden, die Treppen auf den Berg ganz zu schließen. Aber erst, nachdem sich der OB mit dem Aufstieg von der Mühlstraße auf den Schulberg und dern Quergang hinüber zur Pfleghofstraße geschafft war, musste was mit der Germanenstaffel gegenüber was passieren.
Freilich wollte man nicht zuerst einen gedanklichen Rialtobogen über die Mühlstraße schlagen, der vielen einen allzu anstrengenden Aufstieg auf den Österberg erspart hätte. Der Bogen hätte gepasst und die Treppe erschlossen. Damit die Wanderer, die zum Österberg streben wollen, nicht zu enmtspannt sind, hat die Stadt zunächst einmal nur eine Bank im oberen Drittel aufgestellt. Von dort kann der Blick vom Schulberg, zur Altstadt bis hoch zur Stiftskirche, hinunter zum Neckar und hinüber zum Zinserdreieck schweifen. Die Treppe hat auf beiden Seiten so viel Platz, dass man vom Aufstieg geplagt, durchtamen kann. 
Und noch etwas hat die vorsichtige Stadt Tübingen über sich ergehen lassen: Übers Wochenende konnte man mit dem Baukran von der Mühlstraße aus hochgezogen werden und von oben über der Altstadt schweben. Wo die Kosten nun doch nicht aus dem Ruder gelaufen sind, könnte sich die Stadt Tübingen durchaus vorstellen, dass in der Mitte der Mühlstraße 
ein »Skywalk« sich zum Österberg hin spannen könnte. 
Die Frage ist nur noch: Wie erklärt die Kommune den Männern, dass sie jetzt besser woanders pinkeln gehen sollen?